Steckt die Ausbildung noch in den Kinderschuhen?

Babylonische Verwirrung der Aus- und Weiterbildung in der MICE-Branche

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Google spuckt heute bei der Begriffskombination Weiterbildung und Events 579.000 Treffer aus. Wer soll sich da noch auskennen? Welche Weiterbildung bringt mich weiter und welche nur den Anbieter? Und was heißt eigentlich weiter? Weiter wohin? Und welchen Stellenwert hat eigentlich Weiterbildung in der MICE-Branche heute?

Eine 2016 vorgestellte Studie der Hochschule Hannover mit dem Titel „Die Veranstaltungswirtschaft und ihr Personal“ zitiert folgende Antworten von Experten auf die Frage „Ist die Professionalisierung von Aus- und Weiterbildung noch in den Kinderschuhen?“:

Unternehmen tun zu wenig, um Weiterbildungsbedarf zu identifizieren. Manche Initiative, manches Angebot nützt vielleicht eher dem Anbieter als jenen, die es belegen. Label und Zertifikate stehen im Vordergrund, nicht die strategische Einbettung von Kompetenz für die Positionierung der Unternehmen. Zu sehr bestimmen die Bildungsanbieter die Diskussion, zu wenig noch die einstellenden Unternehmen, diesen fehlt hier auch noch kritische Selbsteinschätzung. Und nein, die Kinderschuhe haben wir noch lange nicht verlassen.

Ich stimme den befragten Experten zu. Es herrscht hier eine geradezu babylonische Verwirrung. AV-Profis reden von LUX, SM-Experten über Klicks, Marcom-Manager von Reichweite, Meeting-Architekten von Open-Space und World-Café und viele im Catering glauben tatsächlich immer noch F&B ist das Wichtigste für ein Event. Das ist es nicht. Es ist das Unwichtigtste, aber nur dann, wenn es perfekt ist!

Die MICE Branche muss sich beim Thema Weiterbildung neu fokussieren. Wir benötigen eine neue gemeinsame Meeting Design Sprache, die auch unsere Kunden verstehen.

Diese neue Sprache basiert auf einer zentralen Fragestellung: Welche Verhaltensmuster der Hauptzielgruppen sollen sich im gegebenen Kostenrahmen durch den Event ändern und wie können wir diese Veränderungen und den daraus resultierenden Mehrwert messbar machen?

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Nur wenn wir alle, Anbieter und Kunden, gemeinsam diese Sprache lernen und perfekt beherrschen, sie Grundlage für all unsere Planungen wird, können wir konkret Verantwortung für die zielgerichtete Umsetzung übernehmen.

Gemeinsames Lernen verbindet und gemeinsame Sprache schafft Vertrauen. Sie definiert den Rahmen in dem verschiedene Event Prototypen entwickelt werden können. Die Inszenierung der Ereignisse und das didaktische Design der Prototypen werden dabei so verwoben, dass der gewünschte Veränderungsprozess beginnt.

Die IMEX (16. bis 18. Mai 2017) greift das Thema in diesem Jahr in Frankfurt auf. Unter dem Fokusthema „Zielgerichtete Veranstaltungen“ gibt es am Montag und Dienstag vormittags unter anderem Sprachunterricht in Meeting Design mit den 5 wichtigsten Vokabeln: Design Denken, Verhaltensforschung, Gesundheit und Wohlbefinden, gesellschaftliche Verantwortung und Technologie.

Seien Sie neugierig, lernen Sie die Sprache des Event Designs. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

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