So entstehen faule PR-Meldungen:

Oslo: Wirklich eine der preiswertesten Kongress-Destinationen?

Blick von der Oper in Oslo auf die Stadt

So war es in einer Pressemeldung zu lesen: „Das Preisniveau in Norwegen hat sich für ausländische Gäste deutlich verbessert. Das gilt auch für die Kongressbranche, wie die jährliche European Convention Price Survey des britischen Branchenportals Meetpie.com zeigt: Unter den 21 größten Kongressdestinationen Europas ist Oslo einer der günstigsten Anbieter.“ Dann kommt langsam der Aha-Effekt für Helle:

Norwegens Hauptstadt Oslo gehört zu den preiswertesten Kongress-Destinationen unter Europas Großstädten. Das ist das Ergebnis der European Convention Price Survey, die jährlich vom britischen Branchenportal Meetpie.com durchgeführt wird.

Gefragt war ein Angebot für eine eintägige Konferenz im Oktober 2017 mit 1.000 Teilnehmern, mit Powerpoint-Ausstattung, zwei Kaffeepausen und einem zweigängigen Mittagessen mit Mineralwasser. Von den 21 größten Kongress-Destinationen Europas musste Norwegens Hauptstadt nur Belgrad, Posen, Rimini und Prag den Vortritt lassen. Mit einem Preis von rund 400.000 norwegischen Kronen, rund 44.500 Euro, lag das Angebot aus Oslo um bis zu 50 Prozent unter denen der teuersten Wettbewerber Montreux, Stuttgart und Madrid.

„Alle Welt denkt noch immer, Norwegen sei ein teures Land für Ausländer. Auch diese Untersuchung zeigt, dass das nicht mehr stimmt”, sagt Cathrine Pia Lund, Director of Brand Norway bei Innovation Norway, der staatlichen norwegischen Wirtschaftsförderung. “Der Kongressmarkt ist für Norwegen wichtig, er generiert beispielsweise rund 300.000 Hotelübernachtungen jährlich. Bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 3.000 Kronen pro Kongressteilnehmer sprechen wir von einem Umsatz von rund einer Milliarde Kronen (ca. 110 Millionen Euro) pro Jahr“, so Cathrine Pia Lund.

Fazit: Soweit die komplette Pressemeldung, soweit so gut. Zunächst. Denn für einen internationalen Relevanz-Vergleich sollte man keine eintägige Veranstaltung ansetzen. Mit Übernachtung/en, Transportkosten, Abendveranstaltung usw. sehen die Dinge möglicherweise ganz anders aus. Immerhin: Mit einem „faulen Vergleich“ lässt sich wunderbar Werbung machen. Solange es keiner merkt.

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