Im Portrait:

20 Fragen an den Direktor von VisitFlanders, Lothar Peters

Lothar Peters

Nach seinem Studium in Köln (Sozialwissenschaften und Geschichte) hat es Lothar Peters in die PR verschlagen. So absolvierte er bei einer Bonner Agentur zunächst ein Volontariat und nahm anschließend dort seine erste Beratertätigkeit auf. 1991 wechselte er zum Niederländischen Büro für Tourismus & Convention (NBTC) und entdeckte sein Interesse für Marketing und Kommunikation und den besonderen Reiz, eine Destination touristisch zu vermarkten. Nach zehn Jahren als verantwortlicher Direktor bei NBTC (auf dem deutschen Markt) führte ihn sein Weg vor fünf Jahren als Direktor dann zur Deutschland-Dependance von VisitFlanders.

events: Was wollten Sie als Kind werden?

Lothar Peters: Wie bei vielen anderen Kindern war Lokführer auch mein erster Berufswunsch. Sicher spielte dabei meine Märklineisenbahn eine nicht unwichtige Rolle. Rückblickend betrachtet ist das Reisen übrig geblieben, auch wenn das sicher ein wenig weit hergeholt ist.

events: Hier dürfen Sie einen Kollegen / Marktpartner loben:

Lothar Peters: Die Zusammenarbeit mit LMG Management ist wirklich sehr angenehm und auch erfolgreich. Dabei geht die Identifkation mit Produkt und Destination weit über das Maß hinaus, was ein Dienstleister sonst bietet.

events: Was ist Ihr Lebensmotto / Ihr Wahlspruch?

Lothar Peters: Alle Menschen so zu behandeln, wie man es selbst erwarten würde. Darüber hinaus Fairness im Umgang mit Partnern, sodass man sich noch immer in die Augen schauen kann.

events: Was bezeichnen andere als Ihre größte Stärke?

Lothar Peters: Sicher ist meine Offenheit für neue Ideen eine große Stärke. Denn nur dann kann man neue kreative Ansätze entwickeln. Mit zunehmenden Alter steigt schon die Neigung, Dinge schneller abzutun, ohne sich darauf gedanklich wirklich einzulassen.

events: Ihre Getränkevorlieben, Ihr Leibgericht?

Lothar Peters: Wenn ich sage, ich trinke gerne, wird das vielleicht falsch verstanden. Aber zum guten Essen gehört für mich nun mal ein Wein; gerne italienisch, bevorzugt Lugana. Und natürlich ein Feierabendbier; gerne ein belgisches wie das hopfige Duvel. Ein einziges Leibgericht zu benennen, fällt mir schwer. Als Rheinländer fällt mir da der Sauerbraten ein (natürlich vom Pferd, Pferdeliebhaber mögen es mir verzeihen). Und in Flandern kommt man ja bekanntlich kulinarisch auf seine Kosten: Meine Vorliebe gilt den „Tomates crevettes“, mit Garnelen gefüllten rohen Tomaten, frisch aus der Nordsee versteht sich!

events: Welche historische Persönlichkeit hat Sie besonders beeindruckt und warum?

Lothar Peters: Mahatma Gandhi. Er hat sein Leben lang selbstlos und gewaltfrei für Gleichberechtigung und gegen soziale Ungerechtigkeit gekämpft. Und das mit Erfolg, auch wenn er nicht alle seine Ziele erreichte.

events: Sie gewinnen eine Million – was kaufen Sie davon?

Lothar Peters: Am liebsten würde ich Zeit kaufen, aber die ist, wie man weiß, unbezahlbar! Okay, dann nehme ich vom Rest des Geldes ein Haus mit Meerblick!

events: Mit wem würden Sie gerne mal einen ganzen Tag lang tauschen und warum?

Lothar Peters: Da Politologie Bestandteil meines Studiums war, bin ich schon neugierig, wie Politik in Wirklichkeit funktioniert. Deshalb fände ich es reizvoll, mal als deutscher Außenminister eine internationale Konferenz zu leiten. Hautnah mitzuerleben, wie sich die Politiker aus unterschiedlichen Ländern hinter verschlossenen Türen persönlich begegnen. Wie sie versuchen, ihre Interessen durchzusetzen, aber auch Kompromisse zu finden.

events: Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen ganz besonders?

Lothar Peters: Offenheit und Verlässlichkeit: Offen zu sein für die Meinung und Argumente anderer. Und Verlässlichkeit, dass man zu seinem Wort steht!

events: Und welche mögen Sie gar nicht?

