Die neue events ist da!

Editorial von Hans Jürgen Heinrich: Von Verbands-Löwen und Häppchen-Tigern

Heinrich Kopie

Gerne beginne ich mit einem dicken Lob und einer Empfehlung: Unter Leitung der Konsortialführer GCB und EVVC ist eine richtungsweisende Studie entstanden: Future Meeting Space. Die Highlights stehen ab sofort als PDF zum Download bereit unter www.future-meeting-space.de.

Wenn Sie hineingeschaut haben, werden Sie beeindruckende Einsichten und gute Handlungsempfehlungen gewinnen und sich die Frage stellen: Warum fällt anderen Branchenorganisationen nicht annähernd Vergleichbares ein?

Auch diese Studie ist ein Beleg dafür, dass wir gut und nicht zufällig die Nummer zwei in der MICE-Welt sind! Wir stellen uns bereits heute vorausschauend darauf ein, Gäste aus aller Welt mit veränderten Anforderungen von der Pole Position aus bedienen zu können. Das ist auch ein Verdienst der führenden Branchenverbände, die sich längst nicht mehr nur als Interessenvertretung und Austauschforen verstehen, sondern Schrittmacher sein wollen für Denkprozesse und Vorwärtsentwicklung.

Davon können sich die vermeintlichen Größen von gestern wie SITE, ISES und MPI beispielsweise eine dicke Scheibe abschneiden. Nicht nur, aber auch an den deutschen Chaptern von SITE und MPI scheint der Zeitgeist kräftig vorbei zu rauschen.

Die nächste Empfehlung: Auf dem diesjährigen mbt in München fällt der Startschuss für das Corporate-Meeting-Planner-Netzwerk. Darin steckt eine intelligente Keimzelle für einen Qualitäts-Branchenclub, der sich klein und fein neben den bekannten Verbänden und Vereinigungen etablieren könnte. Wenn Sie die Kriterien erfüllen, sollten Sie mitmachen.

Eine Realität der anderen Art: Gewisse Teile der Branche sind offenbar unter die Häppchen gekommen. Hier ein Canapéchen, dort ein Sektchen und wechselseitig Anbieter oder Planer gucken. Ein über die Jahre lieb gewonnenes Ritual, das aber immer weniger funktioniert. Neue Dienstleister sind auf den Plan getreten und versprechen das Herbeischaffen von Veranstaltungsplanern für Roadshows, Workshops, Präsentationen. Das funktioniert mal gut, mal weniger gut, wird aber insgesamt immer schwieriger. Wenn’s dann mal wieder mit den Teilnehmerzahlen und der -qualität nicht so geklappt hat, ist entweder der Dienstleister Schuld oder man poliert das Ganze einfach hinterher ein bisschen schön.

Eines gilt immer: Wenn Face-to-Face-Kommunikation gespielt wird, dann sollte es bitteschön eine intelligente sein. Die Informationsvermittlung muss zwar gerade in Zeiten von Compliance im Vordergrund stehen, aber sie muss eingebettet sein in eine Gesamt-Architektur aus Storytelling und Content-Marketing. Nur Räume zeigen, von Charts ablesen oder Laptops aufklappen vor Häppchen-Tigern ist Yesterday. Vor allem, wenn es weitgehend immer die gleichen Reiselustigen sind, die bespielt werden.

Übrigens: Wer in die Breite will, der ist bei den Leselustigen immer noch gut aufgehoben. Einige tausend Leser plus online-Verstärker konkurrieren durchaus wettbewerbsfähig mit Face-to-Face. Wenn es nicht „platt“ gemacht ist. Oft deutlich preiswerter. Mit wirkungsvoller Reichweite genau dorthin, wo weniger Zeit zum Reisen ist, weil der Workload hoch ist. Was für höchste Zielgruppen-Relevanz spricht. Leider, leider können wir zum Lesen keine Häppchen und keinen Sekt reichen. Vielleicht sollten wir demnächst wenigstens auf Esspapier drucken?

Mit einem leichten Augenzwinkern

Unterschrift-Heinrich

Hans Jürgen Heinrich Chefredakteur

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