Produkt: Kostenloser Download: Alternative Veranstaltungsformate
Kostenloser Download: Alternative Veranstaltungsformate
World Café? Fish Bowl? Oder Brownbag? Unser Download liefert Ihnen die wichtigsten Informationen über alternative Veranstaltungsformate!
Cultural Change:

Begegnung braucht Mut

Werbeplakat: Mutwillig geile Ideen(Bild: Vogelsänger Studios)

Wir leben in Zeiten des Wandels. Sei es die Arbeitswelt, das traditionelle Rollenverständnis mit Gender Shift oder das Menetekel eines Clash of Cultures: Die Veränderungen scheinen disruptiv. Live Kommunikation ist aber immer Ausdruck eines respektvollen Umgangs zwischen Menschen, die trotz unterschiedlicher kultureller Erfahrungen den Konsens suchen. Das geschieht zunehmend in neuen Formen der Begegnung. 

Es gilt, das alte Prinzip des wahren Dialogs neu zu interpretieren. Augenhöhe und Respekt vor kulturellen Besonderheiten sind dabei nur ein Aspekt, der die zwischenmenschliche Kommunikation und hier speziell die Meta-Ebene betrifft. Die Teilnehmer werden generell weiblicher, jünger, internationaler, technikaffiner, „digitaler“ und anspruchsvoller und sie sind in ihrem Kommunikationsverhalten deutlich fortgeschrittener als vorhergehende Generationen. Die Antwort darauf: Meeting Architecture!

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Veranstaltungsformate werden partizipativer!

Aufgeregte Business Menschen(Bild: digitalskillit1 - fotolia.com)

Alternative Veranstaltungsformate boomen. Sie verlangen Mut vom Organisator, denn alte Tagungsgewohnheiten werden teilweise auf den Kopf gestellt. Partizipation und Involvement heißen die Ziele. Dr. Christina Buttler leitet bei MCI Deutschland als Director Experience Development den Fortbildungsveranstalter MCI Academy und gibt einen kurzen Einblick:

„In so genannten „Unkonferenzen“ oder „Bar-Camps“ werden Teilnehmer zusätzlich weit über die reine Interaktion eingebunden. Diese Veranstaltungsformate weisen einen deutlich höheren Freiheitsgrad auf, weswegen ihre Planung besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Sie einzusetzen bedingt durchaus auch etwas Mut von Seiten des Veranstalters, denn Freiheitsgrade bedeuten gleichzeitig, dass die gewohnte Planung mit Excel-Tabellen und Checklisten nicht mehr funktioniert. Offene Formate bedingen auch eine Offenheit in der Konzeption und die Bereitschaft, die Ergebnisse wichtiger zu nehmen, als den Prozess, der zu diesen Ergebnissen führen soll. Und von Seiten der beratenden Agentur braucht es die Erfahrung, die Formate so zu steuern, dass Offenheit und Freiwilligkeit nicht zum Chaos führen, sondern im Gegenteil zu strukturierten Ergebnissen. Ein Barcamp also ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden.“

Andere Formate sind Brown Bag Session, Fishbowl, Slam, Pecha Kucha, Ignite, Speed Geeking oder Elevator Pitch – zusammenfassen, vortragen oder begeistern in 60 Sekunden. Bereits gut etabliert ist das Format „World-Café“, bei dem sich Teilnehmer in kleineren Gruppen mit einer definierten Fragestellung auseinandersetzen und sich dazu austauschen. Die Gruppe hat einen Experten als „Gastgeber“, der aber nicht als Experte auftritt, sondern moderiert, Input gibt und Arbeitsergebnisse zusammenfasst. Lediglich Opening- und Closing-Sessions verlaufen noch plenar.


Anja Osswald, phocus brand contact GmbH &Co.KG , Nürnberg:

„Meetings und Events werden multinationaler, mehr noch: Sie sind es längst. Allerlei Stolpersteine liegen allerdings auch in den Bereichen Diversity, Inklusion oder Gender Correctness auf den glatten Bühnen der Inszenierung gut versteckt herum. Es bedarf erfahrener und spezialisierter Dienstleister, um den Transmissionsriemen Live- Kommunikation so zu gestalten, dass der Erfolg nicht durch interkulturelle oder soziale Fauxpas gefährdet wird.“


Gamification – eine von vielen neuen Formen der Inszenierung

Hinter dem Trendbegriff verbirgt sich die Idee, Spielelemente in einen spielfremden Kontext zu transferieren, beispielsweise in eine Veranstaltung. Ganz speziell auch in Tagungen und Seminare. Gamification ermöglicht es, komplexe Inhalte spielerisch und einfach darzustellen. So können Teilnehmer Zusammenhänge schneller und einfacher verinnerlichen und Produktbeziehungen spielerisch herstellen. Zu den wichtigsten Prinzipien gehört es, an die menschlichen Instinkte zu appellieren (Erfolgsgefühl, Anwendung der Kreativität, Knappheit, Neugier, Epik usw.), die normalerweise in den erfolgreichsten Videospielen enthalten sind.

Ein Beispiel aus dem Teilbereich „Enterprise Gamification2: Bei der App Bayercareer vom Großkonzern Bayer handelt es sich wie bei der Microsoft-Anwendung um ein echtes Spiel. Dabei treten zwei Spieler nach dem Prinzip der Sendung „Wer wird Millionär“ gegeneinander an und konkurrieren um ihr Wissen über den Pharma- und Chemiekonzern. Mit dem Spiel verfolgt Bayer natürlich einen Zweck: Die App vermittelt allen Teilnehmern Wissenswertes zur Geschichte der Firma und ganz nebenbei ein positives Image. Darüber hinaus können sowohl Mitarbeiter, als auch Bewerber damit spielen. Letztere setzen sich also schon vor ihrem Einritt spielerisch mit dem Unternehmen auseinander.

Derlei partizipative Formate sind vielen Veranstaltern gerade wegen der gefühlten „Unplanbarkeit“ nicht ganz geheuer. Sie behalten deshalb „bewährte“ Formate bei, gehen lehrbuchhaft die Checklisten bekannter Abläufe durch und verbuchen es als Erfolg, wenn eine Veranstaltung in geordneten Bahnen verläuft. Das ist langfristig riskant, denn die Ansprüche, das Verhalten und die Bedürfnisse der Teilnehmenden ändern sich. Vermeintlich Bewährtes verliert an Akzeptanz und Relevanz. Mut zu Neuem zahlt sich aus!

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Produkt: events Magazine 03/2018
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