Was verstehen Gäste unter verträglichem Reisen?

Studie zu nachhaltigem Tourismus

Nachhaltiger Tourismus – für etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Reisenden bedeutet das in erster Linie die Wahl einer umweltfreundlichen Unterkunft, wobei zwei Drittel (65 Prozent) noch nie bewusst in einem nachhaltigen Quartier übernachtet zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine globalen Studie zu nachhaltigem Tourismus von Booking.com.

Kompass zeigt in Richtung Nachhaltigkeit
Robert Kneschke - Fotolia

Keine einheitliche Vorstellung von Nachhaltigkeit

Ein Aspekt im Zusammenhang mit “verträglichem Reisen” ist für viele Befragte der Schutz von Natur und Umwelt: Für ein Drittel (36 Prozent) der Teilnehmer steht das Kompensieren von CO2-Emissionen bei Flugreisen im Vordergrund. Für 22 Prozent gehört ein Aufenthalt in einem Naturschutzgebiet oder Nationalpark eindeutig zu nachhaltigem Tourismus. 16 Prozent der Befragten verstehen darunter Camping. 14 Prozent finden, dass der Schutz der einheimischen Tierwelt ein wichtiger Bestandteil von nachhaltigem Tourismus ist.

Auch der verantwortungsvolle Umgang mit den Menschen im Gastland wird häufig mit “nachhaltigem Tourismus” verknüpft: Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Befragten findet es wichtig, die einheimische Wirtschaft, beispielsweise durch den Kauf von lokal hergestellte Souvenirs und Produkten, zu unterstützen. Für 14 Prozent gehört Freiwilligenarbeit zu verträglichem Tourismus. 12 Prozent verstehen darunter die Begegnung mit der indigenen Bevölkerung.

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass es keine einheitliche Vorstellung von nachhaltigem Tourismus gibt. Auch scheint es immer noch viele Vorurteile gegenüber nachhaltigen Reise- und Hotelangeboten zu geben: 22 Prozent etwa denken, dass umweltfreundliche Unterkünfte automatisch teurer sind. 13 Prozent stehen dem Versprechen, dass eine Unterkunft umweltfreundlich ist, skeptisch gegenüber.

Nachhaltigkeit von Unterkünften nicht ausreichend bekannt

In Sachen Vertrauensgewinn und Information müssen Hoteliers also noch besser werden: Vor die Wahl gestellt, würden sich zwar 68 Prozent der Befragten eher für eine umweltfreundliche Unterkunft entscheiden, wenn dies entsprechend kommuniziert ist. Dem stehen aber 14 Prozent gegenüber, die gar nicht wissen, dass es überhaupt nachhaltig geführte Unterkünfte gibt.

Auch in anderen Bereichen besteht noch Handlungsbedarf: Nur 5 Prozent der Reisenden finden es einfach, nachhaltig zu reisen. Mögliche Lösungsansätze sind vielfältig vorhanden. Die zwei am häufigsten genannten waren ökonomische Anreize wie Steuererleichterungen für Ökoreisende (41 Prozent der Befragten stimmten zu) und ein international einheitlicher Standard für nachhaltige Unterkünfte (41Prozent).

Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf einer Befragung von 10.000 Teilnehmern aus zehn Ländern. Kern der Studie ist die Frage, was Reisende heute unter nachhaltigem Tourismus verstehen.

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