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Begegnung braucht Mensch

Hardware Digitalisierung(Bild: WMM)Digitalisierung bedeutet nicht, iPads mit Produktvideos zu allen Produkten auf einem Messestand an jedem Exponat zu platzieren. Denn Live-Kommunikation basiert auf dem persönlichen Kontakt. Niemand fährt 300 km zu einem Messestand, um sich etwas auf dem iPad anzuschauen, was er bequemer zu Hause tun könnte! Auch Lead Apps machen wenig Sinn. In die persönliche Kommunikation gehört die gute alte Visitenkarte! Digitalisierung darf nicht die Kommunikation ersetzen. Sie muss vielmehr genutzt werden, um die Live-Kommunikation schnell, messbar und skalierbar zu machen. Sie ist ein Tool und hat im Herzstück des Bereichs der persönlichen Begegnung nichts zu suchen.

 

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Erlebt wird live, vorbereitet und kontrolliert digital, geteilt online.

Das Problem der Live Kommunikation besteht darin, dass sie sich einem Wettbewerb stellen muss mit digitalen Medien. Damit sie sich im Marketing-Mix weiter behauptet, muss sie neben ihrer unbestrittenen Effektivität auch ihre Effizienz nachweisen. Sie muss digitale Möglichkeiten nutzen, um schneller zu werden. Denn digitale Kampagnen können in 24 Stunden gelauncht werden, in der Live-Kommunikation braucht man sechs Wochen. Das ist nicht mehr agil. Daraus folgt: Man muss innerhalb von 48 Stunden eine LK-Maßnahme launchen können und dafür muss Live Kommunikation skalierbar werden. Denn wenn eine Kampagne sich bei sozialen Medien als extrem effizient erweist, wird das Budget auf diesem Kanal erhöht. Einen erfolgreichen Event kann man allerdings nicht schnell genug skalieren. Der Hauptgrund: Live-Kommunikation ist ein Projektgeschäft. Gelingt es aber, einen Prozess daraus zu machen, dann kann der Event problemlos skaliert werden. Das bedeutet: Wenn eine entsprechende Software eingesetzt werden kann, dann lassen sich aus zehn Events schnell 100 entwickeln.

Messbarkeit und Skalierbarkeit durch digitale Tools

Unter dem Namen Werbewerkstätten Monschau wurde die Firma WWM 1977 von Friedhelm Gülz gegründet. Heute führt der Wirtschaftsinformatiker Dr. Christian Coppeneur-Gülz das Unternehmen, das Trends im Bereich des Live-Marketings setzt, in der zweiten Generation. Dort wurde mit der Expo-Cloud eine Soft- und Hardware-Lösung entwickelt, mit der man in der Lage ist zu messen, wie viele Menschen an einem Stand vorbeigehen, auf den Stand gehen und wie lange sie bleiben. Das Google Analytics der Live-Kommunikation. Aus dem KPI von Vorbeigehen und Standbetreten lässt sich nun die Effektivität der Ansprache messen. Macht man das nun mit vielen Events, so kann auf einer quantitativen Basis richtig und falsch ermittelt werden. Man kann weiterhin messen, wie viele Leads auf dem Stand generiert werden. Damit erzielt man eine vergleichbare Messbarkeit wie bei digitalen Kanälen.

In den nächsten zehn Jahren werden die großen Messestände drastisch zurück gehen bei gleichzeitig drastischem Anstieg kleinerer Live- Kommunikationsmaßnahmen, prognostiziert Coppeneur-Gülz. Denn: Statt das Gießkannenprinzip der Massenansprache weiter zu nutzen, wird man dank digitaler Profilierungstechniken in der Lage sein, Zielgruppen genau zu segmentieren und differenzierter mit Einzelmaßnahmen anzusprechen.

Um aber statt zehn größeren Messen im Jahr nun 100 kleinere Maßnahmen organisatorisch bewältigen zu können, muss der Projektansatz dem Prozessansatz weichen. Die richtige Software kann eine große Anzahl von Events prozessbasiert steuern. Brauchte man früher für die Planung eines 20 qm Standes etwa acht Stunden, so geht das damit in 20 Minuten. Alle Messeaktivitäten können bereits resonanzbasiert optimiert werden. Bis hin zum Werbematerial-Verbrauch. Das ist ökologisch und ökonomisch. Dafür muss man allerdings alle Prozesse erfassen, vergleichen und damit messbar machen. Vollautomatisch. So, wie künftig auch der Prozess der Warenbewegung und Logistik digital organisiert werden wird.

Entstehen eigentlich reale Emotionen durch digitale Begegnungen?

„Niemals!“, stellt Dr. Coppeneur-Gülz klar. „Studien aus der Psychologie weisen nach, dass eine persönliche Erfahrung deutlich stärker erlebt und länger gespeichert wird als digitale Kontakte. Daher ist die derzeit gehypte virtuelle Messe ebenso wie die vermeintliche Bedrohung durch Videokonferenzen vermutlich ein Irrweg. Die Stärke der persönlichen Kommunikation bleibt der USP und trotzdem muss man in der Lage sein, eine hohe Effizienz zu liefern. Mehr Kontakte für weniger Geld. Wir besitzen ein Feld, das sehr stark ist. Das will und kann die digitale Welt nicht angreifen. Aber sie kann es unterstützen!“

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