Wirkungsvolles Allheilmittel für die neue Art zu präsentieren

Präsentieren 2.0 – gegen den Schnarchfaktor bei Präsentationen

Bei Präsentationen denkt jeder Zweite sofort an fantasielose Powerpoint-Folien, gefolgt von ebensolchen Keynotes für Apple-User. Prezi, das multimediale Präsentationstool aus Ungarn, gilt immer mehr als wirkungsvolles Allheilmittel für die neue Art zu präsentieren.

Präsentation
© DURIS Guillaume - Fotolia

Was ist neu und anders an Prezi im Vergleich zu anderen Programmen? Man stelle sich einfach eine weißes, virtuelles, unendlich großes Blatt Papier vor, vergleichbar einem Whiteboard. Sie möchten nun Ihren nächsten Vortrag bzw. Ihre nächste Präsentation vorbereiten und Ihnen fallen zunächst nur Gedankenfetzen ein? Schreiben Sie sie nieder auf Ihre weiße Fläche. Sie denken an Bilder, die Sie auf jeden Fall zeigen möchten? Sie haben Grafiken und Videoclips zur Hand, ohne die man Ihr Thema gar nicht verstehen würde? Bringen Sie all diese Dinge auf Ihr Whiteboard und verknüpfen sie sie dann, damit sie später passend zu ihren Worten abrufbar sind.

Zitat PreziDas Besondere an Prezi: Sie gestalten Multimedia-Präsentationen ohne Folien aber mit verblüffenden Effekten, z. B. dem Heranzoomen und Drehen von Bildern, was so in den gängigen Programmen Powerpoint oder Keynote nicht möglich oder nur auf viel komplexere Weise zu erzielen ist. Weit in jedes Detail kann hineingezoomt werden und durch das Zurückzoomen auf die Gesamtübersicht behält man jederzeit das “große Ganze” im Auge. Das plattformunabhängige Präsentationsprogramm eignet sich speziell zur Darstellung von komplexen Prozessen und detallierten Zusammenhängen. Eingebettete Videos, Youtube-Links und Flash-Animationen starten bei Prezi übrigens automatisch, sobald sie angesteuert werden. Die Bedienbarkeit ist sehr leicht zu erlernen, Powerpoint-User werden die ellenlangen Untermenüs vermissen…

Arbeiten mit einem kreativen Leitmotiv
Prezi braucht ein Key Visual, ein Startbild, das die Zuschauer gleich neugierig macht. Ein Motiv, das die gesamte Story der Präsentation auf einen Blick vermittelt. Deshalb muss in die Suche nach diesem Leitbild ein Höchstmaß an Kreativität gelegt werden und im Vorfeld sollten bereits diese Fragen beantwortet sein. Was ist meine Kernaussage? Und: Welches Leitmotiv, welches Bild vermittelt meine Botschaft? Hilfreich sind Seminare und Trainings, die das Anwenden der Software und das kreative Denken miteinander verbinden. Wer sich nicht selbst einarbeiten will, vertraut auf erfahrene Grafik-Designer wie z. B. Michael Weiger, die sowohl in Bildern als auch konzeptionell denken können.

Ein Beispiel aus der Praxis: Die Agentur VOK DAMS in Wuppertal hatte einen Kunden, der einen enormen Umbau des Unternehmens zusammen mit einigen ausgewählten Mitarbeitern der Fachabteilungen und Niederlassungen deutschlandweit vollzogen hat. Diesen “Umbau” wollte die Geschäftsleitung nun 200 Führungskräften in der jährlichen Führungskräfte-Konferenz nahebringen und etwas Neues – passend zum Umbau und Neuanfang – bieten. Die grundsätzlichen Inhalte lagen als Rede-Manuskript vor. Die einzelnen Unternehmensbereiche hatten ihre Präsentationsteile wie bisher in Powerpoint zugesteuert. Und daraus nun eine Prezi bauen? Das war nur über ein verbindendes Leitmotiv möglich.

Prezi VOK DAMS
Jede Prezi lebt von ihrem Leitmotiv: Hier versinnbidlicht ein Haus mit Aktivitäten in vielen Zimmern den laufenden Umbauprozess eines Unternehmens.

