Produkt: events Magazin Digital 04/2015
events Magazin Digital 04/2015
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Livestreaming 4.0

Leistungsfähiges Kommunikationstool – nicht nur in Krisenzeiten

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(Bild: OSK)

Alle anstehenden Meetings, Veranstaltungen und Groß-Events sind aktuell abgesagt. Für den Austausch in Teams und kleinen Gruppen gibt es zahlreiche Lösungen, die Videokonferenzen in optimaler Qualität ermöglichen. Doch was ist mit größeren Veranstaltungen? Momentan, aber auch in der Zeit nach Corona, sind schnell umsetzbare und begeisternde virtuelle Live-Kommunikationsformate gefragt – als Alternative zu realen Pressekonferenzen, Tagungen, Messeshows und Events.

Nach der kurzfristen Absage des Genfer Automobil-Salons waren schnelle Lösungen gefragt, um Kunden, Partner und Medien dennoch zu erreichen. Ad hoc verlagerten viele Aussteller ihre Produktvorstellungen und Weltpremieren auf ihre eigenen digitalen Kanäle ins Netz. Die Umsetzungen waren dabei zum Teil sehr unterschiedlich in punkto Format, Herangehensweise, Location, Stil und Kanalauswahl – von vorproduzierten Videos über Handykamera-Streams via Social Media bis hin zu hochwertig produzierten Livestreams aus dem professionellen Studio. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber was macht eine gute digitale Live-Kommunikation wirklich aus?

Mehr als eine Verlagerung der Location ins Digitale

Die Basiszutaten sind dabei erst einmal die gleichen, wie bei einem klassischen Event vor Livepublikum: Spezialisten mit Herzblut bereiten den richtigen Content für die richtige Zielgruppe in der richtigen Art und Weise auf – mit Hingabe und größtmöglicher Wertschätzung für das Publikum. Das macht eine Veranstaltung überzeugend. Genauso verhält es sich bei einem digitalen Erlebnis.


„Der rein technische Stream allein erreicht nicht viel. Das große Ganze zählt: eine überraschende und doch intuitive User Experience, die auf bekannten und beliebten Kanälen realisiert wird. Die einzelnen Nutzer-Funktionen und die Content-Vermittlung sollten ebenso optimiert und ausgefeilt sein, wie die Erlebnisfaktoren eines realen Events.”


Zum Teil haben Veranstalter bisher beim Streaming einfach nur „die Location geändert“, also das Netz als Ort für Pressekonferenzen, Weltpremieren und Live-Auftritte gewählt und dann die Inhalte als Bewegtbild übertragen. Damit bleibt man jedoch hinter den technischen und konzeptionellen Möglichkeiten digitaler Live-Kommunikation zurück und läuft Gefahr, Zuschauer und Teilnehmer zu enttäuschen. Das gilt besonders für spezielle und anspruchsvolle Zielgruppen wie Medien, Investoren und allgemein für die B2B-Kommunikation. Gerade in der digitalen Informationsflut müssen Inhalt, Format und technische Umsetzung absolut überzeugend sein. Digitale Live-Kommunikation ist nicht zwingend teuer und aufwendig. Sie kann aber nur dann wirkungsvoll sein, wenn man ihr genau so viel Aufmerksamkeit entgegenbringt wie einer klassischen Live-Kommunikation.

Best Practice: Mercedes me media

Ein modernes Tool für virtuelle Live-Kommunikation, das Nutzer wirklich begeistert, gleicht einem digitalen Content-Hub. Alle Materialien sind sofort verfügbar und individuell aufbereitet. Die Informationstiefe ist enorm, doch Filter und die UX sorgen dafür, dass der User sich gut zurechtfindet. Damit überholt die digitale Alternative die echte Messe sogar in manchen Punkten. Während Journalisten, Blogger und andere Multiplikatoren auf Messen selbst Notizen anfertigen, Fotos schießen, Informationen recherchieren und auf wunden Füßen gestresst von Termin zu Termin hetzen, werden via Content-Hub alle Inhalte gebündelt angeboten.

Ein Beispiel für eine solche Plattform ist „Mercedes me media“. Das (von Mercedes-Benz, OSK und seiner Digitaltochter OSK Berlin gemeinschaftlich entwickelte) innovative Tool für Live-PR bietet Journalisten und anderen Usern ein komplettes Service-Paket und holt sie trotz räumlicher Trennung direkt und authentisch ins Geschehen. Nach der Absage des Genfer Automobil-Salons realisierte Mercedes-Benz über „Mercedes me media“ eine digitale Live-Pressekonferenz mit einer moderierten Produkt-Präsentation inklusive Interviewsequenzen und Einspielern. Die Service-Vorteile: Teilnehmer können auf dieser Plattform wie Regisseure im TV-Studio selbst auswählen, welche Kameraperspektive sie bevorzugen, hochauflösende Fotos vom Livestream erstellen, das komplette Redemanuskript der Präsentatoren einsehen und so parallel während des Live-Streams bereits an ihren Beiträgen arbeiten.

