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Beruflich wie privat ein Perfektionist

10 Fragen an Darko Ovcar, Gründer & Geschäftsführer von „DIE LEGION“

Darko Ovcar Portrait(Bild: Nino Halm)Vor der Gründung seiner Event-Agentur war Darko Ovcar sechs Jahre als Projektleiter in der Agentur pulsmacher aus dem Raum Stuttgart tätig. Mit Event-Expertise in den Branchen Automotive, Mode und Beauty wechselte Ovcar danach zu TIGI/UNILEVER. Hier führte er sechs Jahre lang mit seinem Team die Abteilung Education und Events und verantwortete nationale und internationale Shows, Kundenreisen, Incentives, nationale Kick-off-Veranstaltungen sowie Messeauftritte.

1. Welche Eigenschaft halten Sie für die Planung einer Veranstaltung für wichtiger: Visionär zu sein oder detailorientiert?

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Die visionäre Einstellung hatte ihre Chance in der Konzeptionsphase! Ich vergleiche das immer sehr gerne mit der Automotive-Branche: Ein Fahrzeug würde man nie fertigstellen können, wenn der Chef-Designer an der Produktionslinie stehen würde und bei jedem Fahrzeug das schon längst definierte Design hinterfragt. Eine gute Planungsphase lebt von einer methodisch sauberen Verknüpfung von Arbeitspaketen inkl. Worstcase-Szenarien, die stringent und bis ins kleinste Detail geplant und abgearbeitet werden müssen.

2. Woran arbeiten Sie gerade?

Die erste Hälfte meines Tages widme ich immer der strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung der LEGION, der Schärfung der Außendarstellung und Etablierung der Brand am Markt und natürlich der Akquise von Neukunden. Jedoch liebe ich das operative Projekt-Management und vor allem dann, wenn es um Incentives und Events in Kroatien geht. Aktuell planen wir zwei Kunden-Incentives auf der sonnenreichsten Insel Kroatiens: Hvar. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit, da meine Wurzeln kroatischer Herkunft sind und ich durch meine langjährigen Kontakte zu Locations, Hotels, Guides und Skipper keine Agentur vor Ort benötige. Das spiegelt sich selbstverständlich im Gesamtpreis wider. Dass die Kommunikation dann auch noch auf Deutsch stattfinden kann, freut unsere Kunden selbstverständlich umso mehr.

3. Welches Projekt war für Sie bislang die größte Herausforderung?

Ganz klar meine Hochzeit! Ich entschuldige mich jetzt sogar schriftlich für die täglichen To-Do-Listen am Memoboard in der Küche, die ich damals an meine hochschwangere Frau zum Abarbeiten adressiert habe.


Beruflich wie privat ein Perfektionist


4. Und welches Projekt ist das Ihrer Träume?

Ich habe eine sehr emotionale Bindung zum Eurovision Song Contest, dem größten Musikereignis Europas. Wenn ich auch nur ein Rampenscharnier mit Klammerböcken am Bühnenpodest verschrauben dürfte, dann verkaufe ich die Agentur, denn dann habe ich Neapel gesehen.

5. Welche Destination lässt (noch immer) Ihr Herz höher schlagen?

Hier muss ich ehrlich sagen, dass Gott in der Konzeptionsphase von Island richtig gute Laune hatte. Die isländische Natur ist die wundervollste und atemberaubendste, die ich jemals gesehen habe! Als ich dann auch noch die Nordlichter sah, wurde mir emotional der Teppich unter den Füßen weggezogen.

6. Sie haben ein Lieblingshotel und empfehlen es uns aus diesen Gründen …

Das Design Hotel Nhow in Mailand! Allein die Tatsache, dass die Hoteleinfahrt mit wechselnden Fassadenprojektionen auf über 70 Meter Länge durch 20 Beamer bespielt wird, lässt das Herz eines Mapping-Freaks wie mich höher schlagen. Andere Bauherren hätten hier lieber 120 weitere Zimmer implementiert.

7. Welche drei Kriterien gehören für Sie unbedingt zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen?

Unsere Kunden sind von uns kreative und lösungsorientierte Perfektion gewohnt. Ein zähes „wir schauen mal“ akzeptiere ich nicht und bremst nur unnötig den Planungs- und Umsetzungsprozess. Absolutes Vertrauen auf beiden Seiten ist Voraussetzung.

8. Worüber ärgern Sie sich manchmal? Was wünschen Sie sich für die Branche?

Leider ist das immer noch eine sehr weit verbreitete Annahme von Menschen außerhalb der Event-Branche, dass es beneidenswert ist, dafür bezahlt zu werden, ständig auf Events sein zu dürfen. Event-Manager werden nicht dafür bezahlt Parties zu besuchen, es ist ihr Job diese auf die Beine zu stellen und jedem Gast einen Wow-Moment zu bescheren. Das hat meine Mutter nach 15 Jahren jetzt auch so langsam verstanden.

9. Die Informationsdichte wird durch die Digitalisierung täglich größer. Wie bleiben Sie auf dem Laufenden?

Als zweifacher Familienvater und Geschäftsführer einer Event-Agentur und eines Fahrservices für VIPs und Events merkt man sehr schnell, dass der Tag nur 24 Stunden hat. Dabei darf Weiterbildung nie zu kurz kommen und so stieß ich auf die App „Blinkist“. Hier kann ich mir die Kernaussagen von Büchern in 15 Minuten vorlesen lassen. So konnte ich innerhalb von drei Monaten ca. 40 Bücher verinnerlichen.

10. Die Abendveranstaltung war lang …! Wie werden Sie am Morgen danach schnell wieder fit?

Ich erinnere mich sehr gut an eine Konferenz in Las Vegas, bei der ich 10 Tage lang zwei Stunden im Schnitt geschlafen habe. Ab dem neunten Tag schießt einem zwar das Blut regelmäßig aus der Nase, aber es ist immer wieder interessant, wie sehr Adrenalin dazu führt, dass man auch mit wenig Schlaf in der Durchführungsphase eines erfolgreichen Events auskommt.

Produkt: events Magazin Digital 04/2015
events Magazin Digital 04/2015
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