Produkt: Kostenloser Download: Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten
Kostenloser Download: Arbeitsschutz in Versammlungs- und Veranstaltungsstätten
Ein Sicherheitskonzept muss Teilnehmer und Personal gleichermaßen schützen. Erfahren Sie, warum Eventsicherheit daher immer auch Arbeitssicherheit beinhaltet.
David Eickelberg, Touchdown ! Event Solutions:

„Ich bin aus jenem Holze geschnitzt …“

David Eickelberg und Gunar Bergemann
Ansteckend gut gelaunt: David Eickelberg (vorne) und MARITIM-Hotels-Urgestein Gunar Bergemann in einer Veranstaltungspause.

So beginnt der Refrain eines frühen Liedes von Reinhard Mey. Und mit diesem Satz-Fragment lässt es sich auch treffend überleiten in ein kleines Feature über einen sympathisch-unkomplizierten Berliner Event-Profi. Wer sonst im Event-Geschäft kann eigentlich von sich behaupten, mit Konstantin Wecker, Reinhard Mey, Hannes Wader und Klaus Hoffmann aufgewachsen zu sein? Er kann! David Eickelbergs „Kinderstube“ war der Haushalt der Musikpromoterin Vivi Eickelberg und dort gingen die großen Liedermacher sozusagen ein und aus. Doch damit nicht genug.

Wolfgang „Schobert“ Schulz war Davids Vater. Der Schulkamerad und frühe Sangespartner von Reinhard Mey arbeitete als Songschreiber für u. a. Joana, Inga & Wolf und als Produzent des Kabarettisten Dieter Hüsch. Als „Erfinder des höheren Blödsinns“ waren Schobert & Black eine Art Kult-Duo der 70er-Jahre. Sie tourten mit Hannes Wader und Ulrich Roski und wurden 1975 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie Chanson ausgezeichnet.

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Im Dunstkreis kritischer Liedermacher und musischer Eltern entstanden Prägungen, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht von schlechten Eltern waren. Musikalität, Humor, Idealismus und im Bedarfsfall auch kritischer Nonkonformismus. Und so hatte David Eickelberg im Grunde kaum eine andere Chance, als genau das zu machen, was er seit seiner Kindheit miterlebt hatte. Besser: miterleben durfte. „Normalerweise sagen Eltern zu ihren Kindern: Lerne was Anständiges! In meinem Fall hätte das wenig gebracht, denn meine Eltern waren immer schon in „Kultur und Veranstaltungen“ im weitesten Sinne unterwegs: Musikpromotion und -management, Verlagswesen, Kultur- und Musical-Management – also alles Dinge, die man nicht zwangsläufig mit „was Anständigem“ wie beispielsweise einem Bankkaufmann verbindet!“, erklärt der Berliner die Hintergründe für seinen Lebensweg im Hospitality- und Event-Geschäft.

Nach dem Abitur hat David Eickelberg zunächst acht Jahre sehr eng mit seiner Mutter und dem Stiefvater in einem kleinen Team von sechs bis acht Mitarbeitern von der Pike auf das „Planen & Organisieren“ gelernt. Planung und Betreuung von Promotion-Reisen mit Künstlern wie Ulla Meinecke oder Heinz Rudolf Kunze gehörten dabei ebenso zu seinen Aufgaben wie die spätere Vermarktung von Musical-Produktionen. „Falco meets Amadeus“ am Berliner Theater des Westens bezeichnet er heute noch als das absolute Highlight.

Fragt man ihn nach seiner „geilsten Veranstaltung“ seither, so nennt er zuerst 25 Jahre BMW M3 auf dem Ascari Race Resort in Ronda, Andalusien. Als anspruchsvollste aber betrachtet er die Papstmesse von Papst Benedikt XVI. im Berliner Olympiastadion.

Liberal sein, aber nicht blauäugig!

