Hotrec-Studie – Detailauswertung für Deutschland

Macht der Online-Buchungsportale nimmt auch in Deutschland weiter zu

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In Deutschland wurde das Telefon im Jahr 2015 von den Online-Buchungsportalen (Online Travel Agencies, OTA) als stärkster Buchungskanal abgelöst. Lag der Anteil der Übernachtungen, die per Telefon gebucht wurden, im Jahr 2013 noch bei über 26 Prozent, fiel dieser Anteil im Jahr 2015 auf 22,6 Prozent ab. Die Online-Buchungsportale konnten im selben Zeitraum ihren Anteil im Distributionsmix hingen von 20,9 Prozent auf 24,1 Prozent steigern. Sie sind somit der bedeutendste Buchungskanal für die Hotellerie auch in Deutschland geworden.

Der OTA-Anteil liegt in Deutschland damit über dem europäischen Durchschnitt von 22,3 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die von Hotrec, dem europäischen Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis zu Beginn des Jahres 2016 durchgeführte Befragung von über 2.000 Hoteliers in Europa.

Der Anteil der Übernachtungen, die in Deutschland per E-Mail im Hotel reserviert bzw. gebucht werden, lag 2013 bei 15,5 Prozent. Für das Jahr 2015 wurde eine Steigerung auf 18,1 Prozent gemessen. Rechnet man die Übernachtungen, die über ein in die Website integriertes Reservierungsformular (ohne sofortige Verfügbarkeitsprüfung) eingehen hinzu (5,3 Prozent), kommt man für das Jahr 2015 auf einen Gesamtanteil von 23,4 Prozent der Übernachtungen, die per E-Mail reserviert bzw. gebucht wurden.

Die Übernachtungen, die direkt über die hoteleigene Website (in Echtzeit) gebucht wurden, lagen 2013 bei einem Anteil von 8,1 Prozent und stiegen im Jahr 2015 auf einen Wert von 9,0 Prozent. Damit liegt die deutsche Hotellerie bei den direkten Online-Buchungen in Echtzeit über dem europäischen Durchschnitt von 6,8 Prozent. Betrachtet man allerdings ausschließlich die Individualhotellerie in Deutschland liegt der Anteil der Übernachtungen, die in Echtzeit über eine Internet Booking Engine (IBE) auf der Hotelwebsite gebucht wurden, nur bei 5,5 Prozent. Die kettengebundenen Hotels konnten hingegen einen Übernachtungsanteil von 13,4 Prozent über die eigenen Webseiten verbuchen, so dass sich ein gewichteter Durchschnittswert von 9,0 Prozent ergibt. Zudem stieg der Anteil der ketten- und kooperationseigenen Computer Reservierungssysteme (CRS) von 0,4 Prozent im Jahr 2013 auf 2,9 Prozent im Jahr 2015. Hier zeigt sich, dass die Bemühungen der Hotelketten und -kooperationen im Bereich Online-Direktvertrieb langsam Früchte tragen. Dennoch belegen die Werte die enorme Abhängigkeit der Hotellerie von externen Buchungsplattformen, weiß auch Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC Distribution Task-Force und Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA):

Die Abhängigkeit von den Online-Portalen wird sich in Zukunft noch verstärken, wenn man bedenkt, dass der Anteil der Online-Buchungen in den nächsten Jahren weiter – zu Lasten der Offline-Buchungen – steigen wird. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass trotz der enormen Ungleichgewichte zwischen den verschiedenen Akteuren die Marktbedingungen wieder fairer und ausgeglichener werden. Jeder einzelne Hotelier muss die Freiheit haben, die Preise und Bedingungen für seine eigenen Produkte frei bestimmen zu können und die Möglichkeit haben, jeden von ihm gewünschten Vertriebskanal zu bedienen.

Zudem nimmt trotz der steigenden Bedeutung des Online-Hotelverkaufs die Zahl relevanter Marktteilnehmer im Online-Reisemarkt signifikant ab und die Märkte weisen Tendenzen zumindest enger Oligopole auf. Nach den Ergebnissen der aktuellen Hotrec-Umfrage ist Booking.com ist mit einem Marktanteil von 47,0 Prozent auch im Jahr 2015 unangefochtener Marktführer im Bereich der Online-Buchungsportale in Deutschland. Rechnet man die Anteile von Agoda (0,2 Prozent) hinzu, kommen die Portale von Priceline auf einen Marktanteil von 47,2 Prozent. Auf Platz zwei in Deutschland folgt die HRS-Gruppe mit einem Marktanteil von 34,6 Prozent (HRS 28,7 Prozent / Hotel.de 5,9 Prozent).

Eine detaillierte Auswertung samt Grafiken für Europa finden Sie hier.

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