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SITE, ICCA & UCI intensivieren Austausch mit südafrikanischen Meinungsträgern

Von links nach rechts: David Sand, Nina Freysen- Pretorius und, Craig Newman
Von links nach rechts: David Sand, Nina Freysen- Pretorius und Craig Newman

2004 fand in Kapstadt der ICCA-Jahreskongress statt und die meisten der damaligen internationalen Delegierten besuchten das in der MICE-Branche noch „jungfräuliche“ Südafrika ein erstes Mal. Der Branchen-Know-how-Transfer im Cape Town International Convention Centre lief noch einseitig: von der Welt nach Afrika. Rund ein Dutzend Jahre später sind beide Wege aktiviert.

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Zuerst war es David Sand, Gründer von Afrikas wichtigster Motivations- und Incentive-Agentur Uwin Iwin; heute mit Büros in Johannesburg, Nairobi, Accra, Lagos, Bangalore und London. Sand gehörte zunächst dem südafrikanischen SITE-Vorstand an und ließ sich 2013 zum Präsident der Society for Incentive Travel Excellence wählen. Zwei Jahre später holte sich ICCA mit Nina Freysen-Pretorius eine absolute Fachfrau im Event-Management-Geschäft zur Präsidentin und in diesem Jahr wurde nun Craig Newman „President-elect“ der UFI, um 2019 deren Präsident zu werden. Die UFI ist der Interessenverband der weltweit größten Veranstalter von Messen und Eigentümer von Messegeländen. Newman führt seit einigen Jahren das Johannesburg Expo Centre. Und letztlich auch in klassischtouristischen Segmenten drängen sich Vertreter aus dem südlichen Afrika in die internationalen Gremien. Kürzlich wurde Namibias Tourismusminister Tommy Nambaku zum Vizepräsident der United Nations World Tourism Organization (UNWTO) gewählt.

Kapstadt vorne weg

David Sand ist also seit 20 Jahren SITE-Mitglied und durchlief national, regional (als Chair Africa & Middle East) und dann international sämtliche Stufen des führenden Incentive-Verbandes. „Meine ursprüngliche Motivation war, mittels SITE-Mitgliedschaft zu erkennen, wie das Geschäft in anderen Ländern gehandhabt wird. Ich wollte lernen, wie andere Agenturen, am Anfang vor allem in Europa und Amerika, erfolgreich sind und warum.“

Neue Incoming-Aufträge nach Südafrika zu akquirieren, war also weniger das Ziel des charismatischen Managers; es ging ihm primär um gute Benchmark-Erfahrungen. Zudem wollte er neue Destinationen kennenlernen, die allenfalls den Uwin-Iwin-Kunden für Outbound-Incentives angeboten werden konnten. Später allerdings wollte er auch etwas zurückgeben: „Eines meiner Ziele war, das internationale Incentive-Wissen mittels Ausbildungsprogrammen in unsere nationale Branche einzubringen. Ein weiteres Anliegen bestand darin, den SITE-Jahreskongress nach Südafrika zu holen. Was dann letztlich auch gelang und in Kapstadt stattfand.“

Bei Nina Freysen-Pretorius war es fast umgekehrt. Der ICCA-Kongress 2004 bugsierte Kapstadt sowohl als Reise-Destination als auch als Tagungsort in die internationale Veranstalter-Szene und bescherte ihr Motivation und Kontakte, ihr eigenes PCO-Geschäft weiter auszubauen. Die 1997 gegründete The Conference Company wurde eine der erfolgreichsten Agenturen im Land mit drei Büros und über 20 Vollzeitangestellten. Auch Freysen-Pretorius suchte das internationale Branchennetzwerk und arbeitete sich deshalb in der ICCA kontinuierlich nach oben. 2017 wurde sie in Kuching, Malaysia, bereits zum zweiten Mal als ICCA-Präsidentin gewählt. „Einerseits engagiere ich mich weiterhin an der Aus- und Weiterbildung unserer Branche in Südafrika. Andererseits will ich innerhalb des Verbandes unseren Jahreskongress weiter verbessern und ausbauen. Dazu gehört unbedingt und weiterhin, dass die Wahrnehmung unserer Branche in der allgemeinen Geschäftswelt zunimmt. Unser Profil muss verstärkt werden.“

