Körpersprache und Stimme sind wichtiger als Fachwissen!

Tipps für mehr Charisma

Vortrag, Körpersprache, Sprecher
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In der Bibel wird es vielfach erwähnt und spätestens seit Obama ist es wieder in aller Munde: das Charisma, auch Gottes- oder Gnadengeschenk. Wer lange glaubte, ohne leben zu müssen: Es gibt Anlass zur Hoffnung! Nach den Worten der Schauspielerin und Kommunikationstrainerin Adele Landauer können wir dem Gnadengeschenk durchaus auf die Sprünge helfen.

Charisma ist lernbar, wenn wir die Prinzipien menschlicher Interaktion kennen und anwenden und wieder mehr Körperbewusstsein entwickeln. Ist Ausstrahlung also nicht zwingend von einer besonderen Attraktivität, Reputation oder gar klugen Worten abhängig?

Laut Landauer tappen wir alle in die gleiche Falle: Wir legen zu viel Wert auf den Inhalt. Für einen nachhaltig positiven Eindruck – ob bei Vorträgen, Kundengesprächen oder dem ersten Date – wollen wir mit schlauen Sätzen und Fachwissen trumpfen. Kommunikationsforscher belehren uns eines Besseren: Worte zeichnen nur zu sieben Prozent für unsere Wirkung verantwortlich. Ausschlaggebend für unsere Strahlkraft – positiv wie negativ – sind Körpersprache (55%) und Stimme (38%). Letztendlich kommt es immer auf das Wie an. Wie will ich meine Botschaft rüberbringen?

„Erst die Einheit von Denken, Fühlen und Handeln macht uns anziehend. Wertvoller Inhalt geht verloren, wenn wir falsch vortragen, weil wir abwärts des Hirns nicht mehr vorhanden sind. Darum müssen wir wieder mehr Kontakt zu unserem körperlichen Zentrum aufnehmen“, mahnt Landauer. Unbedingt sollten aufrechte Haltung, gerader Blick und eine klangvolle Stimme trainiert werden. Dennoch muss Authentizität im Vordergrund stehen, die Körpersprache auch zum jeweiligen Menschen bzw. Charakter passen.

Bloß kein „Stoiber-Lächeln“! Haltung gewinnen mit „Haselnuss im Po“… 
Gerade wenn wir uns mies und antriebslos fühlen, sind wir uns der eigenen Körpersprache oft nicht bewusst. Stetiges an sich Rumzupfen oder Auf- und Ablaufen macht Zuhörer nervös. Wer steif und ohne Körpersprache vorträgt, verliert schnell an Aufmerksamkeit. Dem Publikum den Rücken zudrehen, signalisiert Abweisung. Und wer nur mit dem Mund lächelt, wie einst Edmund Stoiber, macht sich schlichtweg zum Clown. Darum oberste Priorität: Immer auch mit den Augen lächeln!

Auch für die richtige Körperspannung hat Adele Landauer eine praktische Übung:

Steht fest auf euren Füßen, schulterbreit, gerader Rücken, die Kraft kommt aus dem Becken. Stellt euch vor, ihr haltet eine Nuss – bitte lediglich eine kleine Haselnuss – mit eurem Po fest. So habt ihr automatisch die richtige Körperspannung.

Nur, wenn wir den Boden unter den Füßen spüren und „sicher“ auf einer Vortragsbühne stehen – Frauen sollten nicht zu hohe Schuhe tragen –, können wir aus unserer Körpermitte heraus agieren und auf unsere körpersprachliche Intelligenz vertrauen.

Und die Moral von der „Geschicht“?
Menschen mit einer starken Ausstrahlung haben automatische eine starke Anziehung – und umgekehrt. Hier gilt der leidvolle Spruch: „Übung macht den Meister“.


Adele Landauer
Schauspielerin, Kommunikations- und Schauspieltrainerin; absolvierte eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Landauer steht seit über 25 Jahren regelmäßig auf der Bühne und vor der Kamera.

Buch: ManageActing (Gebundene Ausgabe)
ISBN-10: 3430159725

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