Deutsche Hotelklassifizierung:

Maßnahmenpaket gegen Sterneschummeleien

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Ein Viertel aller Hotels einer 1.000 Betriebe umfassenden Stichprobe werbe mit abgelaufenen oder sich selbst vergebenen Sternen. Diesen Vorwurf der Sendereihe “ZDF zoom” hat der Hotelverband DEHOGA bestätigt, der nun auch selber stärker kontrollieren will.

Erschreckend: Auch Wochen nach der Ausstrahlung der Sendung warben 189 der 251 vom ZDF entdeckten Hotels aus Sicht des DEHOGA unberechtigt mit Hotelsternen. Und auch in einer eigenen Stichprobenerhebung mit einem Umfang von rund 3.000 Hotel-Homepages konnte der Hotelverband ein hohes Ausmaß illegitimer Sternewerbung feststellen: Auf rund 8 Prozent der überprüften Webseiten warben Hotels mit abgelaufenen oder selbst vergebenen Sternen.

Um die Interessen klassifizierter Betriebe und die Markenrechte der Deutschen Hotelklassifizierung künftig besser zu wahren, will der DEHOGA noch im Laufe dieses Jahres eine Software einsetzen, mit deren Hilfe die rund 21.000 Hotel-Homepages in Deutschland regelmäßig und automatisiert auf unberechtigte Sternewerbung gescreent werden.

Die bereits heute oder zukünftig ermittelten Betriebe mit illegitimer Sternewerbung sollen daraufhin ohne Ausnahme von der regional zuständigen Klassifizierungsgesellschaft aufgefordert werden, sich gültig klassifizieren zu lassen oder die Werbung mit Hotelsternen einzustellen.

Ein weiteres Problem sieht der DEHOGA jedoch in der Verwendung von Portalsternen, wie Markus Luthe, Geschäftsführer des DEHOGA, erläutert:

Im Sinne einer einheitlichen und verbraucherfreundlichen Verwendung von Hotelsternen fordern wir allerdings auch Buchungsportale, Bewertungsportale und (Meta-)Suchmaschinen zum Verzicht auf eigene “Portalsterne” für Hotels auf, denen in der Regel keine einsehbaren und objektiven Kriterienkataloge zugrunde liegen. Die Deutsche Hotelklassifizierung erneuert ihr Angebot eines automatisierten und entgeltfreien Datenabgleichs mit den Online-Portalen über eine XML-Schnittstelle in Echtzeit.

Zusätzlich plant der DEHOGA gemeinsam mit den Klassifizierungsgesellschaften das Prozessmanagement dahingehend zu optimieren, dass Hoteliers noch früher und aufmerksamkeitsstärker eine Nachricht über ihre in Kürze auslaufende Klassifizierung erhalten.

Neben die bisherige anlassbezogene Kontrolle der Einstufungen durch die Klassifizierungskommissionen soll zudem auch eine bundesweite stochastische Überprüfung vor Ort treten. Zudem plant der Hotelverein das Training und den Austausch der Kontrolleure untereinander durch überregionale Treffen, Benchmarking, Webinars und E-Learning-Tools zu intensivieren.

Markus Luthe ist sich sicher:

Mit Umsetzung unseres Maßnahmenpakets sind wir zuversichtlich, den temporären Gegenwind wieder in einen stabilen Aufwind für die Deutsche Hotelklassifizierung umwandeln und den Marketingmehrwert für klassifizierte Betriebe weiter steigern zu können. Der Nutzen der Sterne der Deutschen Hotelklassifizierung als objektive Orientierungshilfe für den Gast ist gerade in Zeiten der Online-Bewertungen höher denn je einzuschätzen.

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