Voice Republic

Mit Audio-Livestreaming nie wieder spannende Vorträge verpassen

Voice Recording

„Vier Dinge kommen nicht zurück: Das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil, das vergangene Leben und die versäumte Gelegenheit“ – pflegte einst die deutsche Autorin Christa Schyboll (*1952) zu sagen. Auch wenn sie mit dieser Aussage Recht behält, kann man heute – dank moderner Technik – immerhin das gesprochene Wort festhalten und übertragen, so dass viele Menschen daran teilhaben können. Audio-Livestreaming lautet das Zauberwort: ein Angebot, das Audio-Dateien in Echtzeit (live) bereitstellt und überträgt.

Beim Streaming (deutsch: „strömend“) werden die Daten auf dem Computer des Benutzers direkt wiedergegeben, während sie aus dem Internet geladen werden. Anders als beim Download, bei dem die Datei vor der Wiedergabe zunächst komplett auf den Rechner übertragen werden muss, kann beim Streaming die Wiedergabe fast sofort beginnen.

Somit sind Liveübertragungen mit nur kurzer Zeitverzögerung möglich, weshalb man das Streaming auch als internetbasierte Entsprechung zu den Medien Fernsehen und Radio betrachtet.

Ein Angebot für Audio-Livestreaming bietet jetzt das Berliner Start-up Voice Republic – die Plattform für das gesprochene Wort. Das junge Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die Audio-Livestreaming und die gleichzeitige Archivierung der Inhalte ermöglicht.

Namhafte Veranstalter wie die Frankfurter Buchmesse, die re:publica, die Staatlichen Museen zu Berlin oder das C/O Berlin setzten die neue Technik bereits für ihre Events ein. Nutzer der ersten Stunde war das Forum Wissenschaftskommunikation, das bei seiner größten Fachtagung im deutschsprachigen Raum auch in Folge auf die StreamBoxx setzt. „Die Streams sind eine wichtige Ergänzung für unsere Tagung und sowohl bei unseren Rednern als auch beim Publikum sehr gut angekommen“, sagt Hella Grenzebach, Projektleiterin des Forums.

Vorträge, Konferenzen, Lesungen – weltweit live hörbar

Für den Einsatz vor Ort hat das Unternehmen eine Open-Source-basierte Hardware entwickelt, die sich einfach an das vorhandene Mischpult anschließen lässt. Ob an einer einzigen Bühne oder an zehn Bühnen parallel – mit der sogenannten StreamBoxx wird Audio-Livestreaming und die automatische Archivierung der Inhalte ermöglicht. Dabei lassen sich alle Streams ortsunabhängig aus dem Web-Browser bedienen.

Bei der Installation muss die StreamBoxx an den Strom angeschlossen, per LAN-Kabel mit dem Internet und dann mit dem Audiosignal der Bühne, Mischpult oder Mikrofon verbunden werden. Ab diesem Moment kann die Veranstaltung automatisiert übertragen werden. Veranstalter, wie Messen, Konferenzen oder Festivals können also ihre Vorträge, Lesungen und Diskussionen einem weltweiten Publikum bereitstellen und beschränken damit ihr Angebot nicht mehr auf anwesende Zuhörer.

Audio Streaming
enotmaks – fotolia.com

Etablieren sich Podcasts zukünftig als Audio-Marketingkanal?

Wer nicht live dabei sein kann oder selbst bestimmen will, wann und wo er sich mit bestimmten Inhalten beschäftigt, greift immer mehr auf Podcasts zurück. Diese On-Demand-Mediennutzung ist in den USA bereits seit einigen Jahren populär und Podcasts sind dort ein Massenmedium. Und wie Untersuchungen zeigen anscheinend auch nachhaltig werbewirksam.

So prognostiziert eine Untersuchung von Bridge Ratings im Sommer 2016, dass in den USA Werbeaufwendungen von 207 Millionen Dollar in 2017 und 395 Millionen Dollar in 2020 in Podcasts geplant sind. Für diesen Aufwand spricht auch eine Untersuchung von IAB und Edison Research, laut der 45% nach einem Podcast die Website der beworbenen Marke besuchen, 42% den Kauf eines Produktes/einer Dienstleistung in Betracht ziehen und 37% weitere Informationen zum Produkt oder eines Unternehmens sammeln.

In Deutschland müssen sich Podcasts als Werbemedium erst noch entwickeln. Erste Schritte heraus aus der Nische hat Viertausendherz, ein erstes deutsches Label für Podcasts, bereits unternommen und geht u. a. bei Soundcloud, iTunes, Google Play und Spotify mit seinem Audio-Angebot an den Markt.

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