Lothar Peters: Ich habe ein Problem mit Egoismus, mit Menschen, die nur sich selbst und die eigenen Interessen sehen. Und diese dann ohne Skrupel durchsetzen.

events: Die berühmte Fee erfüllt Ihnen drei Wünsche …

Lothar Peters: Dann sollte die Fee für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sorgen. Und für Gesundheit für mich und meine Familie.

events: Ihr Lieblingsbuch / Ihr Lieblingsfilm?

Lothar Peters: Down by Law von Jim Jarmusch. Eine tolle Komödie in schwarz-weiß mit skurillem Humor. Nicht zu vergessen die Filmmusik von Tom Waits. Was das Lesen angeht, bin ich ein echter Krimifan. Donna Leon und ihr Commissario Brunetti haben es mir besonders angetan. Ich glaube mittlerweile sind schon 26 Fälle als Buch erschienen. Die meisten davon habe ich gelesen. Einfach herrlich, immer wieder in die Welt Venedigs einzutauchen.

events: Was ist ihr persönliches Lieblingshotel?

Lothar Peters: Das Sandton Pillows in Brüssel verbindet Komfort mit modernem Design. Ein Hotel zum Wohlfühlen in zentraler Lage.

events: Worauf sind Sie besonders stolz?

Lothar Peters: Auf meine Familie. Sie ist meine Oase der Ruhe auch in hektischen Zeiten.

events: Sie dürfen eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche, wohin und warum würden Sie reisen?

Lothar Peters: In die attische Demokratie ins 5. Jahrhundert vor Christus. Die erste Demokratie der Welt, ein Idealtypus, bei dem alle Bürger in der Volksversammlung direkt und selbst über alle wichtige Fragen entscheiden konnten. Okay, Bürgerrechte hatten nur Männer; Frauen waren bei politischen Entscheidungen außen vor. Und ökonomisch funktionierte das System nur durch die Ausbeutung von Sklaven. Insofern sind wir heute sicher besser dran!

events: Welche „typische Unart“ ärgert Sie bei Geschäftspartnern in unserer Branche am meisten?

Lothar Peters: Unzuverlässigkeit. Wenn wir Events organisieren oder zu einem Fam-Trip einladen, wird viel Arbeit, Mühe und auch Geld investiert. Dann ist es umso ärgerlicher, wenn Entscheidungsträger der MICE-Branche ihre Teilnahme kurzfristig absagen oder – schlimmer noch – gar nicht erscheinen. Natürlich kann es immer mal passieren, dass man einen zugesagten Termin kurzfristig nicht wahrnehmen kann. Aber hier erwarte ich mehr Zuverlässigkeit und Verständnis für uns als Anbieter.

events: Wem würden Sie gerne mal eine Torte ins Gesicht werfen?

Lothar Peters: In Zeiten des Trump-Bashings entscheide ich mich für Wladimir Putin.

events: Mit wem würden Sie gerne mal im Aufzug stecken bleiben und warum?

Lothar Peters: Jetzt ist Donald doch an der Reihe! Würde ihm gerne mal meine Meinung über seine Politik sagen. Und das Face-to-Face, ganz ohne Twitter!

events: Verraten Sie uns Ihre größte Schwäche?

Lothar Peters: Ungeduldig bin ich schon, auch wenn die Antwort halt auch ein wenig langweilig ist, da das als Schwäche so häufig genannt wird.

events: Last but not least: Auf welche bahnbrechenden Neuheiten in der Destination Flandern möchten Sie gerne hinweisen?

Lothar Peters: Wir haben in den letzten Jahren Schritt für Schritt die Bearbeitung des MICE-Segmentes intensiviert. Dazu gehört das Engagement von LMG als professionellen Dienstleister wie auch gezielte Investitionen in die Verbesserung unseres Produktes vor Ort. Herausragendes Beispiel ist das im April neu eröffnete Kongresszentrum in Antwerpen. Mit seinen 30 Breakout-Rooms und einer Fläche von ingesamt 25.000 qm sind Meetings und Kongresse in der Hafen- und Modemetropole bis maximal 2.700 Teilnehmern möglich. Darüber hinaus ist seine exponierte Lage neben Hauptbahnhof und dem Antwerpener Zoo ein zusätzlicher Pluspunkt. Weitere Großprojekte in Gent, Brügge oder Genk (Provinz Limburg) sind in Planung.

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