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Pro und Contra

Macht Remote Simultaneous Interpreting internationale Veranstaltungen grüner?

Remote Simultaneous Interpreting(Bild: Parsadanov / Shutterstock.com)Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Eventbranche derzeit mehr als „Green Events“. Das zeigte u. a. die Anzahl der Workshops auf der IMEX, die sich diesem Thema widmeten. Dabei wurde mehrfach erwähnt, dass die meisten CO2-Emissionen bei der An- und Abreise der Teilnehmer entstehen. Dieser Faktor dürfte bei internationalen Veranstaltungen, zu denen die Teilnehmer aus allen Ecken der Welt hinfliegen, noch stärker ins Gewicht fallen. Auch professionelle Dolmetscher, die für eine bessere Verständigung sorgen, müssen natürlich teils weit anreisen.

Auf der IMEX wurde, neben anderen Maßnahmen zur Vermeidung von CO2-Emissionen, das Remote Simultaneous Interpreting (RSI) vorgestellt. Bei RSI werden Dolmetscher aus einem anderen Raum oder sogar aus einem geografischen Ort dazu geschaltet. Dennoch ist RSI als grüne, effiziente und kostenersparende Lösung nicht so leicht umzusetzen, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Denn da das Simultandolmetschen eine kognitiv sehr anspruchsvolle Tätigkeit ist, die höchste Konzentration erfordert, sind die technischen Anforderungen entsprechend hoch:

Die einschlägigen ISO-Normen sehen zum Beispiel vor, dass die Übertragungsfrequenzen von Kopfhörern (Input) und Mikro (Output) zwischen 125 Hz und 15 kHz liegen müssen. Selbst eine kleine Abweichung könnte von den Dolmetschern als störend empfunden werden und auf Dauer zu einer Verschlechterung der Dolmetschqualität führen. Auch andere Faktoren, wie Latenz, Bandbreite, Datenübertragung, Lippensynchronität, Schallisolierung usw. müssen berücksichtigt werden, damit der Dolmetscher genauso gut wie bei einer Präsenzveranstaltung arbeiten kann und die Zuhörer keine störenden Geräusche wahrnehmen.

Es ist allerdings schwierig, diese Kriterien optimal zu erfüllen, wenn der Dolmetscher von zu Hause aus arbeitet, zumal auch die Möglichkeit entfällt, sich mit dem Kabinenkollegen (Simultandolmetscher arbeiten immer zu zweit!) abzusprechen.

Eine Lösung bieten voll ausgestattete ortsfeste „Hubs“, in denen die Simultandolmetscher zwar remote arbeiten, jedoch unter optimalen Bedingungen mit kompetenten Technikern an ihrer Seite und in den bewährten Zweierteams. Solche Hubs ermöglichen es, auf den aufwändigen (und bei kürzeren Veranstaltungen wenig lohnenswerten) Aufbau mobiler Kabinen vor Ort zu verzichten, bringen aber erst dann Kosten- und Co2-Ersparnisse, wenn sie von allen Dolmetschern gut zu erreichen sind.

Unser Fazit: RSI kann vorteilhaft für Eventplaner und Kunden sein, funktioniert aber am besten in ausgestatteten Hubs, von denen es noch nicht so viele gibt. Bevor Sie Ihren Kunden RSI vorschlagen, lassen Sie sich von einem Dolmetscher oder Ihrem Technikpartner kompetent beraten.

Sollte sich RSI von Fall zu Fall doch nicht als die günstigste und grünste Lösung für Ihre Veranstaltung erweisen, weil die optimalen technischen Anforderungen nicht geschaffen werden können oder vorhanden sind, macht es Sinn, auf Dolmetscher zurück zu greifen, die in der Nähe des Veranstaltungsortes beheimatet sind. Diese können dann ohne lange Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und so ihren kleinen grünen Beitrag zur Veranstaltung leisten.

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