Rekordjahr:

Kölner Tagungs- und Kongressmarkt knackt 4 Millionen-Marke

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(Bild: Pexels)

Der Veranstaltungsmarkt in Köln ist 2017 erstmals auf mehr als vier Millionen Teilnehmer angewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das neueste TagungsBarometer – eine regelmäßige Befragung des Cologne Convention Bureau (CCB) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Institut für TagungsWirtschaft (EITW).

Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 49.521 Veranstaltungen (+1,8 Prozent) mit 4,003 Millionen Teilnehmern (+4,7 Prozent) statt. 2017 stieg zudem die Zahl der Veranstaltungsstätten auf 174 (+5) Locations an. Dazu gehören ein neues Tagungshotel und vier Eventlocations.

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Übersicht_TagungsBarometer_2017

Positive Entwicklung seit Ersterhebung

Seit Beginn der Marktforschung für den Kongressbereich 2009 entwickeln sich die Veranstaltungs- und Teilnehmerzahlen konstant positiv: 2009 wurden noch 41.500 Veranstaltungen mit 3,13 Millionen Teilnehmern gezählt. Damit sind die Teilnehmerzahlen bis 2017 um beinahe 30 Prozent gestiegen.

71 Prozent der gesamten Veranstaltungen sind auf Tagungen und Kongresse zurückzuführen, die weiteren 29 Prozent auf Events. Veranstalter aus der Wirtschaft sind weiterhin führend bei den Tagungen und Kongressen und konnten ihren Anteil von 76 auf 81 Prozent noch stärker ausbauen. Dabei bleiben Banken und Versicherungen die wichtigste Branche, gefolgt von Medizin und Pharma. Platz drei belegt die EDV-Branche, die erstmals vor den Kommunikationsunternehmen liegt.

Bei den internationalen Quellmärkten legen die USA stark zu und befinden sich nun mit Großbritannien auf dem ersten Platz der Veranstalter aus dem Ausland. Niederlande, Schweiz und Österreich folgen erst mit Abstand. Der Großteil der Organisatoren kommt aus Deutschland. Seit einigen Jahren ist eine Verschiebung zu erkennen: Immer mehr Veranstalter außerhalb der Region Köln entschieden sich bewusst für die Rheinmetropole (2016: 36,6 Prozent, 2017: 44,17 Prozent) und bringen damit wichtige wirtschaftliche Vorteile für die Stadt.

Das CCB, das in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum feiert, wird am 09. April 2018 eine in Deutschland bislang einzigartige Art der Berechnung veröffentlichen, um die wirtschaftlichen Effekte des Tagungs- und Kongressmarktes von Köln erstmalig umfassend zu betrachten.

Rekordjahr: 2017 mit weit mehr als 6 Millionen Übernachtungen

Betrachtet man das gesamte touristische Jahr, kann auch hier ein Rekord vermeldet werden. 2017 ist mit insgesamt 3,59 Millionen Gästeankünften und 6,24 Millionen Übernachtungen das beste Jahr der Kölner Tourismusgeschichte. Insgesamt konnten 7,3 Prozent mehr Ankünfte und eine Steigerung von 8,1 Prozent bei den amtlich erfassten Hotelübernachtungen registriert werden. Vor allem der Zuwachs aus dem Ausland stieg mit 8,9 Prozent mehr Gästen und 9,2 Prozent zusätzlichen Übernachtungen überproportional.

Eine neue Studie der Tourismusberatung dwif zum Wirtschaftsfaktor bestätigt zudem die gestiegene Wertschöpfung für Köln aus dem Tourismus. Dazu Elisabeth Thelen, Vorsitzende des Aufsichtsrates der KölnTourismus GmbH:

Der Tourismus in Köln ist eine starke Querschnittsbranche. Von ihm profitieren nicht nur naheliegende Branchen wie Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel, sondern auch zahlreiche Dienstleister und Zulieferer aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen. Ein qualitätsvoller Tourismus in Köln kommt Gästen, lokalen Unternehmen und der Bevölkerung gleichermaßen zugute.

Kölns Übernachtungsentwicklung der vergangenen fünf Jahre liegt mit 23,2 Prozent Steigerung weit über dem Zuwachs im Deutschlandtourismus (11,2 Prozent) sowie über den durchschnittlichen Übernachtungssteigerungen der zehn großen deutschen Städte (17,9 Prozent).

Kölner Hotelmarkt: Weiterentwicklung der Kapazitäten gefragt

Seit einiger Zeit wird über die Weiterentwicklung des Kölner Hotelmarktes diskutiert. Oft wurde in diesem Zusammenhang eine höhere Bettenkapazität im Luxussegment gefordert. Um der Diskussion eine Grundlage zu geben und Entscheidungen über die weitere Entwicklung zu unterstützen, haben sich relevante Akteure wie die Industrie- und Handelskammer zu Köln, KölnTourismus, Koelnmesse, Dehoga Nordrhein und KölnKongress zusammengeschlossen und nun eine Publikation herausgegeben. Diese zeichnet die Entwicklung des Hotelmarktes in Köln in den vergangenen Jahrzehnten nach, analysiert die derzeitige Lage und skizziert kommende Herausforderungen.

Alexander Hoeckle, Geschäftsführer International und Unternehmensförderung der IHK Köln:

Es bestehen glänzende Aussichten für den Hotelmarkt Köln, aber auch die Notwendigkeit eines Hotelentwicklungsplans. Ein Hotelentwicklungsplan macht Sinn, um die zukünftigen Herausforderungen aktiv anzugehen und den Hotel-, Messe-, Tagungs- und Kongressstandort zu stärken und zukünftig vermehrt Großveranstaltungen und Großkongresse nach Köln zu holen. Von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und einem wachsenden Tagungsgeschäft können dann auch kleinere, privat geführte Häuser und die Umlandgemeinden profitieren.

Im Sinne des Standorts sei es vor allem erforderlich, die in absehbarer Zukunft entstehenden Tagungsfaszilitäten im Rahmen des Investitionsprogramms Koelnmesse 3.0 mit dem damit einhergehenden Bedarf an Hotelbetten vor allem im 4- und 5-Sterne Bereich international bekannter Ketten zu synchronisieren, so ein zentrales Fazit der Akteure.

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