Digitalisierung finde ich super!

10 Fragen an die Eventplanerin Katrin Taepke

Katrin-Taepke

Katrin Taepke hat an der DHBW Ravensburg Messewirtschaft studiert und erfolgreich die Prüfung zum international anerkannten „Certified Meeting Professional“ absolviert. Von 2011 bis 2013 folgte ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (Berlin) mit dem Schwerpunkt „Entrepreneurship“ (innovative Geschäftsmodelle in KMU). Seit 2003 plant, budgetiert und organisiert sie federführend in verschiedenen leitenden Positionen Personal- und Bildungsfachmessen sowie Wirtschafts und wissenschaftliche Tagungen mit bis zu 10.000 Teilnehmer/innen.

events: Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung eines Events für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert

Die Antwort lautet ganz klar: Beides. Für mich ist es wichtig, dass ich weiß, was ich mit der Veranstaltung erreichen möchte. Dafür brauche ich ein Ziel, also „Wohin soll die Reise gehen?“. Wenn das geklärt ist, sind die Details auf diesem Weg ebenso wichtig wie das Reiseziel. Wer mich kennt, weiß, dass ich beides sehr akribisch verfolgen kann.

events: Woran arbeiten Sie gerade?

Wie immer: An vielen unterschiedlichen Veranstaltungen gleichzeitig. Gerade das macht doch auch unsere Branche bzw. unseren Job aus, oder? Auf der Agenda stehen sowohl kommunalpolitische Sitzungen, die inhaltlich vorbereitet werden wollen, als auch größere Seminare, Workshops oder Tagungen mit derzeit meist außenwirtschaftlichem Kontext.

events: Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Die spannendste Herausforderung war der komplette Relaunch eines in die Jahre gekommenen Verbandskongresses. Als Projektleiterin war ich dafür verantwortlich, den Kongress in das Social-Media-Zeitalter einzuführen, eine State-of-the-Art-Website zu entwickeln, das Programm zusammen mit Experten neu zu denken, die Kommunikation in die Community zu beleben und aktiv zu betreiben, einen neuen Veranstaltungsort und -location zu finden, lebendige Sideevents wie Lach-Yoga oder „Der Kongress läuft“ zu integrieren und die alten Faxanmeldungen durch eine komfortable Online-Anmeldung zu ersetzen. Kurzum: Der Kongress wurde völlig auf den Kopf gestellt – sehr zur Freude vieler Beteiligter.

events: Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Das Projekt meiner Träume passt wirklich zur Zielgruppe und zum Ziel der Veranstaltung, d. h. es hat genügend Pausen für Networking und ist – so es passt – interaktiv. Es gibt immer noch so viele Events mit Vortragsformaten, bei denen die Teilnehmer frontal beschallt werden. Diese oneway-Kommunikation passt weniger in den modernen Austausch von hochausgebildeten und erfahrenen Experten, wie wir sie in fast allen Branchen finden. Bei einem klassischen Event kommt meist nur ein Experte im Raum zu Wort. Wer das Wissen und die Erfahrungen der manchmal bis zu Tausend Mediziner, Ingenieure, Führungskräfte u. a. einbezieht, fördert den echten Wissensaustausch und das Networking. Nur dann gibt es meiner Meinung nach einen Grund überhaupt zu einer Veranstaltung zu kommen – alles andere finde ich heutzutage im Internet.

Zitat Katrin Taepke

events: Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Privat bin ich am liebsten an der Ostsee oder in den österreichischen Alpen. Hier kann ich die Natur, die Ruhe und auch die Gastfreundschaft am besten genießen.

events: Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Mein Lieblingshotel kann auch ein Appartement sein und ist modern eingerichtet, hat eine kleine Saunalandschaft, einen Sportraum für schlechtes Wetter, eine kleine, feine Küche und ganz praktische Einrichtungen wie Waschmaschine, Trockner und Tiefgarage. Idealerweise gibt es im Ort einen Supermarkt, nette Cafés oder kleine Restaurants und kurze Wege zum Strand bzw. auf den Berggipfel.

events: Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Transparenz, Beratung und Zuverlässigkeit. Transparent angebotene, durchgeführte und abgerechnete Leistungen, mit einer echten Beratung durch mein Gegenüber, der sich an Absprachen und Termine hält – in den meisten Fällen klappt dann der Rest wie von alleine.

events: Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Am meisten ärgert mich die schon erwähnte Frontalbeschallung und der geringe Einbezug der anwesenden Experten. Außerdem wünsche ich mir fairere Ausschreibungen für alle Beteiligten in der MICE-Branche.

events: Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Digitalisierung finde ich super! Es war noch nie so einfach an so viel Wissen in so kurzer Zeit heranzukommen. Vor allem nutze ich die Online-Medien wie Newsletter der MICE-Branche und die Sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing, LinkedIn und Instagram.

events: Die Abendveranstaltung war lang … wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Eine Reihe flotter Sonnengrüße aus dem Yoga und der Tag sieht schon deutlich freundlicher aus – ich dann übrigens auch.

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