Darum setzen Organisatoren auf kontaktlose Technologien

5 gute Gründe für den Einsatz von RFID-Technologie bei Sport-Events

Ticketing-Großevent-Fussball-Ticket-Karte
Mehr als ein Ticket – integrierte RFID-Chips sorgen für ein positives Fan-Erlebnis. (Bild: NXP/red mango/shutterstock.com)

Neue RFID-Technologien machen Großveranstaltungen wie die FIFA Fußball Weltmeisterschaft, die von rund drei Millionen Besucher live in insgesamt 12 Stadien verfolgt wurde, für Organisatoren und Besucher zu einem entspannten Erlebnis. Christoph Zwahlen, Global Marketing Manager bei NXP Semiconductors und Experte für smarte Stadien, erklärt, warum Organisatoren von sportlichen Großveranstaltungen auf kontaktlose Technologien setzen.

Sportveranstaltungen stehen heutzutage in direkter Konkurrenz – und zwar mit der Couch. Viele Fans verfolgen Events lieber auf dem Bildschirm und sparen sich dadurch Verkehrsstaus, Parkplatzsuche und lange Warteschlangen am Getränke-Kiosk. Die Folge: Organisatoren und Sportvereine kämpfen mit Umsatzrückgängen aufgrund der schwindenden Besucheranzahl bei Live-Veranstaltungen. Daher ist es für Organisatoren umso wichtiger, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und Prozesse effizienter zu gestalten. Der Einsatz von RFID- und NFC-Technologie zielt genau darauf ab. Außerdem hilft die Technologie dabei, Trickbetrügern das Handwerk zu legen, die immer kreativere Wege finden, gefälschte Eintrittskarten in Umlauf zu bringen.

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Was ist RFID?

Die Abkürzung steht für „Radio-Frequency Identification” und bezeichnet eine Technologie zur automatischen und berührungslosen Identifikation von Objekten und Lebewesen mittels Radiowellen. NFC (Near Field Communication) ist ein Teilbereich der Technologie und erlaubt den kontaktlosen Austausch von Daten innerhalb weniger Zentimeter. Ausgelesen werden die Daten von den RFID-Mikrochips mit speziellen Lesegeräten – beispielsweise an der Kasse – oder Smartphones mit entsprechenden Readern. Organisatoren von großen Sport-Events setzen vor allem aus diesen fünf Gründen vermehrt auf kontaktlose Technologien, die in Eintritts-Tickets, Saisonkarten, Armbändern oder anderen Objekten integriert sein können:

1. Umsatzsteigerung

Veranstalter von Sport- und Musik-Events nutzen RFID, um den Besuchern bargeldlose Bezahlvorgänge an Essens-, Getränke-, oder Fanartikelständen zu bieten. Und das zahlt sich aus: Allgemein neigen Besucher dazu, 40 Prozent mehr auszugeben, wenn sie ihre Geldbörse nicht öffnen müssen, um für Verpflegung oder Fan-Artikel zu bezahlen. Zudem arbeitet die RFIDbasierte Lösung sehr schnell; durch einen simplen „Tap“ mit dem Armband oder der Karte am Lesegerät wird der Bezahlvorgang in Sekundenschnelle abgewickelt. Mittels individueller Incentive-Maßnahmen lassen sich Besucher außerdem zum Kauf bestimmter Artikel animieren. So weiß der Betreiber z. B. dank der Informationen aus dem Chip, welche Getränke der Kunde bevorzugt und kann gezielt Kaufanreize dafür auf das Smartphone schicken.

2. Ticket-Fälschen erschweren

Pro Jahr ärgern sich fast fünf Millionen Personen über gefälschte Eintrittskarten für Konzerte, Sport-Events und Vergnügungsparks. Vor allem bei großen Live-Veranstaltungen sehen sich die Organisatoren auf Grund der hohen Nachfrage an Tickets mit diesem Problem konfrontiert. Auch hier schafft RFID Abhilfe: Eingebettet in Eintrittskarten sind kontaktlose Mikrochips ein effizientes Mittel gegen Betrüger, da einige Modelle eine Echtheitsprüfung des Tickets erlauben. Der in Karten, Papier-Tickets oder Armbändern integrierte Chip ist schwer zu entfernen, ohne das Objekt oder den Chip selbst zu beschädigen. Bei der Kontrolle am Einlass fallen derart manipulierte Tickets schnell auf. So auch bei der FIFA Fußball-WM 2018; dort wurde ein MIFARE Ultralight® EV1 Chip von NXP ausgewählt, um Besucher zu schützen, Einblicke in graue Märkte zu gewähren und so den Ticket-Handel am Schwarzmarkt zu unterbinden.

Zudem beinhalten gefälschte Tickets keine oder unzureichende Informationen über die Identität des Ticket-Inhabers und bergen ein Sicherheitsrisiko, da Gewalt- oder Hooligan-Taten inkognito bleiben. Deshalb nutzen alle türkischen Stadien, in der die 36 Fußball-Teams der Süper Lig spielen, eine e-Ticketing-Plattform in Kombination mit einer kontaktlosen Karte, auf der Fans sich vor dem Ticket-Kauf registrieren müssen. Die Zahl der verzeichneten Vorfälle ging seither zurück.

