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Ein nachhaltig zweites Leben:

Seecontainer als Multi-Jobber auf Messen & Events

Junkyard_FliegenderHollaender(Bild: Bloedorn Container)Ob als Lager, umgebaute Bar oder Messestand, der obendrein auch als Transportmittel dient, Seecontainer sind eine flexible und nachhaltig gute Wahl. Denn statt sie nach den Hochseeüberfahrten auszurangieren oder im schlimmsten Fall sogar leer an den Ursprungsort zurückzuschicken, können sie den Weg einer kreativen und nachhaltigen Weiternutzung gehen.

Sie kommen auf dem Seeweg aus China nach Deutschland – denn 98 Prozent aller Seecontainer werden in China hergestellt. Weltweit gibt es etwa 530 Millionen dieser Stahlboxen. Würde man sie aneinanderreihen, ergäbe sich eine Strecke, die zweimal um den Globus reicht. In einen 20-Fuß-Container könnte man z. B. 3.500 Schuhkartons laden. Bei entsprechender Pflege hält ein solcher Container 20 Jahre oder sogar länger. Nach der Hochseeüberfahrt beginnt für Seecontainer ihre eigentliche Reise als Multi-Jobber oftmals erst in Deutschland. Spezialisierte Containerunternehmen schicken die Stahlboxen von da an nur noch in und um Deutschland zu unterschiedlichen Einsätzen und nutzen die Container auch nachhaltig im Bereich Messe und Events.

Upcycling XXL

Junkyard Dortmund
Früher ein Schrottplatz, jetzt Event-Location mit upgecycelten Containern – JunkYard in Dortmund (Bild: Bloedorn Container)

In den vergangenen Jahren ist der Trend gewachsen, die praktischen Boxen mehrfach zu verwenden. Viele Privatleute sehen in den flexibel nutzbaren Quadern zum Beispiel eine alternative Möglichkeit für einen nachhaltigen Hausbau. Sie nutzen gebrauchte Seecontainer-Module und bauen sie zu Häusern um. Wahrer Meister des Upcycling und im Wiederverwenden ausrangierter Container ist Chris Brosky vom Dortmunder JunkYard. Das ehemalige Schrottplatzgelände verwandelte er in eine Kult-Location für Events. „Aus alten Seecontainern haben wir unsere Toiletten-Anlage und eine überlange Bar gebaut“, erzählt Brosky. Der kreative Kopf platzierte aber auch Autowracks auf den Containern und setzt sie mit der richtigen Beleuchtung gekonnt in Szene. „Für eine Museumsnacht baute er sogar einen Sechs-Meter-Seecontainer zu einem Minikino mit acht Sitzen um“, erzählt Björn Henkel von Bloedorn Container. Das Dortmunder Unternehmen nutzt das Kino nun weiterhin und vermietet es für Messen und Events.

Seecontainer als Messestand

Entwicklerkonferenz
Seecontainer als Messestände bei einer Entwicklerkonferenz (Bild: Bloedorn Container)

Im Bereich Messen und Kongresse sind Seecontainer immer häufiger im Einsatz. Wenn viel Material nahe an die Hallen geliefert und während der Event-Dauer gelagert werden muss, sind Container die idealen Begleiter. Mit Material beladen werden die Container einfach auf das Messegelände gestellt und schon haben Aussteller ein Außenlager in unmittelbarer Nähe. Manche Unternehmen nutzen die Container auch auf ihrer Standfläche. So z. B. die Agentur ottomisu communication GmbH. Insgesamt 29 Container nutzen die Experten für Live-Kommunikation im Januar 2020 bereits zum zweiten Mal als Messestände für eine Entwicklerkonferenz. Besonders geeignet für diesen Einsatz sind sogenannte „Open-Side-Container“, bei denen sich eine Seite über sechs Meter Länge komplett öffnen lässt. Die Besucher konnten in den Containern Neuheiten der Branche entdecken. Besonderes Highlight im Container war im vergangenen Jahr jedoch ein Gaming-Element: In einem Standard-Container verbaute die Agentur einen Escape-Room.

Von der Bühne bis zur Bar

Doch die Boxen können noch viel mehr. Ein Container wurde z. B. als Bühne für ein Open-Air-Event genutzt und von dort an den deutschen Kirchentag weitergeliefert, wo er einer von vielen Containerbausteinen einer Kiez-Kirche aus Seecontainern war. Später wurde er zum außergewöhnlichen Messestand, der sich darüber hinaus sogar noch als Transportmittel für das Messemobiliar eignete. Als Teil einer Lärmschutzwand hielt der Container dann Lärm von einer Großveranstaltung von Anwohnern fern und sorgte so für eine gute Nachbarschaft, um schlussendlich viele Jahre als umgebaute Bar in einer Event-Location als Hingucker zu dienen.

Mathias Weber, Geschäftsführer des Containerhandels Bloedorn Container, ist selbst immer wieder begeistert, wie vielfältig sich die Stahlboxen einsetzen lassen. „Wer glaubt, dass Seecontainer aufwändig nach Deutschland transportiert werden, um dann völlig verbeult hier anzukommen und ausrangiert zu werden, der irrt“, erzählt der Container-Experte. „Wir beziehen unsere Container direkt aus China, wenn sie hier ankommen, sehen sie aus wie neu und wir nutzen sie dann über viele Jahre für die unterschiedlichsten Zwecke.“ Die Container waren zum Beispiel schon als Bühnenbild auf einer 156 Meter hohen Theater-Halde im Einsatz. Bei der Oper der „Fliegender Holländer“ entstand aus 50 Seecontainern das Bühnenbild.

Empfang_Industriekultur
Empfangsbereich und Garderobe für einen Digitalgipfel – die Seecontainer passen perfekt in die industriekulturelle Kulisse. (Bild: Bloedorn Container)

Es geht aber auch weniger künstlerisch. Bei einem Digitalgipfel in Dortmund zierten Seecontainer zum Beispiel den Eingangsbereich für eine Abendveranstaltung. Auf einem ehemaligen Industriegelände dienten sie als Eingang und Garderobe und fügten sich perfekt in die industriekulturelle Optik ein. Der große Vorteil: Gleich am nächsten Morgen wurden die Container einfach wieder abtransportiert.

Praktisch: das Lego-Prinzip

Seecontainer lassen sich bis zu sechsfach stapeln. Wie Legosteine werden sie einfach aufeinandergesetzt und mit sogenannten Twistlocks im Handumdrehen fest miteinander verbunden. „So gesichert überstehen Container Überfahrten auf hoher See“, weiß Weber. Das macht die Boxen für den schnellen und unkomplizierten Transport so ideal. Mit dem Stapler auf den LKW geladen und passenden Schlössern gesichert, kann es direkt losgehen.

Um die Container möglichst effizient einzusetzen, werden die Einsätze so geplant, dass möglichst kurze Wege entstehen. Steht ein Container etwa in Osnabrück, wird er nicht erst zurück ins Lager nach Dortmund geholt, um irgendwann in Düsseldorf zum Einsatz zu kommen, sondern so lange in Osnabrück gelassen, bis der Einsatz in Düsseldorf starten kann. Die direkte Durchlieferung spart Kosten und natürlich gefahrene Kilometer.

www.bloedorn-container.com

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