DEHOGA-Online-Umfrage:

Mindestlohn führt zu höheren Kosten und Bürokratiefrust in Hotellerie und Gastronomie

Der Mindestlohn kommt das Gastgewerbe teuer zu stehen. Das ist die zentrale Botschaft einer DEHOGA-Branchenumfrage. Fast drei Viertel der befragten Betriebe verzeichnen seit dem 1. Januar 2015 Personalkostensteigerungen. Hinzu kommen für eine breite Mehrheit (67,1 Prozent) gestiegene Kosten für Lieferanten und Dienstleister. 62,3 Prozent beklagen sinkende Erträge.

Auswirkung des Mindestlohns im Gastgewerbe
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Laut Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), mache das Stimmungsbild der Umfrage eine überaus große Betroffenheit der Branche deutlich. Der Mindestlohn habe die Kosten und den bürokratischen Aufwand in die Höhe getrieben – beides sei Gift für die Investitions- und Wachstumsstärke. Insgesamt, so Fischer, sei es für eine Mindestlohn-Bilanz zu früh, etwa, was die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt betrifft. Im Fokus der Kritik steht für viele Betriebe laut Umfrage derweil die Arbeitszeitdokumentation.

Reaktion der Betriebe im Gastgewerbe auf die Einführung des Mindestlohns
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Fast die Hälfte der Unternehmer bezeichnet die neugeschaffene Mindestlohn-Bürokratie als “schlimmer als erwartet”. Die Kritik an der Dokumentationspflicht geht dabei Hand in Hand mit der Kritik an dem geltenden Arbeitszeitgesetz von 1994. Mit einem Rekordwert von 87,4 Prozent innerhalb der Umfrage unterstützen die Betriebe den DEHOGA-Vorschlag, von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen, so wie es die Europäische Arbeitszeitrichtlinie vorsieht. Der Kostenanstieg durch die Einführung des Mindestlohns führte hingegen zu einem Bündel unterschiedlicher Maßnahmen in den Unternehmen: Die drei am häufigsten genannten sind dabei geänderte Dienstpläne (51 Prozent), höhere Preise (49,9 Prozent) und eingeschränkte Öffnungszeiten (35,8 Prozent). In Ostdeutschland liegen die Preiserhöhungen mit 71,2 Prozent an erster Stelle.

Laut Bundesagentur für Arbeit ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Gastgewerbe im Jahr 2015 weiter gestiegen. Im Oktober (aktuellster Wert) betrug die Zahl 1.003.000. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Plus von 6,6 Prozent. Anlass zur Sorge gäbe jedoch laut Fischer, dass ein Fünftel der Betriebe äußerte, Angestellte zu reduzieren. Der Mindestlohn bleibe damit ein Risiko für den Arbeitsmarkt.

An der DEHOGA-Umfrage haben sich online 4.958 Betriebe (West 4273 / Ost ohne Berlin 685) zwischen dem 18. Dezember 2015 und dem 21. Januar 2016 beteiligt. Unter den Antwortenden gehören 61,2 Prozent zum Gaststätten- und 38,8 Prozent zum Beherbergungsgewerbe.

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