Entwickelt hat Sonja Grandjean mit den Grafikern von VOK DAMS als Leitmotiv ein Haus mit mehreren Zimmern für die einzelne Bereiche und Abteilungen. Ein Haus, an dem gearbeitet wurde. Man sieht deutlich den Umbauprozess und auch die noch nicht ganz abgeschlossene Baustelle. Die Charts der einzelnen Bereiche wurden nun in das Haus hinein “versenkt”, in dem sie stark verkleinert wurden. In Prezi zoomt man sie später heran, so dass sie normal groß, leinwandfüllend dargestellt werden. Das Haus bildete immer wieder Themen-Überleitungen und grenzte die Bereichspräsentationen voneinander ab.

Gemeinsam online an Präsentationen arbeiten
Sie arbeiten an Ihrem Vortrag und benötigen noch weiteren Input, z. B. von Mitarbeitern aus benachbarten Abteilung oder Kollegen aus dem Ausland? In Powerpoint senden Sie Ihre Präsentation weiter und bekommen sie kommentiert zurück. Eventuell teilen Sie sich das Dokument auch über SharePoint Services, über google+ o. ä.. Mit Prezi geht’s wesentlich leichter: Hier können Sie einfach bis zu zehn Gäste einladen und online gleichzeitig an der Präsentation arbeiten. Über eine Hierarchie ist zu sehen, wer gerade ändert oder wer welche Änderung gemacht hat. Das ist komfortabel, schnell und ohne weitere Hilfsmittel möglich.

Installieren und gleich starten
Die einfachste und obendrein kostenlose Variante ist die Eröffnung eines Online-Accounts. So kann man sich jederzeit und überall via Internet einloggen und auf seine Präsentation zugreifen. Der Nachteil ist, dass Ihre Präsentationen öffentlich zu sehen sind – positiv für die direkte Kommunikation mit bestimmten Zielgruppen – aber sicher nicht geeignet für sensible Unternehmensdaten. Um dies zu vermeiden, muss man einen Schritt weitergehen. Prezi bietet drei Lizenzversionen an: Die preiswerteste “Enjoy”-Lizenz erlaubt das Erstellen nicht-öffentlicher Präsentationen, entfernt das Prezi-Logo, erweitert den verfügbaren Speicherplatz und bietet zudem Zugriff auf den Support. Die teurere “Pro”-Lizenz erlaubt das Herunterladen des Editors und das Erstellen von Präsentationen offline. In der “Team”-Lizenz sind zudem Trainingsoptionen und zentrale Lizenzverwaltung enthalten. Mittlerweile gibt es auch eine PREZI-App, mit der sich die Präsentationen auf dem iPad wiedergeben und bearbeiten lassen. Einfache Präsentationen können sogar mit dem iPad direkt erstellt werden.

PREZI-Pluspunkte:
Die Funktionalität von Prezi ist durch spezielle Online-Tutorials einfach zu erlernen und kommt denjenigen entgegen, die gerne Mindmapping-Programme nutzen, eher in Bildern denken und intuitiv arbeiten. Teilnehmer einer Tagung, eines Kongresses oder eines Meetings werden durch ein starkes Leitmotiv und wirkungsvolle Zoom-Effekte in den Bann gezogen. Die webbasierten Multimediapräsentationen sehen, egal auf welchem Gerät eingespielt, immer gleich aus, ohne dass Formatierungsänderungen oder “verlorengegangene” Videos zu befürchten sind.

Zur Gastautorin:
Sonja GrandjeanSonja Grandjean, Jahrgang 1963, lernte von der Pike auf das Eventgeschäft in Agenturen wie VOK DAMS und G&D/MAX.SENSE. Seit Mitte der 1980er Jahre gehört zu ihren Schwerpunkten die inhaltlich-konzeptionelle Arbeit und Steuerung von Präsentations-Projekten. Dies führte 2008 zur Gründung ihres Büros für Marketing, Event-Kommunikation und Leichte Sprache SG-KOMM in Wuppertal.

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