Mercedes-Benz setzt, unabhängig von Coronavirus und Genf, bereits seit 2017 auf die technologischen Möglichkeiten von Mercedes me media. Unter anderem präsentierte der Premiumhersteller dort 2019 den neuen Mercedes-Benz GLA zum ersten Mal bei einer rein digitalen Weltpremiere ohne Live-Publikum und kombinierte das virtuelle Erlebnis zusätzlich mit anschaulichen Augmented Reality-Elementen.

Diversity und Content sind King

Moderne und leistungsfähige Software-Lösungen ermöglichen heute digitale Live-Kommunikation, die durchaus begeistern kann. Professionelle Nutzer wie Journalisten und Medienproducer erhalten weiterführende und vertiefende Informationen in den unterschiedlichsten Formen und Formaten. Diese Tools geben Inhalten einen individuellen Kontext – auf der eigenen unternehmens­spezifischen Plattform, in der passenden Umgebung, multimedial und in Top-Qualität. Zusätzlich gibt es im Idealfall Download- und Magazinbereiche, hochwertige Fotos von Protagonisten und Produkten, Filmsequenzen, aufbereitete Zitate – oder ganze O-Töne aus Transkripten – sowie detaillierte Factsheets.

Diese Vielfalt des Contents bietet nicht nur eine ideale Arbeitsgrundlage für professionelle Nutzer, sondern berücksichtigt auch die native Einbindung der Inhalte auf den jeweiligen Kommunikations­kanälen der Stakeholder. Egal ob daraus ein Blogartikel, ein Post, ein TV-Beitrag oder ein Zeitungsbericht wird – die vielfältigen Content-Bausteine bilden die optimale Basis.

User Experience is Queen

Neben dem Content ist das Nutzer­erlebnis entscheidend. Eine intuitive und stringente Bedienoberfläche ist bei digitalen Plattformen für Live-Kommunikation unverzichtbar – ganz unabhängig davon, ob die Nutzer mit einem stationären oder mobilen Endgerät auf die Plattform zugreifen. Denn die User sind oft unterwegs oder arbeiten – wie in der aktuellen Situation – von zu Hause aus.

Auch interaktive Elemente sind von großer Bedeutung: Ist es möglich, individuelle Untertitel im Livestream einzublenden? Gibt es eine weiterführende Informationsebene, über die Nutzer mehr über das Produkt und den Entstehungsprozess erfahren?

Weitere Kriterien für eine überzeugende Usability sind: verschiedene Perspektiven im Livestream, Such- und Filterfunktionen für Content sowie die Möglichkeit, Inhalte einfach per Share-Button auf weitere digitale Plattformen zu verlängern.

Die Wünsche der Nutzer verstehen

Am Ende möchte auch virtuell niemand Gast auf einer fremden Party sein, sondern die Rahmenbedingungen und Details selber bestimmen. Das heißt, dass der Nutzer entscheidet, wann und wo er einen Inhalt konsumiert. Selbst die Inhalte und Perspektiven möchte er teilweise selbst wählen. Auch diese Personalisierung entspricht letztendlich den Möglichkeiten einer realen Veranstaltung: Auf Konferenzen wählt der Nutzer aus, was er hören möchte. Bei Konzerten entscheidet der Besucher, wo er sitzt. Das heißt, auch hier muss sich das digitale mit dem echten Erlebnis messen lassen können.

Unternehmen, die jetzt auf professionelles Livestreaming setzen, können auch in Zeiten, in denen keine realen Veranstaltungen möglich sind, Kunden und andere Stakeholder erreichen und von ihren Produkten und Themen überzeugen. Wichtig ist, dabei die maßgeblichen Qualitäts­kriterien zu beachten und eine überzeugende digitale Plattform zu nutzen. Doch auch in Zukunft werden diese Technologien die Kraft haben, Nutzer zu begeistern. Virtuelle Experiences unterstreichen einerseits die digitale Transformation von Unternehmen und andererseits die vielen Potenziale, die Livestreaming-Plattformen für moderne Kommunikation bereithalten.

Über den Autor

OSK-Rafael Bolte

Rafael Bolte ist seit 17 Jahren in diversen Positionen bei OSK tätig. Am Kölner Standort leitet er ein Team, das für Kunden ein breites Spektrum an Kommunikations­maßnahmen abdeckt: von PR über Vertriebs­kommunikation bis hin zu Social Media und Live-Events. Außerdem ist er seit Sommer 2018 Standort­leiter von OSK Berlin, der Digitaleinheit von Oliver Schrott Kommunikation. Er entwickelt mit einem 25-köpfigen Team Websites, Apps, UI/UX, Chatbots, AR-Anwendungen und komplexe Kommunikations­plattformen.

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