Eventplaner im Porträt:

Man muss die richtigen Leute kennen – 10 Fragen an Rudolf Sommer

Rudolf-Sommer-Eventplaner

Der studierte Wirtschafts- und Organisationswissenschaftler Rudolf Sommer ist seit der Liberalisierung des Energiemarktes verantwortlich für die Positionierung der Strommarken des EnBW-Konzerns auf nationalen und internationalen Live-Kom Plattformen. 

Auszeichnungen wie der if-Design Award, dp3d, die goldene Flamme, EVA in Silber 2011 oder Nominierungen für den deutschen Designpreis bestätigen seinen erfolgreichen, neuen Weg der 3D-Markenkommunikation im „No-Interest“ Marktsegment Energie-Services.

Seit Oktober 2016 repräsentiert Rudolf Sommer als Vice President Germany das Corporate-Netzwerk UNICEO (United Networks of International Corporate Event Organizers)

 

events: Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Reise für wichtiger: Visionär zu sein oder Detail orientiert?

Rudolf Sommer: Das hängt natürlich primär davon ab, ob ich eine Geschäftsreise buche, für Kunden Hotelkapazitäten planen darf, für Eventpersonal Hotel- und Travel-Kapazitäten benötige oder einfach nur in den Urlaub gehen möchte.

Betriebswirtschaftliche Vorgaben im Business-Umfeld erfordern oft höchste Verlässlichkeit, Flexibilität und vor allem Kreativität. Privat stehe ich da eher auf „nicht alltägliche“ Locations, trendige Hotels mit einer interessanten Geschichte oder einfach begeisternd umgesetzte Ideen… Storytelling gepaart mit gelebter Authentizität eben.

 

events: Woran arbeiten Sie gerade?

Rudolf Sommer: An meinem Übergang vom Unternehmens-Manager zum non profit-Repräsentanten und Dozenten bzw. Wissensmanager. Ein Netzwerk wie UNICEO stellt völlig andere Anforderungen als ein Unternehmen am Markt. Das eine fordert intensive Überzeugungsarbeit und Wertevermittlung, ein Konzern ist kosten-, markt- und effizienzorientiert, auch wenn CSR-Richtlinien immer stärker an Wichtigkeit gewinnen. Das Corporate-Network UNICEO ist da schon stärker auf Wissen-Sharing und Werteorientierung ausgelegt, eben eine non-profit Organisation.

 

events: Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Rudolf Sommer: Unser ehemaliger CEO wollte einmal unbedingt gemeinsam mit unserer Kanzlerin die Hannover Messe eröffnen und meinte, „Herr Sommer, Sie machen das schon…!“. Um einen solchen Deal in eine passende Inszenierung zu integrieren, braucht man sehr verlässliche und tolle Partner und ein wunderbar, kreatives Netzwerk. Besser gesagt man muss die richtigen Leute kennen! Bisher hat es, glaube ich, keiner mehr geschafft, einen sichtbaren Laserstrahl vom HCC zum Hermeskopf aufs Messegelände zu beamen… Medial war diese Inszenierung zwar ein totaler Flop aber meinem Chef hat’s gefallen und die Kollegen einiger großer deutscher Brands hatten nun plötzlich ein Problem an der Backe, dass deren Chefs nun auch gemeinsam mit Frau Merkel, die Hannover Messe eröffnen wollten… aber da ist das Kanzler-Protokoll ziemlich eigen.

 

events: Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Rudolf Sommer: Ich würde gerne gemeinsam mit meiner Frau in einem schönen Oldtimer die historische Carrera Panamericana abfahren, von Alaska bis Feuerland… muss ja nicht unbedingt in einem 300 SL Flügeltürer sein wie einst Karl Kling oder Hermann Lang.

 

events: Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Rudolf Sommer: Sorry, wenn ich Sie jetzt enttäuschen muss, aber es ist bei mir immer eine einzigartige Kombination aus einer Location, den richtigen Menschen und der passenden Inszenierung oder vielleicht oft auch einfach des Zufalls, die bei mir Herzklopfen und mitreißende Momente auslöst.

 

events: Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen…

Rudolf Sommer: Wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus? Ich will es mal so formulieren: Mein Lieblingshotel empfängt mich wie ein Freund und ermöglicht es mir, entspannt und ausgeruht das zu tun, weshalb ich an diesem Ort bin. Wenn es dann noch unprätentiös und authentisch die regionale Küche anbietet und man gerne vor dem Hotel sitzt, um Land und Leute flanieren zu sehen, dann ist es meine No. 1.

 

events: Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Rudolf Sommer: Das ist einfach zu beantworten: Wir müssen gut zusammen passen, die Menschen um uns herum für unseren Job (oder unser Projekt) begeistern können und fest an uns und unser Ziel glauben. Darf ich noch ein viertes Kriterium nennen? Wir sollten auch gemeinsam unsere Erfolge feiern können!

 

events: Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Rudolf Sommer: Dieses Silo-artige Sparten-Denken, das auch noch durch Organisationen und formelle Strukturen speziell in Deutschland manifestiert wird und eines nachhaltig verhindert: Wissenstransfer und Innovation, Kundenorientierung und Effizienz, Freude an der Arbeit und kreative Ideen… soll ich noch weiter machen?

 

events: Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Rudolf Sommer: Aufmerksam zuhören, viel lesen, beobachten, lernen, austauschen, interessante Leute treffen und inspirieren lassen.

 

events: Die Abendveranstaltung war lang…! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Rudolf Sommer: Ganz ehrlich? Starker Kaffee (am besten italienisch mit starker Crema und etwas geschäumter Milch) und dann Adrenalin durch unvorhersehbare Programmänderungen, Tonausfall, Wasserrohrbruch in der Küche, Stromausfall… neee (lacht).

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