Tipps fürs Eventmanagement

Das können Sie von den Events deutscher Parteien lernen

Parteitag CDU
Bundesparteitag der CDU-Deutschland in Dortmund im Herbst 2005 | Foto: Christoph F. Siekermann Lizenz: CC BY-SA 3.0

Auch wenn politischen Parteien im Hinblick auf ihre Inhalte oft vorgeworfen wird, sie würden kurzfristig agieren, für ihre Veranstaltungsprogramme kann das nicht gesagt werden. Eine aktuelle Untersuchung der Agentur Proske beweist: Parteiveranstaltungen werden mehrheitlich über Jahre hinweg und damit sehr nachhaltig geplant. Ressourcen werden dabei außerdem sehr ökonomisch eingesetzt. Auch Unternehmen können beim Veranstaltungsmanagement von diesen Vorgehensweisen profitieren.

Vor der Bundestagswahl 2017 intensivieren alle politischen Parteien ihre Anstrengungen, um Wähler zu erreichen. Für 64 Prozent der Politiker sind Veranstaltungen im Wahlkampf ein wichtiger Kanal.* Die Agentur Proske hat deshalb im Vorfeld der Wahl analysiert, wie die Parteien ihre Veranstaltungen grundsätzlich strukturieren und dabei sechs Punkte herausgegriffen, die auch Unternehmen für ihre Eventplanung nutzen können.

Langfristig angelegte Programme erhöhen die Wirkung und sparen Kosten bei der Organisation

1. Langfristige Planung

Bestimmte Termine sind auf lange Sicht festgesetzt, bundesweite Leitveranstaltungen finden jeweils innerhalb eines bestimmten Zeitraums statt. So richtet zum Beispiel die CDU ihren ordentlichen Parteitag stets zum Jahresende aus, bei der SPD erfolgt dies alle zwei Jahre ebenso. Die FDP organisiert ihr traditionelles Dreikönigstreffen jeweils am 6. Januar eines Jahres.

Solche festen wiederkehrenden Highlights prägen sich bei den Zielgruppen ein. Für die Ausrichter erleichtert es die Organisation und spart Kosten, da durch die klare Struktur immer wieder auf ein bewährtes Programm mit entsprechender Infrastruktur und Dienstleistern zurückgegriffen werden kann. Auch für Veranstaltungen im kleineren Umfang, etwa auf Landesebene, sind feste Formate festgelegt.

2. Anlassbezogene Veranstaltungen

Gerade im Wahlkampf folgen die Veranstaltungen der Parteien einer inhaltlichen Dramaturgie. In der Regel macht eine zentrale Auftaktveranstaltung den Anfang. Im weiteren Verlauf folgen zahlreiche weitere dezentrale Events.

3. Flexibilität

Neben langfristig geplanten Veranstaltungen werden bei neuen Entwicklungen außerordentliche Parteitage kurzfristig einberufen. Ebenso werden andere themenbezogene Veranstaltungen wie etwa Fachgespräche realisiert. Die Veranstaltungsplanung erfolgt dann kurzfristig, schließt aber strategisch an das Gesamtprogramm an. Damit entsteht ein einheitliches Konzept und dementsprechend eine hohe Wiedererkennbarkeit strategischer Inhalte für die Zielgruppen.

4. Lokale Umsetzung von Inhalten

Ortsverbände haben in allen Parteien ein hohes Maß an Freiheit, lokal zugeschnittene Inhalte auf die Agenda zu setzen und im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihen zu kommunizieren. Dabei orientieren sie sich in der Regel an denselben thematischen Leitlinien, die auf Bundesebene gelten. Inhalte werden so glaubwürdig auf verschiedenen Ebenen umgesetzt.

5. Dezentrale Präsenz

Bundes- und Landespolitiker, etwa Regierungsmitglieder, ziehen sich im Wahlkampf in der Regel nicht in ihren Elfenbeinturm zurück. Stattdessen zeichnen sie sich mehrheitlich durch eine starke dezentrale Präsenz aus. So sind prominente Politiker regelmäßig auch in kleineren oder mittelgroßen Städten vor Ort, um den Bürgern das Wahlprogramm ihrer Partei nahezubringen.

6. Sicherheit

Bestimmte organisatorische Punkte müssen im politischen Umfeld klar festgelegt werden. Insbesondere beim Thema Sicherheit sind in den vergangenen Jahren neue Herausforderungen entstanden, die sich zwingend in einem Gesamtkonzept wiederfinden müssen.

* Umfrage von Ketchum Pleon 2017: de.statista.com/statistik/daten/studie/168204/umfrage/von-politikern-bei-der-letzten-wahlkampagne-genutzte-kanaele

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