Soziales Engagement
Soziales Engagement: Eickelberg hat im Auftrag der Hugo-Tempelman- Stiftung (www.hugo-tempelman-stiftung.de) die Konzertreise des Ndlovu Youth Choir (www.choir.africa) aus Südafrika mit betreut. Zusätzlich hat er beim Afrika-Festival in Würzburg einen Informationsstand für die Arbeit der Stiftung organisiert. Sandile Majola (rechts) ist einer der Solisten des Chores, zarte 25 Jahre alt und künstlerischer Leiter des „Miracle Theatre“ in Elandsdoorn, einem der wichtigsten Standorte der Arbeit der Ndlovu Care Group (www.ndlovucaregroup.co.za).

In der elterlichen Agentur hat er aber auch das gelernt, was man „Unternehmenskultur“ nennt, und was, wie er kritisch anmerkt „….heutzutage in der Branche der Live-Kommunikation leider häufig zu kurz zu kommen scheint: Menschen im besten Sinne des Wortes zu führen, ohne sie zu gängeln oder gar den eigenen Eitelkeiten unterzuordnen, sondern ihnen zuzuhören und Ideen zuzulassen, die durchaus besser sein können als die eigenen!“

30 Jahre ist Eickelberg nun schon im Veranstaltungsgeschäft unterwegs und mit seinem Verständnis von Umgangskultur so manches Mal bei andersdenkenden Vorgesetzten auch angeeckt. Unternehmensführung und das idealistische Weltbild der Liedermacher – das passt eben manchmal nicht so ganz zusammen. Oder doch?

„Doch,“ sagt er, „denn jetzt nach drei Jahren Selbstständigkeit mit den Touchdown! Event Solutions, bin ich von den gelernten Prinzipien überzeugter denn je und erlebe die praktischen Auswirkungen des alten Mottos: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!“ Man könnte auch sagen: Man erntet, was man gesät hat. Oder auch: You get what you pay for.

Wie kam es eigentlich zu dem Namen Touchdown! Event Solutions? Eickelberg: „Aufgrund meiner großen Affinität zu Motorsport und Football blieben recht schnell Begriffe wie „Pole Position“ und eben „Touchdown“ in der engeren Wahl. „Pole Position“ gab´s schon, „Touchdown“ nicht. Und bei „Touchdown“ konnte ich auf einen guten Kontakt im Londoner Büro der NFL zurückgreifen, um zu klären, ob ich den Namen verwenden darf – Antwort: „Klar, aber besser ist, ein Satzzeichen nach Touchdown zu setzen, dann ist es für uns nur eine football-affine Wortmarke“. Gesagt – getan…..“. Eickelberg ist eifriger Netzwerker, baut lieber auf Netzwerk-Kompetenz statt auf einen aufgeblähten Personalbestand. Bewusst spricht er von Lösungen und Lösungsvorschlägen und nicht von Dienstleistung. Und auch in den Begriff „Mehrwert“ scheint er sich ein bisschen verliebt zu haben.

Ein richtiges Herzensanliegen bei Veranstaltungen ist für Eickelberg derzeit das Thema Sicherheit. Ein Buzzword, das viele gerne in den Mund nähmen, das aber von den Wenigsten konsequent umgesetzt werde. Er befasst sich damit bereits so lange, wie er im Geschäft ist und unter anderem auch als Projekt- oder Einsatzleitung für Konzert-, Sport- und Corporate-Veranstaltungen arbeitet. Was er auch heute noch gerne tut, wenn es die Zeit erlaubt. Das hat ihm immer geholfen, einen kritischen Blick „von der anderen Seite“ auf seine eigene Arbeit als Veranstaltungsplaner zu bewahren. Es führt aber auch dazu, dass er oft genug kopfschüttelnd (innerlich!) zusehen muss, wie nachlässig Veranstalter mit dem Thema Sicherheit umgehen. Dabei ist gerade einer wie Eickelberg über jeden Zweifel erhaben, „Sicherheit durch Recht und Ordnung“ um jeden Preis herbeibeten zu wollen.

