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Automobil-Präsentationen im Wandel

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(Bild: Pexels)

Nach Alfa Romeo, DS, Fiat, Infiniti, Jeep, Mitsubishi, Nissan, Peugeot und Volvo hatte auch Tesla für die vergangene IAA in Frankfurt abgesagt. Die größte, nur alle zwei Jahre stattfindende Automesse der Welt, verliert offenbar an Bedeutung und generell scheinen die weltweiten Autoshows nur noch ein Schattendasein zu fristen. Die Neuheiten sind häufig bereits im Internet, in den Medien und vor allem auf Eigenevents entzaubert.

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Gutes Eventmarketing ist häufig zielführender und kostengünstiger. Denn ein fetter Auftritt auf der IAA kann durchaus 40 bis 50 Millionen Euro kosten! Aber auch die Automobil-Präsentation im Rahmen von Marketing-Events hat sich im Laufe der Zeit verändert. Aus den statischen Standalone-Darstellungen sind komplexe mehrtägige Events geworden, bei denen Driving-Experiences, Schulungen, Workshops, Gala-Veranstaltungen und die Präsentation an sich in ein kostengünstiges All in One-Erlebnis eingebettet sind. Nicht selten back to back mit mehreren tausend Teilnehmern über mehrere Tage und Wochen.

Das stellt natürlich enorme Anforderungen an Planung und Logistik. Wo sind Locations bzw. Hotels, die über entsprechend große Kapazitäten in- und outdoor verfügen und die auch bereit und in der Lage sind, ihr Haus für einen längeren Zeitraum komplett anzubieten? Die gut angebunden sind an internationale Flughäfen und vor allem: die auch reizvolles Gelände für Ausfahrten und/oder geeignete Teststrecken in der Nähe haben. Hinzu kommt: Wie ist die Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn in dicht besiedelten Gebieten permanent „hin und her“ gefahren wird? Häufig hört man aus Agenturkreisen, dass das in Deutschland in diesem Bündel von speziellen Bedarfslagen nur noch selten abgebildet werden kann. Portugal und Spanien scheinen dort immer stärker den Rahm abzuschöpfen.

Dennoch: Es gibt auch in Deutschland viele geeignete Häuser und Angebote, von denen wir Ihnen das eine oder andere hier vorstellen:

Zunächst aber möchten wir noch den Motorjournalisten Heiner Klempp zu Wort kommen lassen, der sich nach einem Automobil-Event der statischen Art auf www.motorjournalist.de fragt: Wer setzt immer noch auf Automobil-Präsentationen, bei denen das Auto nicht mobil ist:

„Seit geraumer Zeit beobachte ich, dass diese Stehpräsentationen um sich greifen, wahrscheinlich genauso lange, wie sich mehr und mehr Marketingleute in die Kommunikationsabteilungen der Automobil-Industrie verirrt haben, die zuvor nur mit immobilen Gegenständen in all ihren Leblosigkeiten beschäftigt waren. Dabei haben sie sich hauptsächlich damit ausgezeichnet, dass sie die bis vor einigen Jahren noch in leitenden Funktionen in den PR- und Presseabteilungen der Auto-Hersteller beschäftigen Kollegen vertrieben haben, die vor ihrem Industrieleben eben diese gestandenen Motorjournalisten waren. Und die ärgern sich heute möglicherweise ebenso über die Stehpräsentationen wie viele ihrer noch aktiven Kollegen, die viel Aufwand und Mühen auf sich nehmen, um ein neues Auto zu erleben und es dann nicht fahren zu können.

Für diese Art der stehenden Präsentationen hatte die Industrie früher schon und seit mehr als zwei Jahrzehnte in immer größerem Umfang genug Gelegenheiten: Auf den Automessen Europas und der Welt mieten die Hersteller von Jahr zu Jahr größere Ausstellungsflächen für ihre statischen Präsentationen, damit dort dann in möglichst vielen bewegten Bilder die Vorzüge der Neupräsentationen von allen Seiten gezeigt werden können. – Das ist sicher nicht im Sinne der automobilen Käufer, die nach wie vor erwiesenermaßen die gedruckte oder mobil per Film oder Video oder heutzutage per Internet-Blog Ersterfahrungen über das bewegte Auto beziehen wollen. Genauso sicher ist, dass sich nur sehr wenige künftige Kunden von statischen, also Stehpräsentation, mit all ihren marketingmäßigen Schönfärbereien blenden lassen. Wobei zu vermerken ist, dass die meisten Stehpräsentationen mit marktschreierischer, blendender Herauskehrung aller – auch der kleinsten – Neuigkeiten in bisweilen penetranter Form glänzen und detailverliebt und manchmal überzogen lang jede neue Chromleiste feiern.

Also, liebe Auto-Verantwortliche in den Vorständen der Fahrzeug-Industrie, lassen Sie uns doch lieber zurückkehren zu den Fahrvorstellungen, also jenen Automobil-Präsentationen, bei denen die Kollegen der Medien ihre Eindrücke von den Fahrzeugen tatsächlich sammeln und anschließend in ihren Medien multiplikatorisch wiedergeben, um den Auto aus dem Stand zu helfen und den Automachern auch dabei helfen, mögliche Schwächen zu erkennen.“

Recht hat er. Gute Agenturen und Marketingleiter wissen darum. Und auch, dass die gesamte Automobilbranche vor großen Herausforderungen steht. Neue Technologien, ein neues Verständnis von Fahrzeugbesitz und nicht zuletzt politische Rahmenbedingungen erfordern neues Denken und Handeln auf Seiten der Hersteller und ihrer Partner. Das eröffnet Chancen für Anbieter von Kommunikations-Dienstleistungen. Wenn sie sich proaktiv darauf einstellen. [3228]

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