Produkt: events Magazine 04/2018
events Magazine 04/2018
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Öffentliche 0G-Netze im Eventbereich:

In der Digitalisierung der Event-Wirtschaft steckt noch viel Potenzial!

Gullydeckel_RFID(Bild: MichaelGaida - pixabay)Die Digitalisierung eröffnet dem Event-Bereich viele neue Möglichkeiten. Einfache Dinge an das Internet anzubinden – vom Personen-Tracker bis hin zum Feuerlöscher – war jedoch bislang aufgrund eines zu hohen Energieverbrauchs und zu hoher Kosten nicht die gängige Praxis. events sprach mit Aurelius Wosylus, Chief Sales Officer bei Sigfox Germany, über die Verfügbarkeit des öffentlichen und global verfügbar werdenden 0G-Netzes (Null-G-Netz) von Sigfox, das genau dieses Problem aus der Event-Welt schaffen will.

Veranstalter übernehmen zahlreiche Pflichten: Sie müssen einen oft engen und dicht getakteten Zeitplan einhalten, das gesamte Equipment muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und sowohl Akteure wie Besucher sind zu leiten und zu schützen. Die Digitalisierung kann in all diesen Bereichen wertvolle Aufgaben übernehmen. Eine umfassende Digitalisierung ist jedoch nur umsetzbar, wenn Kosten und Energieverbrauch in Schach gehalten werden können. Zum einen ist es nämlich nicht möglich, z. B. smartgemachte Drängelgitter oder Zaunelemente wie ein Handy quasi täglich aufzuladen. Zum anderen möchte auch niemand teure Handy-Tarife bezahlen. An dieser Energie- und Kostenverbrauchsschraube drehen deshalb die neuen öffentlichen 0G-Netze (wie das von Sigfox), die mit Nachrichtengrößen von bis zu 12 Byte über Schmalbandtechnologien sehr effizient funken. 140 Nachrichten am Tag sind in diesem 0G-Netz möglich – genug, um Orts- und Zustandsmeldungen alle 10 Minuten zu übermitteln oder im Event-Fall in Echtzeit eine Alarmmeldung abzusetzen. Dabei benötigt die 0G-Datenübermittlung kaum Energie, sodass selbst mit preiswerten Mignonbatterien eine sehr lange Laufzeit erreicht werden kann.

Zaunelemente_Absperrung
Versieht man Zaunelemente oder Drängelgitter mit Bewegungssensoren, die 0G-Netzanbindung haben, kann man deren Öffnung oder das Überklettern auch ohne persönliche Sichtkontrolle jederzeit detektieren. (Bild: webandi - pixabay)

Funkende Teilnehmerausweise

Ein System des Herstellers LITE-ON, das diese neue 0G-Konnektivität bietet und zugleich auch ganz unkompliziert einzusetzen ist, hat Anfang des Jahres während der Special Olympic World Games in Abu Dhabi den hohen Nutzen solcher Schmalbandnetze demonstriert. Um mehr Sicherheit für die Athleten mit Handicap zu gewährleisten, nutzten die Organisatoren erstmals Tracker mit Funk-Konnektivität über das neue 0G-Netz. Das Netz des französischen Unternehmens Sigfox ist auf eine äußerst energieeffiziente Datenübertragung ausgelegt und befindet sich derzeit weltweit im Ausbau. Jeder der 10.000 Athleten und Delegierten erhielt – sein Einverständnis vorausgesetzt – einen speziell angefertigten, etwa scheckkartengroßen Personen-Tracker.

In den Vorjahren hatten sich immer wieder Athleten verirrt und konnten teilweise erst nach langer Suche gefunden werden. Die IoT-Lösung dagegen setzt automatisch alle zehn Minuten eine Positionsmeldung ab und ermöglicht zusätzlich einen direkten Hilferuf mit Positionsangabe über einen integrierten Not-Button auszulösen. Eine auf bis zu vier Monate Dauerbetrieb ausgelegte Batterie – und das ist für Sigfox-Technik eine sehr kurze Lebensdauer! – garantierte, dass jedes Gerät während der Olympiawoche auch stets sicher funktionierte. Der Erfolg: Von fünf vermissten Personen konnten vier innerhalb von 20 Minuten gefunden werden. Der fünfte Sportler dagegen erst nach 24 Stunden – er hatte seinen Sigfox-Tracker im Hotelzimmer vergessen.

