Humane Kreativität ist immer die Basis!

10 Fragen an den Eventmanager Holger Leisewitz

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Der gelernte Hotel- & Reiseverkehrskaufmann Holger Leisewitz arbeitete nach seinen Ausbildungen jeweils in einer internationalen Hotel- und Reisebürokette sowie für eine amerikanische Fluggesellschaft. Seit 1985 ist er als Conference & Event Manager bei der Beiersdorf AG tätig und hat über die Jahre hinweg das Conference & Event Management wie auch einen Inhouse-Konferenzservice innerhalb des Konzerns aufgebaut. Er engagiert sich zudem seit 2000 als Chefprüfer für das Hotelzertifikat des VDR Certified.

events: Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert?

Holger Leisewitz: Nun, „über den Tellerrand schauen“ ist visionär, die „pazza idea“ (verrückte Idee) ist jedoch für viele riskant weil unerprobt und Neuland, schwer nachvollziehbar und daher häufig abschreckend – obwohl in unserem Metier unerlässlich, sofern man nicht dem Mainstream folgen möchte. Daher ist eine detailorientierte Arbeit für viele vertrauenserweckender und leichter vermittelbar. Doch das Salz in der Suppe ist die zur Realität entwickelte Vision. Doch dies kann nicht jeder praktizieren – weder der Nutzer noch der Initiator – oder soll ich sagen Gott sei Dank? Denn hier trennt sich Spreu vom Weizen!

events: Woran arbeiten Sie gerade?

Holger Leisewitz: Wie viel Platz haben Sie dafür im Heft? Im Ernst – ich halte viele Bälle in der Luft von Veranstaltungsprojekten über Planungen für neue Tagungsräume bis hin zu Kriterienentwicklungen von Hotelzertifizierungen.

events: Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Holger Leisewitz: Meine größte Herausforderung? Ich muss schmunzeln. Denn jeder Tag stellt mich vor neue, große Herausforderungen – jedoch, ich erinnere mich gerne an eine äußerst herausfordernde Veranstaltung:

250 Pax, Südafrika, kurz nach dem Ende der Apartheit und Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Nelson Mandela. Die Vorverhandlungen hatten fast schon politischen Charakter. Ich als Weißer hatte schon von vornherein den schlechteren Stand gegenüber den einheimischen, nun tonangebenden Managern. Aber es war am Ende eine der „most memorable“ Veranstaltungen, die ich je organisiert habe – inklusive Zusammenführung von bis dato sich völlig fremder Ranger der einzelnen Game Lodges. Und als Genugtuung die Erlangung der Genehmigung der exklusiven Nutzung der Lodges, was ein bekannter amerikanischer Limonadenhersteller vorher nicht geschafft hatte. Ich glaube, unser empathisches, authentisches und nachhaltiges Konzept hat letztendlich sehr zum Erfolg und Spannungsausgleich mit allen Beteiligten beigetragen.

events: Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Holger Leisewitz: Das ist eine schwere Frage. Ich strebe immer nach Zufriedenheit der Teilnehmer. Jeder soll das Gefühl haben, dass die Veranstaltung nur für ihn, nur an diesem Ort und nur zu diesem Zeitpunkt organisiert ist, und dass er sie sich nie wieder kaufen oder in dieser Form erleben kann. Sicher muss das Konzept stark auf Nachhaltigkeit abheben – wir haben eben eine riesengroße Verpflichtung unserer Umwelt gegenüber, die wir nicht außer Acht lassen dürfen. Eine Charity-Reise mit einem Segelschiff zu Orten mit Bedürftigen oder bedürftigen Umwelten mit wechselnden Passagieren – jeder muss zur Nachhaltigkeit beitragen – viele Firmen entsenden Gruppen und beteiligen sich finanziell an den Kosten.

events: Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Holger Leisewitz: Mein Herz schlägt für etwas, was blau ist – aus der Schwärze des Alls erkennbar als Juwel, leuchtend, faszinierend – unser Planet! Das ist die Destination, die Destiny, die Bestimmung. Unsere Erde bietet so viel, dass es unmöglich ist, aus diesem Facettenreichtum einen einzelnen Punkt herauszuheben.

events: Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Holger Leisewitz: Ich kenne so viele Hotels, die mir wirklich gefallen – es ist ja auch immer abhängig von der „Software“ – den Menschen, die diesem Hotel ein Gesicht geben. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich das Gefühl habe, aufgehoben zu sein. Unaufdringlich, freundlich, authentisch, sympathisch und natürlich. Hotelsprech und übertriebene Servilität sind mir ein Gräuel.

events: Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Holger Leisewitz: Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit zuliefernden Partnern zählen mit Sicherheit folgende Faktoren: Mitdenken – Kreativität – Zuverlässigkeit.

events: Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Holger Leisewitz: …die Branche – welch’ ein Thema. Leider hält 08/15 immer mehr Einzug – Schubladenprodukte – Kreativität häufig Fehlanzeige – nicht höher, schneller, weiter und uniform, sondern anders sollte die Richtung sein. Doch dazu bedarf es leidenschaftlicher Spezialisten, die ihre Ideen auch kommunizieren können. Google allein ist nicht die Antwort, humane Kreativität ist der Grundstock!

events: Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Holger Leisewitz: Ich bin mit offenen Augen und Ohren unterwegs und selektiere: junk – nice to know – need to know – important und essential!

events: Die Abendveranstaltung war lang …! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Holger Leisewitz: … the day after the night before. Ich begegne dem mit frühem Aufstehen und schnellstmöglichem Arbeiten mit dem Organ zwischen den Ohren … 😉 – let the good times roll!

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