Seine Neugier gilt Myanmar

10 Fragen an den Eventplaner Uwe Bergmann

Uwe-Bergmann

Nach verschiedenen Stationen in Gütersloh, München und Sylt sowie zwei Weltreisen landete Uwe Bergmann 1992 in Hamburg. Es folgte ein 2-jähriges Abendstudium zum Kommunikationsfachwirt (KAH). Danach heuerte er bei der ehemaligen Hamburg-Mannheimer Versicherung in der Incentive-Abteilung an. 1997 gründete er seine Incentive-Agentur. Seit Sommer 2016 verstärkt er nun die Event-Agentur „prima events gmbh“. Seine Passion: budgetfreundliche „Hotel-Perlen“ aufspüren!

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1. Woran arbeiten Sie gerade?

Uwe Bergmann: Es scheint wieder mehr ins europäische Ausland zu gehen. Verschiedene Destinationen in Europa laufen gerade gut. Wir flogen im November mit 130 Mitarbeitern eines Kunden nach Lissabon. Wir übernachteten in einem 5*-Hotelresort und hatten ein volles Programm. Für dieses Jahr betreuen wir zwei Gruppen á 190 Mitarbeiter nach Kroatien für ein Vertriebsmeeting – mit entsprechendem Flugvollcharter. Einem Schweizer Kunden bieten wir für 650 Mitarbeiter ein ganzes Dorf in den Bergen als Tagungszentrum an.

2. Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Incentive-Reise für wichtiger: Visionär zu sein oder Detail orientiert?

Uwe Bergmann: Wir brauchen beides. Erst kommen die Visionen und Ideen für z. B. Social- oder Umwelt-Incentives, die wir dem Kunden vorschlagen. Je nach Destinationsauswahl und Budget erarbeiten wir dann ein passendes Konzept, gerne auch mit Teambuilding Charakter. Ist mit dem Kunden ein gemeinsames Ziel gefunden, geht es um die detaillierte Planung der Veranstaltung. Ein genauer Ablaufplan ist die Grundlage für ein erfolgreiches Event.

3. Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Uwe Bergmann: Wir durften für eine internationale Incentive-Gruppe eine Jordanien-Rundreise gestalten. Ein Traum aus 1.001 Nacht mit Wüste, Wellness und Kultur. Die Flugbuchungen, der Vollcharter für einen Inlandsflug, die Rundreise mit täglich wechselnden Hotelübernachtungen und einmal Wüstencamp für 150 Vertriebsmitarbeiter war eine Herausforderung an DMC und Reiseteilnehmer. Gerade die Nacht in der Wüste, der Besuch des UNESCO Weltkulturerbes Petra und das Bad im Toten Meer blieb in den Köpfen. Nach fünf Tagen und Nächten Rundum-Betreuung freut man sich dann aber wieder auf sechs Stunden Schlaf …

4. Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Uwe Bergmann: Ein „Social Incentive“ zur Rettung der Weltmeere, Projekte in Afrika oder Myanmar, bei denen den Ärmsten des Landes vor Ort nachhaltig geholfen wird. Z. B. eine Feuerstelle aus Lehm, bei dem nur noch ein Viertel des Brennholzes verbraucht wird (Rettung der Wälder). Leider werden diese Ideen von den Kunden selten in Anspruch genommen oder es gibt kein passendes Konzept in der Destination.

5. Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Uwe Bergmann: Ich hatte 2016 eine Anfrage für Myanmar und Vietnam, für die ich Programme ausgearbeitet habe. Besonders Myanmar reizt mich seit 25 Jahren. Als ich 1989 von Thailand nach Myanmar wollte, waren die Grenzen für Individualtouristen geschlossen. Und ich liebe Lappland in verschneiten Hütten. Man sitzt im warmen Overall am Lagerfeuer und es gibt gegrilltes Rentier oder Wildlachs mit Preiselbeeren. Vorher gilt es mit den Huskys um die Wette zu laufen und im Hot-Pot unterm Nordlicht die Seele baumeln zu lassen.

6. Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Uwe Bergmann: Es liegt in Österreich, ein privat geführtes Wellnesshotel mit Blick auf die Berge. Nach der Ankunft im Hotelzimmer ziehst du den Bademantel an und während deines Aufenthaltes im riesigen Spa-Bereich nicht wieder aus. Nur zum Abendessen sollte man sich umziehen. Traumhaftes Frühstück mit „Organic Food“ und das schon seit über 20 Jahren. Selbst im Fahrstuhl ist ein Obstler für kalte Tage deponiert …

7. Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Uwe Bergmann: Ein respektvoller Umgang miteinander, ob mit Kunden oder Dienstleistern. Flexibilität in der Arbeitszeit und Betreuung der Veranstaltung vor Ort – wir haben keinen „nine to five“ Job. Außerdem: Der richtige Geschmack – Verständnis für das gehobene Segment. Ich freue mich jedes Mal, wenn mir meine DMC das perfekte Hotel empfiehlt oder heimische Spezialitäten und passende Weine.

8. Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Uwe Bergmann: Wir kennen es alle, eine aufwendige Ausarbeitung einer Incentive-Reise in ein exotisches Land. Nach der Präsentation hörst Du lange nichts, dann kommt der Einkauf und hat ein identisches Angebot – und drückt den Preis. Oder es wird abgesagt und im Nachhinein hört man durch Zufall, dass der Kunde es selbst durchgeführt hat. Hier wünsche ich mir die Durchsetzung eines Agentur-Honorars bei der Vergabe von Pitches.

9. Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Uwe Bergmann: Aus dem Datendschungel die wichtigen Informationen herauszufiltern ist die Kunst. Newsletter per E-Mail überfliege ich meist, ebenso die Printausgaben. Manchmal nehme ich mir aber die Zeit und studiere die Fachmagazine nach neuen Ideen und Destinationen. Für mich ist es wichtig, persönliche Kontakte zu pflegen, die bei Fam-Trips, Roadshows und Fachmessen wie IBTM, IMEX und ITB entstanden sind. (Zu den anderen MICE Messen schaffe ich es leider nicht mehr.)

10. Die Abendveranstaltung war lang! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Uwe Bergmann: Für die Betreuung von Incentive-Reisen oder Tagungen im Ausland sind wir meist 3 bis 4 Tage & Nächte mit dem Kunden unterwegs. Da heißt es nach 3 bis 4 Stunden wieder „Guten Morgen“ liebe Gäste. Darum ist körperliche Fitness extrem wichtig für den Job. Mein regelmäßiges Training besteht aus morgendlichem Fitnessprogramm und Radfahren um die Alster. Und wenn keine Zeit ist – einfach eine eiskalte Dusche. [2862]

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