Produkt: events Magazine 04/2018 digital
events Magazine 04/2018 digital
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Auf ein Wort, Herr Fiedler!

events im Interview mit m:con-Geschäftsführer

mcon
(v.l.n.r.) Benedikt Füssel (COO), Bastian Fiedler (CEO), Thorsten Frank (CFO) (Bild: Martin Häusler)

Die m:con – mannheim:congress GmbH ist mit 115 Mitarbeitern in einer komplexen Organisationsstruktur eines der Flaggschiffe in der deutschen Kongress-Szene. In dieser Form wurde sie maßgeblich entwickelt von Michel Maugé, der – wie man heute sieht! – schon sehr früh an eine qualifizierte Nachfolge gedacht hat.

Kurzbesuch bei Bastian Fiedler (40), der per 01. Januar 2020 zum alleinigen Geschäftsführer der m:con bestellt wurde. Unterstützt wird Fiedler dabei von den Prokuristen Benedikt Füssel (Operativer Bereich) und Thorsten Frank (Kaufmännische Leitung). Der diplomierte Betriebswirt repräsentiert bereits seit einigen Jahren so erfolgreich wie kaum ein anderer die junge Generation auf dem Regiestuhl großer Kongresszentren. Den Besucherkaffee holt er selbst und demonstriert damit unbewusst die entspannte Selbstverständlichkeit in Habitus und Umgang, die seinen Arbeitsstil prägt. Wie genau, das wollen wir in einem kurzen Gespräch von ihm erfahren.

Unübersehbar im Büro des in Neuwied aufgewachsenen Familienvaters ist die Eishockey-Begeisterung: Kunstvoll eingerahmte Trikots dekorieren die Wände und die Vorliebe für die Kölner Haie ist dabei unübersehbar. Soviel alter, gewachsener Patriotismus müsse sein, zwinkert Fiedler, bei allem gebotenen Interesse für seinen neuen „Heimatverein“, die Mannheimer Adler.

mcon_Eishockey(Bild: Martin Häusler)events: Herr Fiedler, früher hat man in der Management-Lehre gerne Bezug genommen auf den berühmten Eishockeycrack Wayne Gretzky, der einmal gesagt hat: „Man muss nicht dahin gehen, wo der Puck ist, sondern dahin, wo der Puck sein wird.“ Nehmen Sie auch etwas vom Eishockey in Ihre Management-Philosophie mit?

In der Tat. Wir haben ein Leitbild neu entwickelt und uns hinsichtlich des Mottos orientiert am Slogan der Kölner Haie bei den Play-offs 2018: We are one! We are one ist der Leitgedanke, den wir über unsere internen Abläufe, aber auch über unsere Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden stellen. In diesem Kontext arbeiten wir derzeit auch an einem neuen Auftritt nach außen. Zum einen wird unsere Homepage jetzt noch einmal komplett überarbeitet – schlanker und benutzerfreundlicher. Mit 3-D-Animationen des berühmten Fotografen Martin Häusler zeigen wir uns nicht mehr statisch und in Großvatermanier, sondern neben dem „Business-Gesicht“ – und das passt zur Philosophie „We are one“ – persönlich und nahbar.

Der zweite Mehrwert wird bargeldloses Zahlen per Smartphone-App sein. Parkgebühren können so bequem vorab gezahlt werden. Außerdem können Getränke und Snacks, z. B. für die Konzertpause, über die App bestellt werden.

events: Viele Unternehmen haben ein Leitbild und die tollsten Leitbilder stehen oft in krassem Widerspruch zur gelebten Realität. Das Problem besteht immer darin, das Leitbild auf die Alltagspiste zu bekommen. Was braucht man dafür?

Authentizität steht bei uns im Vordergrund. Die Menschen müssen mit ihrer inneren Einstellung so aufgestellt sein, dass Sie immer das beste Ergebnis für den Kunden herausholen wollen. Das Beste ist nun leider nicht das, was man immer erreichen kann. Und von daher ist eine gute Fehlerkultur essenziell. Wenn man einen Fehler macht, dann macht man den, spricht es offen aus und nimmt daraus ein nachhaltiges Learning mit. Das ist auch, was wir mit „We are one“ meinen und versuchen, es durch die verschiedensten Führungskräfte-Zirkel und Mitarbeiter-Lunch-and-Learns, die wir einmal im Quartal abhalten, in das Unternehmen hineinzutragen.

