Erste Videoimpressionen von der Messe

ibtm 2016: Eine gute Messe, aber nicht „bigger than ever“!

web-20161203_111136Der Flughafen voll mit Müll, die Gänge auf der Messe dafür leerer als gewohnt und der Lufthansa-Streik vielleicht als rechtfertigendes kleines Alibi für Teilnehmerschwund. Auf diesen kurzen Nenner lassen sich die Basis-Wahrnehmungen auf der diesjährigen ibtm world in Barcelona zunächst einmal reduzieren.

Trotzdem war nicht alles Müll, auch wenn das Reinigungspersonal am Airport (mal wieder!) einen fünftägigen Streik ausgerufen hatte und Gänge, Counter, Toiletten und Security-Check In im teilweise noch mutwillig dazu gekippten Unrat erstickten.

Beschwerlichkeiten anderer Art gab es auch vor der Müllbesichtigung: Viele Hosted Buyer mussten Umbuchungen mit teilweise abenteuerlichen Zwischenstopps hinnehmen oder verfrüht mit Ersatzfliegern abreisen. Der Kranich ist eben leider auch nicht mehr das, was er mal war. Und die umbenannte EIBTM auch nicht!

Videoimpressionen der Messe:

Auf den ersten Blick fielen die großen Leerflächen ins Auge. Vor allem an den Rändern. Das Reed-Team hatte allerdings mit viel Geschick daraus „Networking-Zonen“ gemacht. Wer im Haupt-Laufbereich platziert war, hatte gut Lachen, wer die Ränder nehmen musste war besser bedient mit etwas Nonchalance. Etliche Aussteller waren gar nicht vertreten, andere hatten ihre Präsenz drastisch reduziert. Dafür war es im hinteren Bereich dann fast schon eine Spanien-Messe. An den Ständen von Marokko, der Türkei und Ägypten wurden Däumchen gedreht, musste die MICE-Ernte für Sicherheitsbedenken eingefahren werden.

Dennoch: Die meisten Aussteller waren nicht unzufrieden und mit der Qualität der Besucher durchaus einverstanden – der Teller muss eben nicht immer randvoll sein mit Sättigungsbeilagen, wenn das Filet gut ist! So manch einer fand es sogar ganz angenehm, dass es nicht ganz so turbulent zuging wie beim „Durchlauferhitzer IMEX“. Eines aber ist klar geworden: Die IMEX ist das Maß aller Dinge. Und trefflich lässt sich darüber streiten, ob e i n internationales Top-Format in Europa nicht ausreichend ist. Ob wir nicht generell eine überflüssige, Zeit und Budgets auffressende Inflation von Messe-Formaten in unserer Branche haben. Eine Inflation, die nicht dem realen Bedarf folgt, sondern dem von Kommerzhoffnungen getriebenen Veranstalter-Eigensinn.

Betrachtet man das Ganze wohlwollender, so ist allerdings wenig dagegen einzuwenden, einmal im Frühjahr und einmal im Winter einen internationalen Branchentreff zu haben mit durchaus unterschiedlichen Besucher-Zielgruppen. Da spielt es dann keine Rolle, ob der eine größer und der andere kleiner ist. Der Markt wird es richten. Und wenn die gierigen Lufthansa-Piloten und das einfallslose Krisen-Management nicht langsam wach werden, wird auch sie der Markt eines Tages richten. Denn das Thema Zuverlässigkeit ist ein international wertvoller geldwerter Vorteil, der langsam aber sicher vom Business-Traveller abgezinst wird.

Was bleibt nachzutragen: Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau hat verdientermaßen einen Lifetime Achievement Award bekommen. Glückwunsch!

 

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