Klare Ziele zu definieren ist wichtiger, als technische Vorlieben zu pflegen!

10 Fragen an die Corporate-Eventplanerin Petra Kimmig

Petra-Kimmig(Bild: Yves Sucksdorff)

Mit dem Abitur und der Ausbildung zur Hotelfachfrau legte Petra Kimmig den ersten Grundstein für ihre berufliche Karriere. 1989 folgte dann der Wechsel auf die Agenturseite. Incoming, Outbound, klassische Werbung, dazu ein Studium zur Kommunikationswirtin (BAW) in München bereitete den Weg zur Industrie vor. Seit 1995 arbeitet sie für das weltweite Gesundheitsunternehmen Sanofi und ist verantwortlich für das Convention Department für den deutschen, seit 2011 auch für den österreichischen und Schweizer Markt.

1. Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert?

Petra Kimmig: Ohne gute Idee geht gar nichts, sie steht am Anfang und holt alle Beteiligten ins Boot. Danach ist es essentiell, in die Einzelheiten zu gehen und sie gedanklich durchzuspielen. Das Erstellen eines Ablaufplanes sortiert mich, und ich merke, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Unvorhergesehenes passiert naturgemäß auf jeder Veranstaltung. Ich schätze sehr, dass ich aufgrund detaillierter Vorplanung dann genügend Zeit habe, um mich um solche Dinge zu kümmern.

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2. Woran arbeiten Sie gerade?

Petra Kimmig: Eine bestimmte Anzahl von Veranstaltungen wartet immer auf Umsetzung. In meiner Branche hat zudem das Thema Compliance einen sehr großen Stellenwert. Wichtig ist vor allem, dass wir im Unternehmen einheitlich nach vorgegebenen Standards arbeiten. Somit steht im Augenblick bei mir das Verfassen eines übergeordneten, standardisierten Vorgehens bei Veranstaltungen auf der Agenda.

3. Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Petra Kimmig: Schwierig sind sehr kurze Vorläufe. Der Rekord lag bei drei Wochen Vorlauf für eine große Tagung. Andererseits hat das auch wieder einen ganz besonderen Reiz: Zu keiner anderen Zeit bekommt man so schnell verlässliche Entscheidungen von Seiten seiner Ansprechpartner. Deshalb finde ich diese Schnellschüsse nicht wirklich schlimm, sondern komme bei solchen Projekten in meinen persönlichen Flow. Immer wollte ich das allerdings nicht haben, denn in solchen Zeiten legt man temporär das Privatleben ad acta.

4. Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Petra Kimmig: Das ist eher privater Natur – ein paar Fernreisedestinationen stehen noch auf meiner to-do-Liste, und auch in Europa und Deutschland gibt es noch Einiges zu sehen. Wer viel reist, lernt es zu schätzen, in einem zivilisierten Land mit wunderschönen Gegenden und spannenden Nachbarn zu leben – man muss also gar nicht in die weite Welt, das Schöne kann man direkt vor der Haustüre finden!

5. Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Petra Kimmig: Reisen hatten für mich schon immer einen hohen Stellenwert, deshalb habe ich mir das auch als „roten Faden“ für meinen beruflichen Werdegang gewählt und privat ebenfalls gepflegt. Während meiner ganzen beruflichen Laufbahn habe ich in Großstädten gelebt, aber meine wahre Leidenschaft ist schöne und unberührte Natur. Die Destination, die mir weltweit bisher am besten gefallen hat, war Neuseeland. Seit einem Jahr hat der Norden Brandenburgs mein Herz erobert – dort gibt es neuerdings ein zweites Standbein!

6. Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Petra Kimmig: Es gibt zahlreiche Hotels, die mein Herz höher schlagen lassen. Ich erinnere mich aber an eine Veranstaltung vor vielen Jahren im Sommer, als ich sonntagmorgens im Hotel Louis C. Jacob vom sonoren Brummen eines Ozeantankers aufwachte – dieses Hotel hat eine ausgesprochen persönliche Note, von der Lage in Blankenese über die Einrichtung der Zimmer und die angenehm dezente Gastlichkeit – ich habe den Aufenthalt und dieses Haus nachhaltig in Erinnerung behalten!

7. Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Petra Kimmig: Langjährige gute Erfahrung, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit – ich fungiere als Vermittler zwischen meinen internen Kunden und den Partnern. Wenn es Probleme gibt, möchte ich rechtzeitig darüber informiert werden. Manchmal sind Katastrophen des Partners aus Sicht des Kunden gar nicht so schlimm. Kommunikation ist daher wichtig.

8. Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Petra Kimmig: Ärgern muss ich mich manchmal über Anbieter, die sich mit Schlagwörtern wie z. B. Kodexkonformität schmücken, ohne sattelfest in der Materie zu sein. Wenn ich träumen darf, wünsche ich mir Projektverantwortliche, die nicht nur von technischen Vorlieben getrieben sind, sondern lieber ein Veranstaltungsziel definieren – dann kann man überlegen, ob es wirklich eine Veranstaltungs-App werden muss oder ob nicht vielleicht ganz andere Mittel zum Erfolg führen. Zudem wünsche ich mir eine App, die so vielseitig ist, dass sie auch kurzfristig entschlossenen Kunden tatsächlich einen Mehrwert bringt und es ermöglicht, Interaktion auf einfache Weise in ein Event zu integrieren.

9. Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Petra Kimmig: Fachpresse hilft maßgeblich weiter, ebenso der Austausch mit Branchen-Kollegen auf Fachmessen – die ITB und die IMEX sind für mich Pflichttermine! Des Weiteren engagiere ich mich seit Jahren im Beirat des PHARMA-FORTBILDUNGSFORUM und empfinde die Arbeit dort ebenfalls als befruchtend. Und das Wichtigste: Immer wieder Dinge selber ausprobieren – ich benutze Apps und technische Neuerungen, nehme teil an unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, live und virtuell. Da spürt man am besten, ob Techniken funktionieren, Sinn machen und Aussicht darauf haben, ins tägliche Veranstaltungsleben übernommen zu werden.

10. Die Abendveranstaltung war lang …! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Petra Kimmig: Arbeitsteilung heißt das Zauberwort! Im Projekt-Team gibt es sowohl Denjenigen, der morgens als Erster zur Stelle ist, als auch Denjenigen, der abends das Licht ausmacht. Kein Alkohol bei der Arbeit ist für mich selbstverständlich, und ich versuche, so viel Schlaf wie möglich zu bekommen – bei mir dürfen Ohrstöpsel im Reisegepäck nicht fehlen. Was auch immer hilft: ein Sprung in den Pool vor dem Frühstück!

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