Und nun macht es die UFI den beiden anderen Branchenverbänden nach. Mit Craig Newman kommt zudem, für Südafrika schon signifikant, ein dunkelhäutiger Manager aufs internationale Parkett. Er entspricht zusammen mit Freysen-Pretorius und David Sand sehr gut der multikulturellen Realität des neuen Südafrika. Und so sieht er auch die Chance und Notwendigkeit, dass Südafrika eine führende Rolle in Afrika und als Vertreter von Afrika übernehmen soll: „Mittlerweile kann unser Kontinent auch Impulse in das internationale Konferenzgeschäft bringen, denn unsere Märkte sind global wichtig und viele unserer Länder gehören zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsmärkten der Welt. Zudem können wir Afrikas Meeting-Hub werden, denn unsere drei wichtigsten Messestädte Durban, Kapstadt und Johannesburg verfügen über internationale Anbindung, modernste Infrastruktur, tolle Hotels und eine starke Dienstleistungseinstellung. Ich habe das Gefühl, dass das Messegeschäft gerade in Europa und Amerika sehr ausgereizt ist und jedes Segment und Thema übermäßig bearbeitet wird. Hier in Afrika können wir aber noch frei walten, haben offene und hungrige Märkte zu bearbeiten und müssen den Know-how-Transfer auslösen. Die Chancen in Afrika und speziell in Südafrika sind hervorragend.“

Dennoch: Die Arbeit hat eben erst begonnen …

David, Nina und Craig sehen aber auch, dass sich Südafrika weiter öffnen und entwickeln muss, sowohl im nationalen Geschäft als auch als Vorreiter im afrikanischen Kontinent. Mal abgesehen von den Maghreb-Staaten und Ägypten. „Und wir müssen noch bewusster Botschafter und Botschafterin für unsere Interessen werden, so wie dies David und Nina schon seit mehreren Jahren erfolgreich tun!“, ergänzt Craig.

Gepasst hat da, dass jetzt auch die UFI Ende 2017 ihren Jahreskongress mit rund 450 Delegierten in Johannesburg durchgeführt hat. Und die dortige Wahl Newmans hat dementsprechend auch in den lokalen Medien Wellen geschlagen. „In Südafrika ist die enge Zusammenarbeit mit Regierungsstellen ähnlich wie in China sehr wichtig. Die internationalen Messen und Konferenzen hier sind deshalb perfekte Plattformen für solche Gespräche, national aber auch mit ausländischen Investoren. Als Branchen-Leader müssen wir alle beteiligten Parteien zusammenbringen und letztlich vor allem auch pan-afrikanische Netzwerke aufbauen. Unsere Fachmedien helfen da auch mit; die Chefredakteurin Irene Costa tut dies mit „Business Events Africa“ schon seit Jahren äußerst erfolgreich.“

Das nationale oder kontinentale MICE-Geschäft in Südafrika läuft gut, aber nicht dem Potential entsprechend. Stark sind die Medizin- und Pharma-Branchen, dann das Bankgeschäft, die Tech-Industrie und natürlich das Automobilbusiness. Mit der Wahl des neuen ANC-Vorsitzenden Cyril Ramaphosa im vergangenen Dezember hatte das Land neue Hoffnung geschöpft, dass ausländische Investoren wieder nach Südafrika zurückkehren werden, dass sich die Währung erholt und dass damit auch die nationale Geschäftswelt wieder Mut fasst.

„Der Tourismus generell, und auch die MICE-Segmente, können als erste von einer politischen Erholung profitieren. Darauf bauen wir; darauf hoffen wir“, sagt David Sand. Und weiter: „Der nun endlich erfolgte Rücktritt Zumas ist leider seit Jahren das wichtigste Ereignis in unserem Land. Nun aber reiten wir, wie letztmals 1994, auf einer Welle der Euphorie; mit Nelson Mandela nicht nur als unserem wichtigsten Vorbild, sondern auch als Imageträger im Ausland. Jetzt kommt wieder so eine Chance. Und wir Südafrikaner dürfen unser Land, trotz Schwierigkeiten und Problemen, stolz als multikulturelle, farbige und positive Destination anbieten. Das Tagungs-, Incentive- und Messe- Geschäft wird davon noch mehr profitieren können.“ [3804]

Weitere Informationen unter diesen Links:

www.siteglobal.com

www.iccaworld.org

www.ufi.org

www.uwiniwin.net

www.confco.co.za

www.expocentre.co.za

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