Veranstaltungssicherheit wird nicht ausreichend ernst genommen

„Wir alle haben heutzutage ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis. Ereignisse wie 9/11, Paris, Manchester etc. haben leider maßgeblich dazu beigetragen. Das heißt nun nicht, dass man paranoid werden muss. Aber es bedeutet auch nicht, dass man ewig nach dem Motto „ Es wird schon nichts passieren“ weitermachen kann.“

Eickelberg weiß, dass umfriedete Bereiche wie Veranstaltungsstätten kein wirklich „spannendes“ Ziel für jede Art von üblen Taten sind, denn das Sicherheitspersonal sorgt schon alleine durch Präsenz für Abschreckung. Aber er klagt: „Wenn dieses Personal durch den Veranstalter nur in der absoluten Minimalstärke geordert wird und somit der umfriedete Bereich löchrig wie ein Schweizer Käse ist, dann kann die Sache schon ganz anders aussehen. Im Grunde will man generell die Sicherheit nicht mal sehen, aber sie soll da sein – und natürlich auch jederzeit auf Störungen einer Veranstaltung reagieren können. Aber für das Sicherheitsbedürfnis seiner Gäste mehr Geld für mehr Personal auszugeben? Da wird´s dann schon schwierig.

Das sei wie beim Thema Nachhaltigkeit, meint Eickelberg. Auch dort reihe sich Lippenbekenntnis an Lippenbekenntnis, aber:

„Welcher Kunde schreit am Ende freudig ,Ja, ich will!‘, wenn der Veranstaltungsplaner ihm mitteilt, dass sein nachhaltiges Catering 30% teurer als die herkömmliche Variante ist?“

Er nennt zwei Beispiele aus seiner eigenen Erfahrung. „Einlasskontrollen für Gäste bei einer prominent besetzten Corporate-Veranstaltung? „Nein, bitte nicht, die Gäste fühlen sich davon gestört, das muss auch so gehen“, habe ich dazu mal gehört. Umgekehrt jedoch wurde ein Schuh draus: Die Gäste wunderten sich, dass sie NICHT kontrolliert werden, gerade weil so viele VIPs unter den Gästen waren.

Eine Geländeabsicherung gegen Fahrzeuge, die sich unbefugt aufs Gelände einer Open-Air-Veranstaltung bewegen könnten? „Das brauchen wir nicht, wer soll denn hier schon hin wollen außer den Gästen?“ Aber auch hier fragten viele Gäste nach, warum es denn keine Absicherung in diesem Punkt gäbe.“

Veranstaltungen brauchen Sicherheit – im vernünftigen Rahmen, meint Eickelberg. Und wie jede andere Dienstleistung koste die natürlich auch Geld. Geld, das von einigen Veranstaltern gern in die Hand genommen werde, aber von vielen eben auch nicht. „Es wäre schön, wenn sich hier noch deutlich mehr ändern würde. Dann habe ich sowohl als Veranstaltungsplaner und auch als Sicherheits-Mitarbeiter deutlich ruhigere Nächte!“

4 Fragen an David Eickelberg

Für welche Kundenklientel sind Sie tendenziell gut aufgestellt?
JEDER Kunde ist bei uns gut aufgehoben, entscheidend sind nur zwei Dinge: Klarheit bei Inhalten und Budgets – und keine Hochzeiten!

Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?
Vertrauen, Verlässlichkeit, Qualität. Preise kommen bei mir erst viel später zum Zuge.

Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?
Ich ärgere mich IMMER über Unprofessionalität, sei es aus Nichtwissen oder mangelnder Erfahrung, das spielt für mich keine Rolle. Gegen beides kann man etwas tun. Für die Branche wünsche ich mir mehr Zusammenhalt, z. B. bei Themen wie Vergütung von Pitches oder der Forderung nach einheitlichen Ausbildungsstandards. Oder, wie ich es zu meinen Zeiten als Mit-Veranstalter des Future Sales Camp mal formuliert habe: Lieber miteinander statt übereinander reden.

Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert?
Beides ist gleich wichtig! Wenn man keine Visionen hat, wird man auch kaum in der Lage sein, die Vision einer Veranstaltung mit positivem „Detail-Wahnsinn“ zu füllen.

Produkt: events Magazin digital 01/2018
events Magazin digital 01/2018
Managementpraxis: Die fünf wichtigsten Trends der Event-Branche +++ Agenturen: 30 Jahre Planworx +++ Destinationen: Schmelztiegel Jamaika +++

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