Im Bereich Mitarbeiterkonditionierung haben wir nicht immer nur den fachbezogenen Blickwinkel, sondern wir wollen Führungstalente rechtzeitig erkennen und vorausschauend für Führungsebenen qualifizieren.

Per Live-Stream haben wir gerade Mitte Januar allen Kollegen die neue Strategie vorgestellt und uns hausintern den Fragen der Mitarbeiter dazu gestellt, die von ihrem Arbeitsplatz aus mit uns interagieren konnten. Dabei wollten wir bewusst digitale Formate mit persönlichen Formaten ergänzen. Jeden Monat gibt es darüber hinaus ein Treffen der Geschäftsleitung mit einer bestimmten Abteilung. Damit soll die Geschäftsführung nahbar werden.

Diese Form der Unternehmenskultur wollen wir auch gegenüber Kunden spielen und zwar auf der „We-are-one-Tour 2020“, bei der Thorsten Frank, Benedikt Füssel und ich in den unterschiedlichsten Team-Konstellationen durch Deutschland fahren. In einem gebrandeten Vito wollen wir die Kunden einladen, uns und unsere Dienstleistungs-Philosophie persönlich kennen zu lernen und mit uns über Trends und Anliegen zu sprechen.

events: Apropos Fahren: Sie fahren vierspännig mit Kongresshaus Rosengarten, Agentur m:con, Pfalzbau Ludwigshafen und dem internationalen Weiterbildungsinstitut IECA. Da braucht man einen tollen Unterbau…

(Lacht). Ich habe ja jetzt 17 Jahre Erfahrung und von daher ist alles, was ist und kommt nicht neu, aber für mich als alleiniger Geschäftsführer natürlich mit einer größeren Verantwortungsposition ausgestattet.

events: Was steht in nächster Zeit bei Ihnen auf der Agenda?

Wir haben im Rahmen einer Fünf-Jahres-Strategie festgehalten, dass wir den Rosengarten um einen großen, modularen Saal mit 600 qm erweitern. Der Gemeinderat der Stadt Mannheim hat dieser Aufstockung noch im Dezember durch Verabschiedung des Haushaltes zugestimmt und wird die Finanzierung übernehmen. Wir wollen weiterhin die Arbeitgebermarke m:con nach vorne bringen und ein generationenübergreifendes Mitarbeiterkonzept entwickeln. Dafür haben wir mit der ehemaligen Projektleiterin unseres Weiterbildungsinstituts IECA, Isabel Zwingenberger, eine neue Stabsstelle für HR geschaffen, und zwar nicht nur in Hinblick auf Recruiting, sondern auch Mitarbeiter-Bindung, Führungskräftebetreuung usw.. Im Hinblick auf unsere Agenturtätigkeit möchten wir sicherstellen, dass wir im PCO-Bereich unsere Qualität halten. Wir brauchen jetzt Qualitätssicherung und Transparenz in allen Prozessen. Das kann und soll auch zu Effizienzsteigerungen führen.

events: Wo sehen Sie die wesentlichen Trends in den nächsten Jahren?

In Bezug auf den Rosengarten wird es immer mehr Formate geben, die wegwollen vom bühnenorientierten Predigen und hin zur Dialog-Orientierung. Dafür brauchen wir flexible Flächen, die schnell wandelbar sind.

So ist auch der neue Saal konzipiert und so versuchen mittlerweile auch die medizinischen Fachgesellschaften ihre Strukturen mehr und mehr umzubauen. Es ist auch unsere Aufgabe als PCO, dort auf konservative Denkstrukturen aktiv einzuwirken. In diesem Bereich wird jetzt gerade erst der Science-Slam sehr positiv aufgenommen, über den wir bereits seit einigen Jahren sprechen. Kleine Foren im Silent-Mode-Verfahren entwickeln sich auch so langsam. Und ganz wichtig: Der weitere Ausbau von WLAN-Kapazitäten.

