Eine langfristige Zusammenarbeit hat viele Vorteile

10 Fragen an die selbstständige Eventplanerin Ulrike Jackson

Ulrike-Jackson

Ulrike Jackson arbeitet bereits seit 1994 im Eventmanagement, zunächst als Projekt-, anschließend als Unit-Leiterin in verschiedenen renommierten Agenturen. Seit 2001 ist sie als selbstständige Beraterin tätig.

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Ihre langjährige Branchenerfahrung und ihre eingehende Auseinandersetzung mit der besonderen Wirkung der erlebnisorientierten Kommunikation bei Events vermittelt sie seit Ende der 90er Jahre im Rahmen verschiedener Lehraufträge. Seit 2002 ist sie Dozentin für den Themenbereich Eventmanagement/Live-Kommunikation an der EBC Hochschule Hamburg.

1. Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert?

Ulrike Jackson: Vor der eigentlichen Planung geht darum, eine starke, unverwechselbare Idee für die Veranstaltung zu entwickeln. In Bezug auf die konkrete Planung gilt es dann, jedes noch so kleine Detail zu berücksichtigen und sauber umzusetzen. Unsere Kunden dürfen von uns zu Recht erwarten, dass wir unser Handwerk verstehen und gerade auch sicherheitsrelevante Aspekte einer Veranstaltung genau im Blick haben. Im Idealfall bringt man also beide genannten Eigenschaften mit.

2. Woran arbeiten Sie gerade?

Ulrike Jackson: Meine Branchen- und Projekterfahrungen vermittele ich seit vielen Jahren als Dozentin für Eventmanagement an der EBC Hochschule Hamburg. Momentan laufen die Vorbereitungen für das Sommersemester. Im Kollegenkreis der Hochschule arbeiten wir außerdem an der Entwicklung neuer partizipativer Lehr- und Lernformen; in diesem Bereich tut sich gerade sehr viel (Stichwort „Co Creation“). Und nachdem ich Ende des letzten Jahres mit der Veröffentlichung des Buches „Karrierewege im Eventmanagement“ ein echtes Herzensprojekt auf den Weg gebracht habe, plane ich mit meinem Mit-Herausgeber Dirk Geest zurzeit ein neues Buchprojekt.

3. Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Ulrike Jackson: Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich einen sehr kurzfristigen Auftrag der Firma KÜHNE+NAGEL bekommen. Ich hatte zu Agenturzeiten zwar sehr viel größere Events umgesetzt – aber für dieses Projekt musste ich mich privat in kürzester Zeit komplett neu aufstellen. Trotz Zeitdruck und Terminen in Berlin wollte ich es schaffen, meinen beiden kleinen Kindern und dem Projekt gerecht zu werden. Es war nicht einfach, aber die Veranstaltung war toll und die Erfahrungen haben mir Mut für meine weitere Arbeit als selbstständige Beraterin und Eventplanerin gemacht.

4. Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Ulrike Jackson: Sehr, sehr gerne würde ich eine Veranstaltung auf die Beine stellen, bei der die starke integrative Wirkung von Gemeinschaftserlebnissen bei Events für einen guten Zweck eingesetzt wird. Ich glaube ganz fest an den Dialog und Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen oder (politischer) Überzeugungen.

5. Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Ulrike Jackson: Großbritannien mit seinen unglaublich herzlichen und humorvollen Menschen, entzückenden kleinen Ortschaften, den wunderbaren Landschaften und dem leckeren Essen (wirklich!). Ich bin ein echter UK-Fan. Das hat natürlich auch private Gründe – mein Mann ist Engländer.

6. Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Ulrike Jackson: Die „Ole Liese“ auf Gut Panker in der Holsteinischen Schweiz. Privat mag ich kleine, inhabergeführte Hotels und B&Bs und buche auch immer wieder über Airbnb. Es ist schön, mit den Gastgebern ins Gespräch zu kommen, jede Unterkunft hat ihren ganz eigenen Charakter. In der Olen Liese habe ich vor 18 Jahren geheiratet; wir hatten uns sofort in die wunderschöne Landschaft, das Gut und die persönliche Atmosphäre verliebt. Und das sehr gute Essen!

7. Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Ulrike Jackson: Umfassende, professionelle Beratung auf Augenhöhe. Zuverlässige (Kosten-)Planung. Lust auf neue Herausforderungen und Projektpartner.

8. Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Ulrike Jackson: Nach wie vor gibt es in unserer Branche zu wenige langfristige Verträge zwischen Auftraggebern und Agenturen. Eine Zusammenarbeit über einen längeren Zeitraum hat viele Vorteile für beide Seiten. Für die Agenturen bedeutet sie Planungssicherheit und damit deutlich bessere Rahmenbedingungen für die Personalplanung, gerade mit Blick auf Arbeitsmodelle, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Hier ist definitiv noch viel Luft nach oben.

9. Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Ulrike Jackson: NDR-Info-Radio am Morgen, DIE ZEIT für Hintergrundberichte inkl. Online-Newsletter mit täglichen Infos aus meiner Heimatstadt Hamburg, Fachzeitschriften für Branchen-News. Vor allem die Zeit für DIE ZEIT fehlt allerdings zu oft … Beruflich finde ich den persönlichen Austausch mit Kollegen sehr wichtig, z.B. auf Branchenmessen und im Rahmen der jährlichen Event-Konferenz in Chemnitz. Ich schaue neben meiner praktischen Tätigkeit schon seit langem auf die Wirkungszusammenhänge der Live-Kommunikation und schätze den Austausch mit Kollegen aus der Event-Forschung.

10. Die Abendveranstaltung war lang …! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Ulrike Jackson: Wecker so früh stellen, dass ausreichend Zeit zum Aufwachen und Fertigmachen bleibt; ausgiebig duschen und lecker frühstücken. [3901]

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