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Frühjahrsgutachten führender Wirtschaftsinstitute

Herbe Einbrüche für deutsche Wirtschaft, aber rasche Erholung

covid-19(Bild: Visuals3D - pixabay)Um die Infektionswelle auszubremsen, hat der Staat die wirtschaftliche Aktivität des Landes stark eingeschränkt mit schwerwiegenden Folgen für die Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr. In der „Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2020“, die der Bundesregierung durch die führenden Wirtschaftsinstitute (Ifo-Institut, DIW, RWI, IfW und IWH) vorgelegt wurde, heißt es jetzt: Die Pandemie werde die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession stoßen und für einen Einbruch sorgen, der mehr als doppelt so groß ausfallen dürfte wie in der Finanzkrise 2009. Deutschland bringe jedoch gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau, das sich ohne die Krise ergeben hätte, zu erreichen.

Das Gutachten mit dem Titel „Deutsche Wirtschaft unter Schock – Finanzpolitik hält dagegen“ stützt sich auf die Annahmen, dass die staatlich verordneten Shutdown-Maßnahmen in der zweiten April-Hälfte allmählich wieder aufgehoben werden, aber das Wiederhochfahren der Wirtschaft in den einzelnen Zweigen unterschiedlich schnell ablaufe. Außerdem geht man davon aus, dass staatliche Liquiditätshilfen und Zuschüsse eine Insolvenzwelle zwar verhindern werden, das Arbeitsangebot aber durch Krankmeldungen gedrückt werde. Auf Grundlage dessen lautet die Prognose: Das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2020 wird um 1,9 Prozent einbrechen und im zweiten sogar um 9,8 Prozent. Dies sei der stärkste je seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 gemessene Rückgang in Deutschland. Der Einbruch bei den Ein- und Ausfuhren, den Ausrüstungsinvestitionen und dem privaten Konsum dürfte laut der Gemeinschaftsdiagnose noch stärker ausfallen und im zweistelligen Bereich liegen.

Die Corona-Krise habe außerdem spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Infolge des Einbruchs der gesamtwirtschaftlichen Aktivität falle das Arbeitsvolumen in Deutschland kurzfristig beträchtlich. Dabei dürfte die Erwerbstätigkeit in diesem Jahr um 282.000 Personen zurückgehen und die Zahl der Arbeitslosen um 236.000 steigen. Die Arbeitslosenquote werde auf 5,5 Prozent der Erwerbspersonen zunehmen. Ihren Höchststand dürfte die Arbeitslosigkeit mit rund 2,7 Mio. Personen bzw. einer Quote von 5,9 Prozent im dritten Quartal 2020 erreichen.

Der größte Teil der Anpassung werde jedoch über einen kräftigen Rückgang der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen erfolgen. Somit dürfte die Zahl der Kurzarbeiter von schätzungsweise 110.000 Personen Anfang des Jahres auf etwa 2,4 Mio. im Durchschnitt des zweiten Quartals hochschnellen. Sinken wiederum würden die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte. Die hohen Mehrausgaben und Mindereinnahmen auf staatlicher Seite würden zudem ein Rekorddefizit in diesem Jahr von 159 Mrd. Euro im gesamtstaatlichen Haushalt bedeuten.

Konjunktur wird sich schrittweise erholen

Laut des Gutachtens werde sich die Konjunktur nach dem Shutdown schrittweise erholen. Ein Großteil der Ausfälle beim privaten Konsum, bei den Investitionen und beim Export könne rasch wieder aufgeholt werden, was sich in hohen Zuwachsraten niederschlagen werde. Das Vorkrisenniveau werde aber wohl erst gegen Ende des Prognosezeitraums wieder erreicht.

Die Beeinträchtigungen durch die Pandemie selbst dürften nach ein bis zwei Jahren überwunden sein. Deutschland bringe gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau, das sich ohne die Krise ergeben hätte, zu erreichen. Die günstige fiskalische Ausgangssituation ermögliche es dem Staat, weitgehende Maßnahmen zur Abfederung der kurzfristigen negativen Folgen für Unternehmen und private Haushalte zu ergreifen. Dennoch blieben gesamtwirtschaftliche Einbußen, die mit individuell sehr unterschiedlichen Lasten verbunden seien und über deren finale Verteilung noch zu entscheiden sei.

Sollte sich die Krise länger hinziehen und es weitere Einschränkungen zur Eindämmung des Virus geben, könne sich die Rezession verlängern und die Erholung verlangsamen. Sollte es hingegen Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes oder eine höhere Immunität der Bevölkerung geben, könne der Prozess schneller ablaufen.

Die Gesamtprognose finden Sie unter www.ifo.de/node/54372

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