Unser Dreier-Führungs-Team hat auch im Fokus, das Thema Nachhaltigkeit etwas stärker ins Bewusstsein zu rücken. Auch hier ist Digitalisierung ein wichtiger Baustein: Weg vom Papier und damit sogar buchhalterisch immer mehr alles hin zur digitalen Organisation. Wir haben in diesem Jahr komplett auf 100% Ökostrom umgestellt und tauschen alle konventionellen Leuchtmittel gegen LED aus.

Auch neue Büroraum-Konfigurationen im Sinne von Co-Working-Spaces werden wir in Angriff nehmen. Weiterhin arbeiten wir mit unserem Catering-Partner daran, nachhaltige und zunehmend plastikfreie Verpflegung anzubieten. Überschüssige Lebenmittel werden bereits jetzt an eine Organisation für Foodsharing gegeben.

Die Vergabe des Deutschen Umweltpreises hier bei uns war so etwas wie eine Initialzündung. Wir haben nur eine Welt, und nicht nur wenn man Papa von zwei Söhnen ist, muss man handeln.


„Ich selbst fahre häufig mit einem E-Bike zur Arbeit und schaue auch beim Firmenwagen nach einer umweltfreundlicheren Alternative.“


events: Nehmen Sie bitte in einem kurzen Satz Stellung zum Buzzword Hybrid-Events?

Vor und nach der Veranstaltung super, auf der Veranstaltung sollen die Leute allerdings miteinander sprechen.

events: In Heidelberg soll 2022 das neue Kongresszentrum eröffnen. Schauen Sie darauf mit wachem Interesse in Hinblick auf mögliche neue Kooperationsmodelle oder eher mit gewisser Sorge?

Ich verfolge das tatsächlich mit durchaus positivem Interesse. Daher bin ich auch bereits im Vorfeld im Austausch mit Matthias Schiemer, dem Geschäftsführer von Heidelberg Marketing, weil die m:con dort bei medizinwissenschaftlichen Tagungen als Agentur durchaus eine wichtige Rolle spielen kann. Sicherlich gibt es auch die eine oder andere Veranstaltung, die von uns nach Heidelberg abwandern wird, das ist ganz normal in unserem Business. Aber da ist uns Heidelberg und die Metropolregion Rhein-Neckar mit unserem Partner Pfalzbau in Ludwigshafen doch als Alternative zum Rosengarten näher als eine andere Tagungsregion. Für Schlüsselkunden, die wir benötigen, um unsere Rentabilität zu halten, wie ein Kardiologenkongress oder die BASF-Hauptversammlung, ist dieses Haus zu klein. Im mittleren Bereich aber ist es sogar eher eine sinnvolle Ergänzung und für uns eine Chance, unsere Agenturkompetenz einzubringen. Insofern also: Also eher partnerschaftlich als konkurrierend.

Das Portfolio auf einen Blick

Die m:con bietet den gesamten Service für jede Veranstaltung – von der logistischen Planung und Organisation über die inhaltliche Ausgestaltung und didaktische Konzeption sowie Finanzierung, Grafik, Vermarktung und Sponsorengewinnung bis hin zur technischen Inszenierung. m:con plant und organisiert Events und Kongresse an jedem Ort in Deutschland und Europa und berät in allen Bereichen der Veranstaltungsumsetzung.

Das Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim ist Heimatstandort der m:con und bietet auf 22.000 qm Fläche 44 Säle und 8.000 qm Ausstellungsfläche mit perfekt arrondierter Hotelinfrastruktur.

Der Pfalzbau Ludwigshafen ergänzt das Angebot in Mannheim und überzeugt mit digitaler Netzwerktechnik auf höchstem Niveau in eindrucksvoller Architektur. Größte Säle: der Theatersaal mit knapp 2.800 qm und ein multifunktionaler Konzertsaal mit fast 800 qm.

Die Internationale Event- & Congress-Akademie IECA bietet für Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche Weiterbildung auf höchstem Niveau an und ist Teil der Event- und Kongressagentur m:con – mannheim:congress GmbH.

www.mcon-mannheim.de

Produkt: events Magazin Digital 04/2015
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