Produkt: events Magazin 1/2020
events Magazin 1/2020
Sonderthema Nachhaltigkeit: Praktische Tipps zur Reduzierung des CO2-Footprints +++ Destinationen: Einladung nach Ras al Khaimah +++ Storytelling: Geheimwaffe oder überschätztes Instrument +++ BrandEx: Überzeugende Kommunikationsplattform
Wie geht das denn...?

Nachhaltige Event-Fotografie

Kamera
(Bild: Cock-Robin – pixabay)

Wie weit kann man es eigentlich treiben mit der Nachhaltigkeit, wie tief in die einzelnen Gewerke bei Veranstaltungen hineingreifen? Erstaunlich tief. Es gibt sogar „nachhaltige Fotografen“ für Bilder mit gutem Gewissen!

Simon Veith aus Köln ist so ein nachhaltiger Fotograf. Er fotografiert für nachhaltige Unternehmen und Organisationen Portraits, Reportagen und Werbung. Dabei arbeitet er umweltfreundlich und authentisch. Veith ist wie Sebastian Vettel in Heppenheim aufgewachsen, hat in Dänemark und Fulda studiert und sich nach einem Online-Studium in Foto-Design 2016 selbstständig gemacht. Seine erste große berufliche Angriffsfläche für das Thema Nachhaltigkeit waren Aufträge vom Kölner Colabor, das Coworking Spaces aber auch Event-Flächen anbietet. www.colabor-koeln.de

Mit Hilfe des Colabor und von „dasselbeingrün“ (www.dasselbe-in-gruen.de), einem nachhaltigen regionalen Wirtschaftsverband, ging es dann in die Selbstständigkeit.

Veith arbeitet und lebt möglichst CO2-frei und wählt auch entsprechend konsequent seine Kunden oder deren Themen aus. Konfrontiert man ihn mit der Frage, ob er sich der Aufgabe gewachsen fühle, einen Mercedes Benz Product-Launch mit 800 Gästen fotografisch kompetent zu begleiten, sagt er: „Klar. Aber nicht für Mercedes Benz.“ Hoppla! Er hatte sogar mal eine Anfrage von Coca Cola und hat sich gedacht: „Wie kommen die auf mich? Und vor allem: Wie kommen die darauf, dass sie von mir eine Antwort bekommen?“

Dabei hat er durchaus große Sachen fotografiert, unter anderem für B.A.U.M. e.V., für nachhaltig produzierende Textilfirmen und Modemessen und sogar bei der Weltklima-Konferenz in Bonn.

Ethik, und was manche darunter verstehen…

Auf seiner Homepage kann man lesen: „Gerne lichte ich auch Deine Veranstaltung, Deine Konferenz, Deine Messe oder Deine Jahreshauptversammlung ab. Wir erarbeiten vorher ein kurzes Konzept, in dem wir festlegen, ob das Event objektiv dokumentiert, subjektiv fotografiert oder gar eine bestimmte Geschichte erzählen soll („Storytelling“). Worin die Unterschiede liegen, erkläre ich Dir gerne bei einem persönlichen Gespräch.“ Das klingt sorgfältig, achtsam.

Portrait_Simon Veith
Simon Veith

Was ihn richtig fuchst: Wenn öffentlich als nachhaltig gerierende Unternehmen heuchlerisch unterwegs sind. So wie beispielsweise der Anbieter von grünem Strom, der ihn angefragt hatte und sich dann letztendlich für einen etwas billigeren und nicht nachhaltigen Fotografen entschieden hat. Es ist eben immer noch wie bei Bertolt Brecht: Erst kommt das Fressen und dann die Moral.

Dabei will Veith nicht missionieren. Er ist ein ruhiger und bescheidener Mensch. Aber das Streben nach Nachhaltigkeit ist für ihn alternativlos. „Studien sagen, dass man ab 2050 nicht mehr ohne Klimaanlage leben kann, dass die Produktion stark zurück geht wegen großer Hitze (Die letzte Dekade war die wärmste Dekade, die wir je hatten, mit Wärme-Rekorden in 9 von 10 Jahren) – was will man da noch fragen oder zögern?“ Er weiß aber auch, dass jeder selbst zu dem Thema hinfinden muss und zwar durch intrinsische Motivation. Jedwedes Aufoktruieren hält er für den falschen Weg.

Veith will sich bewusst nicht in den Mainstream der „coolen Fotografen“ einreihen und vermittelt daher auch auf seiner Homepage nichts als – Inhaltlichkeit!

Simon Veiths grüner Fußabdruck

  • Die Buchhaltung läuft über den Web-Service LexOffice, Rechnungen werden ausschließlich digital verschickt.
  • Zusammenarbeit mit der „grünen“ GLS Bank, die sozial-ökologische Geldanlagen und nachhaltige Unternehmen und Projekte finanziert.
  • Jeder Kreative braucht professionelles Werkzeug: Kamera, Stativ, Objektive, Licht. Qualität sowie Aktualität sind wichtig, um hochwertige Ergebnisse zu liefern. Veith arbeitet mit Sony-Kameras, Zeiss-Objektiven, Rollei-Stativen aus Deutschland, Licht-Anlage von Multiblitz aus Köln sowie mobilem Licht von Metz. Vorzugsweise regionale Produkte und nachhaltige Produktion.
  • Mobilität mit Achtsamkeit: Veith achtet darauf, gar keine oder möglichst wenig CO2-Emissionen zu verursachen. Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, Erdgas-Kleinwagen mit sehr geringem Verbrauch oder klimafreundliches Car-Sharing von Cambio. Im Zweifelsfall Ausgleich des CO2-Verbrauchs bei atmosfair. Übernachtung wo immer möglich in Bio-Hotels.
  • Gestaltung der Homepage mit WordPress und 100% CO2-freies Webhosting von All-Inkl.. Endprodukte werden digital über die professionelle Online-Galerie Picdrop verschickt, deren Server auch grün laufen.
  • Nutzung nachhaltigen Öko-Stroms von Greenpeace Energie (100% Öko-Strom, Politischer Einfluss sowie Reinvestitionen in eigene Anlagen).
  • Veganer Lebensstil, bio-regional und Rettung von Lebensmitteln bei The Good Food. Einsatz für Tierrechte und Fördermitglied von Animal Equality e.V..
  • Leben und Arbeiten nach dem Gleichstellungsprinzip

Mehr Infos unter www.simon-veith.com

Produkt: events Magazin 1/2020
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Sonderthema Nachhaltigkeit: Praktische Tipps zur Reduzierung des CO2-Footprints +++ Destinationen: Einladung nach Ras al Khaimah +++ Storytelling: Geheimwaffe oder überschätztes Instrument +++ BrandEx: Überzeugende Kommunikationsplattform

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