3. Warteschlangen vermeiden

Ein weiterer Pluspunkt: Die kontaktlose Technologie arbeitet bis zu vier Mal schneller als Barcode- oder QR-Code-Tickets. Eine kurze Berührung mit der Karte am Lesegerät genügt, um den Eintritt umgehend zu validieren. Das optimiert das Fan-Erlebnis und erhöht die allgemeine Event-Sicherheit, da sich die Warteschlangen bei den Eingängen verkürzen.

Auch die Athleten profitieren von RFID. In Form eines ID-Ausweises wird ihnen schneller Zutritt zu Trainingscentern und Athletenunterkünften gewährt, wie beispielsweise bei der 29. Sommer-Universiade in Taipei, einer der weltweit größten internationalen Sportveranstaltungen für Studierende.

Durch den Einsatz von RFID-Chips erhalten Stadionbetreiber zudem Informationen in Echtzeit über das Kundenverhalten, also beispielsweise den Andrang an Kiosken oder Toiletten. Darauf können sie in Stoßzeiten reagieren, weitere Kassen öffnen oder Besucher über Alternativen informieren.

4. Personalisierte und vernetzte Fan-Erlebnisse

Erstmals sorgte bei der Fußball-WM ein interaktiver Fußball für Aufsehen. Der offizielle FIFA WM Spielball, der Telstar 18, ist ein mit NFC-Technologie ausgestatteter Fußball von adidas, der abseits des Platzes für spannende Fußballerlebnisse sorgt. Mit Hilfe des Smartphones wird der NFC-Chip im Inneren des Balls aktiviert – „getappt“ – und schaltet für den Fan exklusive und personalisierte Informationen über den Ball frei. Die Fans konnten ebenso an Challenges während der WM teilnehmen.

Durch NFC-fähige Fan-Artikel erhalten Sportvereine und Markeninhaber die Möglichkeit, direkt mit dem Kunden zu kommunizieren. Den Verantwortlichen stehen vielfältige Möglichkeiten offen; Smartphones und Fan-Artikel dienen zur Einbindung von digitalen Touchpoints wie Social Media, Webshops oder eigens programmierten Apps.

5. Erhöhte Kundenbindung vor, während und nach der Veranstaltung

Ob Kunden Karten- oder App-basierte Bonusprogramme bevorzugen, ist derzeit nicht zweifelsfrei festzustellen. Durch den Einsatz von NFC-Technologie ist eine Kombination aus beiden Modellen möglich: Besucher sammeln ihre Bonuspunkte auf der Karte und können diese später durch das Tappen der Karte mit einem Smartphone in einer App abrufen. Ermöglicht wird das durch die kontaktlose Übertragung der Daten von Karte auf Smartphone-App. Prämien können aufgrund der Kaufhistorie und des Standortes, die auf dem Chip gespeichert sind, individuell an den Sport-Fan angepasst werden.

Jede Nutzung des NFC-Chips liefert den Stadienbetreibern wertvolle Daten und exklusive Einblicke in das Fan-Verhalten. Die kontinuierliche Auswertung dieser Daten kann wiederum für Maßnahmen zur Erhöhung der Kundenbindung herangezogen werden. So könnten Saisonkarteninhaber oder VIPs vor der Veranstaltung als Zugabe besonders raschen Zugang zum Parkplatz erhalten, Rabatte einlösen, oder öffentliche Verkehrsmittel vergünstigt nutzen – und das alles mit nur einer kontaktlosen Karte. Das motiviert Fans bei den Veranstaltungen live dabei zu sein und bringt neue Anreize für Stammkunden.

Ist RFID die Zukunft?

Fest steht, dass immer mehr Stadienbetreiber und Event-Veranstalter auf der ganzen Welt auf RFID setzen. Die unzähligen Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten von RFID und NFC mit anderen Technologien machen die kontaktlosen Lösungen attraktiv. Sie geben den Veranstaltern die Möglichkeit, auf das geänderte Kundenverhalten – auch im Hinblick auf die gestiegene Smartphone-Nutzung – zu reagieren. Zusätzliche Dienstleistungen lassen sich jederzeit integrieren und bieten Veranstaltern die Chance, ihr Geschäftsmodell flexibel zu gestalten und gleichzeitig die Besucher mit innovativen Ideen zu begeistern. Voraussetzung ist eine stabile technische Lösung, wie sie nur Technologieunternehmen mit mehrjähriger Erfahrung für kontaktlose Systeme in Stadien und Arenen anbieten können.


Christoph ZwahlenÜber den Autor:

Christoph Zwahlen ist Global Marketing Manager bei NXP Semiconductors und Experte für sichere, kontaktlose Lösungen für Stadien und Veranstaltungsorte. Mit über acht Jahren Erfahrung in der Halbleiterindustrie treibt er gemeinsam mit führenden Anbietern innovative Systeme in den Bereichen der Zutrittskontrolle, Mikrozahlungen sowie Kundenbindungsprogramme voran. www.nxp.com

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