Studie

Geschäftsreisende erwarten mehr Flexibilität vom Travel Management

Travel Location Booking Destination Trip Adventure Concept
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Für nahezu die Hälfte (48 Prozent) der weltweiten Travel Manager ist das Verhältnis von Arbeits- zu freier Zeit in den vergangenen drei Jahren zunehmend zum Problem geworden. Das ist ein Ergebnis der Studie „Meet The Modern Business Traveller“ der Association of Corporate Travel Executives (ACTE) und von American Express Global Business Travel (GBT).

Demnach registriert eine ähnlich hohe Zahl von Travel Managern (42 Prozent) eine steigende Zahl von Geschäftsreisenden, die ihre Dienstreisen mit Freizeit verbinden oder ein Familienmitglied mitnehmen möchten (28 Prozent) oder nach Freizeitausgleich fragen (23 Prozent).

Obwohl die Lebensqualität vielen Geschäftsreisenden unverändert ein Anliegen ist, hat sie nicht die höchste Priorität: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Travel Manager berichten, dass in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Anfragen zu Themen persönlicher Sicherheit zugenommen hat.

Neue Formen des Reisens
Von den 250 befragten Travel Managern und Einkäufern registrieren mehr als drei Viertel (79 Prozent) in den vergangenen drei Jahren den wachsenden Gebrauch öffentlicher Verkehrsmittel auf der Grundlage von Apps.

Fast die Hälfte (48 Prozent) meldet die verstärkte Nutzung von Mitfahrgelegenheiten, 40 Prozent eine zunehmende Inanspruchnahme von Sharing-Economy-Unterkünften. Für denselben Zeitraum berichten 34 Prozent von einer verminderten Nutzung von Limousinen-Services, 24 Prozent von weniger Mietwagenaufkommen.

Auch die Fluggewohnheiten haben sich verändert: Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten sprechen von wachsender Nutzung von Low-Cost-Carriern – und 23 Prozent von einem Zuwachs bei klassischen Netzwerk-Fluggesellschaften, was den Schluss nahelegt, dass moderne Reisende in zunehmendem Maß das Niveau ihrer Flüge gemischt buchen.

Mitfahrgelegenheit

Herausforderung für Unternehmen
Viele Unternehmen beginnen, die Travel-Management-Strategien anzupassen, um dem Profil moderner Reisender gerecht zu werden. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) haben die Richtlinien für persönliche Sicherheit verschärft, mehr als ein Drittel (36 Prozent) bereiten das vor oder denken über Änderungen der Richtlinien nach.

Das Thema Sharing Economy spaltet die Travel Manager: 25 Prozent stellen in den Reiserichtlinien Verkehrsmittel über Shared-Economy-Anbieter zur Wahl, 30 Prozent schließen das explizit aus. Nur neun Prozent bieten Sharing-Economy-Unterkünfte, 59 Prozent sagen, dass sie die Aufnahme solcher Unterkünfte in ihr Angebot nicht planen.

Eine verbesserte Produktivität wurde von 39 Prozent der Befragten als Hauptziel der Verbesserung von Geschäftsreise-Prozessen genannt, ein Viertel sagte, sie sei wichtig für die Attraktivität als Arbeitgeber. Nur 14 Prozent der Antwortenden nannte Umsatz als Hauptsatz.

Es gibt allerdings Hinweise auf ein Missverhältnis zwischen wichtigen Unternehmens-Leistungsdaten und den genannten Zielen.

Die Mehrheit der Travel Manager nennt Einsparungen (90 Prozent) als wichtigste Leistungszahl, gefolgt von Compliance (86 Prozent), der Zufriedenheit der Geschäftsreisenden (68 Prozent), der Produktivität der Reisenden (30 Prozent), ihrem Wohlbefinden (29 Prozent), der Work-Life-Balance (24 Prozent) und Mitarbeiterbindung (20 Prozent).

Zufriedenere und produktivere Reisende
Laut Philip Haxne, Regional Director EMEA für Global Business Consulting bei American Express Global Business Travel, haben sich Geschäftsreisende wie auch Geschäftsreisen weiterentwickelt:

Die Tage der Straßenkämpfer sind vorüber. Heute können Travel Manager mit ihren Strategien nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn sie Gefühle, Wünsche und Gewohnheiten der modernen Geschäftsreisenden verstehen. Nur durch Anpassung an moderne Geschäftsreisende können Unternehme Spitzenkräfte gewinnen und an sich binden und gleichzeitig die Produktivität steigern.

Und Greeley Koch, Executive Director der Association of Corporate Travel Executives, ergänzt:

Moderne Geschäftsreisende sind aus zwei Gründen unterwegs: für die vom Unternehmen vorgegebenen Ziele und für die, die sie sich für ihr Leben gesetzt haben. Für eine wachsende Zahl haben die Ziele des Unternehmens keine Bedeutung, wenn sie nicht zu den persönlichen beitragen. Konzentration auf die Reisenden ist das Bindeglied zwischen Work-Life-Balance, besseren Leistungen der Reisenden und erreichter Unternehmensziele – und zwar, ohne Abstriche bei den Einsparungen zu machen.

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