Von der Equipment-Box bis zum Gullydeckel alles überwachen

Die Bewegungen von Akteuren und Gästen einer Veranstaltung im Blick zu behalten, ist aber nur eine der Optionen, die das IoT-System bietet. Für zahlreiche weitere Anwendungen in der Event-Organisation sind smarte IoT-Anbindungen über 0G-Netzwerktechnologie sinnvoll. Paletten und Gitterboxen für Equipment können genauso an das IoT angebunden werden wie auch teures Equipment, das in diesen Ladungsträgern steckt. Nahezu jeder Ausrüstungsgegenstand von der PA über Scheinwerfer bis hin zum Feuerlöscher kann so über seinen Zustand und Aufenthaltsort Auskunft geben: Je nach Bedarf in unterschiedlichen Präzisionsstufen. Eine kilometergenaue Angabe erfolgt alleine über das 0G-Funksignal, mit einem einfachen WLAN-Sensor sind die Ortsangaben auf rund 30 bis 300 Meter genau und über GPS-Sensoren wird bis auf den Zentimeter genau geortet. Ergänzend kann man Tracking-Funktionen jederzeit mit weiterer Sensorik kombinieren, die beispielsweise Bewegungs- oder Temperaturangaben erfassen. Damit können bei Events mit höchsten Sicherheitsstufen wertvolle Informationen automatisch weitergegeben werden, etwa wenn ein Öffnungssensor in Echtzeit meldet, dass der im Vorfeld eines Staatsbesuchs versiegelte Gullydeckel geöffnet wurde. Die gleiche Basistechnologie kann man in jedem Ding verbauen, das nur einmal eine Öffnung detektieren soll und damit wie ein Siegel funktioniert. Beispielsweise auch die Kiste, in der der „Goldene Bär“ der Berlinale steckt. Auch sie könnte sich eigenständig melden, wenn sie unerlaubt geöffnet wurde. Das Gleiche gilt für Absperrungen und Zäune: Hier können 0G-Sensoren sofort Alarm schlagen, sobald sie auffällige Materialbewegungen detektieren. Auch das extrem diebstahlgefährdete Event-Equipment kann auf dem Gelände, im Lager, während des Transports und auch nach einem Diebstahl mit 0G-Trackern noch geortet werden. Alternative lokale Funknetzwerke, die nur in der Event-Zone aufgebaut werden, können diesen Nutzen niemals erfüllen. Zudem entsteht bei einem öffentlichen Netz kein Aufwand für die Installation und den Betrieb des Netzes. Man muss also lediglich den smarten 0G-Sensor anschaffen und in Betrieb nehmen.


Sensoren, die in die IoT-Cloud funken, melden Gefahren zuverlässig in Echtzeit und mit wenig Aufwand, z. B. wenn ein versiegelter Gullydeckel beim Staatsbesuch geöffnet wird.


Nachhaltig: Jahrelanger Betrieb ohne Batteriewechsel

Dank des geringen Energieverbrauchs bei der Datenübertragung über 0G ist die wartungsfreie Einsatzzeit der Geräte extrem lang, da oft über Jahre hinweg kein Batteriewechsel nötig ist. Das macht solche Lösungen nicht nur extrem günstig im Unterhalt, sondern auch besonders nachhaltig und so tragen sie dazu bei, dass mit geringem Aufwand eine große Wirkung erzielt werden kann. Etwa, wenn bei Rock am Ring adaptive Ultraschall-Sensoren alle paar Minuten den Füllstand von Mehrwegfässern (Kegs) ermitteln und damit zuverlässig den Nachschub von Getränken aufrechterhalten. Ähnlichen Nutzen kann man auch mit Füllstandmessern in Chemie-Toiletten erzielen. Besseren Service und damit eine höhere Wohlfühlqualität bei Outdoor-Veranstaltungen liefern auch optische Sensoren, die melden, wenn Abfallbehälter voll sind.

Mobile Toilette_Dixiklos
Haben Chemie-Toiletten Füllstandmesser mit 0G-Netzanbindung, können sie justin-time geleert werden. (Bild: umma - pixabay)

Alle beschriebenen Lösungen sind technisch bereits verfügbar und können von Herstellern und Service-Anbietern des Event-Bereichs nun auf den Bedarf für Veranstalter angepasst werden. Neue Geschäftsmodelle sind hier das große Schlagwort und mit der Verfügbarkeit von 0G-Netzen versteht man nun auch, welche Dimension das Megathema Digitalisierung mit sich bringt. Milliarden von Devices lassen sich so nämlich an das Netz für die Dinge anbinden. Es steht also zu erwarten, dass zukünftig sowohl Hersteller als auch Service-Anbieter sehr viele neue 0G-basierte Lösungen mit IoT-Anbindung auf den Markt bringen werden. Das Netz ist nämlich schon da. Knapp 85% Netzabdeckung hat es schon heute in Deutschland in der Fläche erreicht, wird kontinuierlich weiter ausgebaut und ist international bereits in 60 Ländern verfügbar.

Die Verfügbarkeit des Netzes ist erst der Anfang …

In der Entwicklung ist zudem eine 0G-Sensortechnologie, die auch an Eintrittsarmbändern oder Papier-Tickets zum Einsatz kommen könnte. Funktionieren soll diese Anbindung durch aktivierende Funkwellen, die von einer Sigfox- Basisstation versandt werden. Deren Energie liefert dem Sensor die notwendige Energie, eine Sigfox-Nachricht zurückzusenden. Obwohl dieses Arbeitsprinzip ähnlich wie bei RFID ist, gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied: Die Reichweite ist deutlich größer. Aktuell ist der Netzbetreiber, der in München sein Büro für Deutschland betreibt, auf der Suche nach einem Entwicklungspartner aus dem Event-Bereich, der diese Entwicklung in einem Projekt gemeinsam mit Sigfox zur Serienreife bringen möchte. Der Nutzen: Ortung aller Teilnehmer überall für noch geringere Kosten, denn die Elektronik kostet heute rund 2 Euro für die Funkverbindung mit dem System von LITE-ON. Die Sensorik für das Eintrittsarmband soll aber nur noch wenige Cent kosten!

Weitere Infos unter www.sigfox.de

Produkt: events Magazine 03/2018
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