Produkt: events Magazine 01/2019 Digital
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Auch nach Corona ein gutes Mittel der Wahl

Digitalisierung von Events mittels Live-Streaming

Livestreaming_Habegger(Bild: Steven Volkart)Normalerweise ist im Frühling Hochsaison für die Veranstaltungswelt, doch 2020 ist alles anders. Wie viele andere Dienstleister der Live-Kommunikationsbranche ist auch die Firma Habegger aus Regensdorf von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie betroffen. Anstelle großer Bühnen bespielt sie daher nun virtuelle Schauplätze – eigentlich hätten jetzt die Vorbereitungen für das UEFA Champions League Finale, die Eishockey-WM, Musikfestivals und Generalversammlungen laufen sollen.

„Das Veranstaltungsverbot durch das Coronavirus fühlte sich für uns an wie eine Vollbremsung bei Tempo 200 und leider werden wir wohl noch länger keine Entspannung spüren“, erklärt Jürg Schwarz, CEO der Habegger AG. Über 300 Absagen oder Verschiebungen von kleineren und größeren Veranstaltungen musste die Firma in den vergangenen Wochen hinnehmen. Die Folge: Einbußen von bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes und Kurzarbeit für die rund 130 Angestellten. Die Krise einfach aussitzen, kann und möchte das Unternehmen jedoch nicht.

Schon vor der Krise hatte Habegger sich mit der Digitalisierung von Veranstaltungen auseinandergesetzt. Mit der dabei aufgebauten Kompetenz können nun Generalversammlungen ohne die physische Anwesenheit der Aktionäre stattfinden. Mittels Streaming werden die für die Zielgruppe aufbereiteten Inhalte live ausgestrahlt. Das eigene Livestream-Studio am Unternehmenshauptsitz in Regensdorf kann auf Kundenwunsch auch für Presseveranstaltungen, Mitarbeiterinformationen, Kundenevents und Konferenzen mit internationaler Liveschaltung genutzt werden.

„Das Wichtigste für uns ist, dass ein digitaler Event einem Live-Erlebnis nahe kommt. Hierzu braucht es mehr als eine Kamera und einen Webstream“, so Schwarz. Das Zusammenspiel zwischen Inhalt, dramaturgischen Mitteln und Interaktion mit dem virtuellen Publikum sei unerlässlich, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen und sie schließlich zu Markenfans zu machen.

Livestreaming-Studio_Habegger
Livestream-Studio, Habegger AG, Regensdorf (Bild: Steven Volkart)

Das 53 qm große Livestream-Studio kann dem individuellen Unternehmensbranding angepasst und flexibel modelliert werden. Es verfügt über mehrere LED-Screens sowie 36 Moving Lights für optimale Lichtverhältnisse. Dank dem Einsatz von bis zu vier Kameras gleichzeitig, können für die virtuellen Zuschauer verschiedene Perspektiven dargestellt werden. Zur Verfügung stehen außerdem ein separater Regieraum mit Einblick ins Studio und weitere Räume für Maske, Produktion, Besprechungen und Simultanübersetzungen. Der Newsroom bietet zusätzlich einen Arbeitsplatz zum Streaming und der Zuschaltung von interaktiven Tools und Content.

Reale und virtuelle Welt vermischen sich

Habegger geht davon aus, dass die Digitalisierung auch nach der Aufhebung des Veranstaltungsverbots ein Thema bleiben wird. „Die Digitalisierung bietet Veranstaltern die Möglichkeit, vor und nach dem Live-Event mit der Community zu interagieren. Events könnten durch eine zusätzliche digitale Übertragung eine höhere Wertschöpfung erzielen und neue Geschäftsmodelle eröffnen“, sagt Schwarz. Ähnlich wie im Sport-Pay-TV könnten Events zusätzlich kostenpflichtig an ein virtuelles Publikum ausgespielt werden. Durch die Masse der digitalen Teilnehmer würde das physische Event mitfinanziert werden. Schwarz: „Stellen Sie sich vor, Sie könnten für nur fünf CHF an einer Konferenz teilnehmen, an der Elon Musk referiert. Digital und vom Sofa aus. Verlockend, nicht?“ Eine Krise sei auch immer eine Chance für die Branche, um sich weiterzuentwickeln. Nichtsdestotrotz bleibe das physische Event unersetzlich. „Die Menschen haben ein großes Bedürfnis nach gemeinsamen, physischen Erlebnissen. Die Emotionen, welche die kreischenden Zuschauer erzeugen – das lässt sich nicht in die virtuelle Welt übertragen“, ist sich Schwarz sicher. So werden Live-Veranstaltungen infolge von Corona nicht verschwinden, aber vielleicht werden sie zusätzlich etwas digitaler.

Hybride Events und “Digital Twin” könnten in Zukunft wertvoll sein

Schwarz ist überzeugt, dass der digitale Samen für eine neue Meetingkultur bereits zu sprießen begonnen hat und sich vor allem Formate durchsetzen werden, die das reale Event mit der virtuellen Welt am besten verbinden. Beispiele hierfür seien z. B. hybride Events, Veranstaltungen die physisch stattfänden, aber gleichzeitig auch virtuell gestreamt würden, sowie das Format „Digital Twin“ – auch hier gibt es eine physische und virtuelle Austragung. Vorteile digitaler Live-Kommunikation seien u. a., dass ein Großteil der Veranstaltungen oder Konferenzen ohne lange Vorlaufzeiten und ortsunabhängig realisiert werden könnten. Ein positiver Nebeneffekt sei zudem, dass ein solches Event durch den geringeren Aufwand wirtschaftlicher sei und sich je nach dem auch CO2-Emissionen reduzieren ließen.

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