Die nächste Revolution:

Automatische Gesichtserkennung bei der Einlasskontrolle

Gesichtserkennung-Facial-Recognition-Einlasskontrolle(Bild: Artem – Fotolia)

Nur ein Blick, eine Geste reicht aus und schon weiß das System mithilfe von Facial Recognition, ob das Veranstaltungsprogramm bei den Teilnehmern gut ankommt: Sind sie gelangweilt oder hängen sie an den Lippen des Redners? Werden sie gut unterhalten oder sind sie müde und die Kaffeepause sollte vorgezogen werden?

Noch liegt das automatische Auslesen der Gefühlswelten von Veranstaltungsteilnehmern in weiter Ferne. Keineswegs Zukunftsmusik ist jedoch der Einsatz von Facial Recognition oder Gesichtserkennung für eine verbesserte und schnellere Einlasskontrolle.

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Bislang wurde in Deutschland das System zur Gesichtserkennung (hierzulande vom Guest-Management-Unternehmen FastLane angeboten und basierend auf einer Software von Zenus Biometrics) nur auf der Best of Events in Dortmund vorgestellt. Erstmals eingesetzt wurde es bei der ITB MICE Night in Kooperation mit dem VDVO in Berlin.

Verbesserte Personen- und Zutrittskontrolle

Anbieter und Nutzer versprechen sich von der Technologie eine schnellere Registrierung gerade bei größeren Events, aber auch einen sichereren Check-In besonders bei sensiblen Veranstaltungen. Hinsichtlich Sicherheit und Schnelligkeit der Identifikation werde man Gesichtserkennung vor allem bei Veranstaltungen mit höheren Sicherheitsanforderungen bei der Personen- und Zutrittskontrolle zunehmend einsetzen, ist man sich bei FastLane sicher. Die Gesichtserkennungs-Software würde das Sicherheitspersonal vor Ort unterstützen und so für eine höhere Qualität mit weniger Mitarbeitern sorgen. Denkbar wäre der Einsatz auch innerhalb des Veranstaltungsareals, um den Eintritt zu bestimmten Bereichen erneut schnell und einfach zu kontrollieren.

Und so funktioniert es …

Um die Facial Recognition Technologie zu nutzen, müssen Veranstaltungsteilnehmer bei der Event-Registrierung ein Porträtfoto hinterlegen. Dabei kann es sich um das LinkedIn-Profilfoto, ein Passfoto oder auch ein gutes Selfie handeln. Die Software erfasst nun die biometrischen Daten des Bildes und speichert diese als biometrisches Profil ab. Sobald der Gast auf der Veranstaltung am Registrierungs-Kiosk steht, scannt die dort installierte Kamera sein Gesicht, die Software errechnet vor Ort die biometrischen Punkte und gleicht dann diese mit den hinterlegten biometrischen Profilen ab. Ist der Abgleich korrekt, erhält der Gast sein Badge. Der Einlass kann dabei rein über den biometrischen Abgleich erfolgen. Soll das Ergebnis der Software zusätzlich noch durch einen Mitarbeiter oder eine Hostess kontrolliert werden, besteht die Möglichkeit, die bei der Registrierung hochgeladenen Porträtfotos der Teilnehmer lokal auf dem Kiosk zu speichern. So kann beim Einlass zusätzlich das Foto mit dem Gesicht des Gastes abgeglichen werden.

Fastlane-Einlasskontrolle-Facial-Recognition-Gesichtserkennung
Der Abgleich des Scans und des Referenzbildes ist in weniger als einer Sekunde abgeschlossen und garantiert eine äußerst genaue und missbrauchssichere Identifikation der Person. (Bild: © FastLane GmbH)

Und was ist mit dem Datenschutz?

Name, Adresse, Firma – all diese Daten gilt es zu schützen, gerade bei biometrischen Daten werden jedoch viele Datenschützer hellhörig, da sie eine starke Einschränkung der Privatsphäre befürchten oder schlimmer noch eine missbräuchliche Nutzung der eigenen Daten. Wollen Unternehmen Facial Recognition einsetzen, müssen sie nicht nur darauf achten, dass die Verwendung der Daten klar beschränkt ist, sondern auch, dass diese nicht unnötig gespeichert werden. Menschen, die gescannt werden, müssen zudem explizit der Verarbeitung ihrer Daten zustimmen. (Wichtig auch in Bezug auf die jetzt im Mai neu in Kraft tretende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).)

Ist Gesichtserkennung für die Einlasskontrolle datenschutzkonform?

Das sagt Sarah Schiffer-Adam, Senior- Projekt-Managerin bei FastLane zum Datenschutz bei Facial Recognition:

Selbstverständlich unterliegen derartige Anwendungen den Regeln des Datenschutzes, die hierbei genauso strikt einzuhalten sind, wie der Umgang mit den anderen personenbezogenen Daten der Gäste!

So verbleiben alle Teilnehmerdaten im Online-Anmeldesystem des Veranstalters, der Server empfängt die Teilnehmerbilder zudem nur über sicher verschlüsselte Kanäle. Sobald der Server die Bilder erhalten hat, extrahiert die Gesichtserkennungs-Software die Gesichtsmessungen und löscht das Bild. Die biometrischen Informationen werden außerdem, wie auch bei anderen personenbezogenen Daten üblich, nach der Veranstaltung automatisch gelöscht. Viele Unternehmen stünden dem Einsatz der Technologie jedoch noch kritisch gegenüber, doch gerade für Veranstaltungen mit höheren Sicherheitsanforderungen biete die Facial-Recognition-Technologie viele Vorteile. „Aus unserer Sicht kann eine breite Akzeptanz neben der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen nur über eine offene und transparente Informationspolitik mit Auftraggebern und Gästen erreicht werden“, so Schiffer-Adam.

Anonymität in der Masse war gestern!

Doch lange wird sich die biometrische Gesichtserkennung nicht mehr nur auf den Einlassbereich beschränken. Schon jetzt träumt man vom gläsernen Teilnehmer. Durch die automatische Gesichtserkennung kann theoretisch jeder Veranstaltungsteilnehmer digital begleitet werden, vom Messestand zum Workshop, vom Vortrag zum Networking-Lunch und der After-Party – und das ohne jedes Mal das Badge vorzeigen zu müssen. So ermöglicht die biometrische Gesichtserkennung zumindest theoretisch (denn die Gäste müssen dem vorab zustimmen) eine sehr detaillierte Abbildung der Attendee Journey, die nicht nur aufzeigt, welche Vorträge besucht wurden, sondern auch, mit wem der Gast Kontakt hatte.

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