"Als Generalist baue ich auf Expertise, Vertrauen und Sympathie!"

10 Fragen an den Corporate Eventplaner Tim Schmidt-Lange

Tim-Schmidt-Lange(Bild: Maurice Wilkerling)

Tim Schmidt-Lange ist Diplom-Freizeitwissenschaftler (Fachhochschule Bremen) und verantwortet als Head of Conference & Event Management seit 2010 den Bereich internationales Konferenz- und Event-Management bei Merz Pharmaceuticals, einem führenden Anbieter für ästhetische Medizin und Neurotoxin-Therapie in Frankfurt am Main. Zuvor war er von 2005 bis 2010 bei MCI Berlin als Projektleiter für die Organisation von wissenschaftlichen Kongressen und Industrieausstellungen tätig.

1. Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert

Tim Schmidt-Lange: Großartige Veranstaltungen leben von der Liebe zum Detail, keine Frage. Zumindest im Corporate-Umfeld sind Veranstaltungen ja kein Selbstzweck, insofern müssen sie sich visionär zuerst an der übergeordneten Strategie orientieren. Dafür wiederum braucht es natürlich Visionen und den Mut, neue Wege auszutesten. Allerdings: Wo Events die Markenidentität stärken sollen, ist auch Kontinuität ein Erfolgsfaktor.

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2. Woran arbeiten Sie gerade?

Tim Schmidt-Lange: Gerade habe ich die Gewerke für einen Corporate- Kongress in Kopenhagen ausgeschrieben und freue mich jetzt darauf, mit den Lieferanten an der Konzeption zu arbeiten. Außerdem klären wir gerade letzte Details für unseren Auftritt beim Weltkongress für Ästhetische Medizin (AMWC) in Monaco. Anfang April schlagen dort knapp zehntausend Dermatologen und Plastische Chirurgen für drei Tage ihr Quartier auf …

3. Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Tim Schmidt-Lange: Ein Messestandprojekt in Vancouver. Wir hatten entschieden, in Europa zu produzieren und nach Kanada zu verschiffen. Zunächst platzte der Termin für die reguläre Seefracht, danach auch die Express-Verschiffung. Schließlich musste unser Stand per Luftfracht auf die Reise gehen. Am Ende ist trotzdem wieder alles gut gegangen und wir hatten den wohl besten Messestand seit Jahren.

4. Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Tim Schmidt-Lange: Da denke ich gerne an unsere eigene Hochzeit am Bremer Weserdeich zurück: Der tolle Blick aufs Wasser, nur die engsten Freunde als Gäste, ein mitgebrachtes Buffet, eine selbstgemachte Hochzeitstorte und ein Freund mischt per Handy die Musik. Privat feiere ich am liebsten etwas improvisiert.

5. Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Tim Schmidt-Lange: Muss ich mich festlegen? Montreal hat mich sehr beeindruckt. Eine spannende Stadtentwicklung, tolle Tagungsmöglichkeiten und unglaublich angenehme Menschen. Auch für Wien schlägt mein Herz ganz besonders; im Mai steht wieder eine Vorreise an. Ich freue mich schon auf den Tafelspitz und einen Palatschinken im Café Diglas.

6. Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Tim Schmidt-Lange: Ich mag kleine historische Hotels. Das „Cour du Corbeau“ liegt mitten in der Altstadt von Straßburg und soll eines der ältesten Hotels in Europa sein. Im Innenhof schluckt das Fachwerk aus dem 16. Jahrhundert den Lärm der Straße einfach weg.

7. Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Tim Schmidt-Lange: Expertise, Vertrauen und Sympathie: Als Veranstaltungsplaner ist man ja meist als Generalist gefragt. Da beeindruckt mich sehr, was für ein tiefes Expertenwissen unsere Lieferanten in ihrem Fachgebiet haben. Vertrauen macht die Arbeit so viel einfacher und angenehmer. Sympathie natürlich auch – zumal wir ja zeitweise mehr Zeit mit Lieferanten als mit der eigenen Familien verbringen.

8. Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Tim Schmidt-Lange: So schnell ärgert mich eigentlich nichts. Aber wundern muss ich mich manchmal schon über unrealistische Prioritäten, oder wenn sich Kunden oder Gäste alle Möglichkeiten bis zum Vortag der Veranstaltung offen halten möchten.

9. Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Tim Schmidt-Lange: Überwiegend durch Fachmedien. Ich schätze gut recherchierte Berichte und eine differenzierte Betrachtung..

10. Die Abendveranstaltung war lang …! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Tim Schmidt-Lange: Ein paar Bahnen im Hotel-Pool, anschließend freue ich mich auf ein Frühstück mit Pancakes und Obstsalat. Spätestens nach dem ersten Espresso am Messestand ist der Tag wieder mein Freund. [4598]

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