Die Eventbranche

Arm aber sexy im War for Talents?


Generation Y
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Bereits in vier Jahren wird der Großteil der Arbeitnehmer aus der Generation Y (Geburtenjahrgänge ab 1980 bis ca. 2000) bestehen. 48 Millionen Baby-Boomer werden dann in Rente gehen. Was bleibt, ist nach wie vor die Frage: Wie kann die Generation Y am besten in den Arbeitsalltag integriert werden? Vor allem dann, wenn die Veranstaltungsbranche selbst zwar als äußerst attraktives aber unterbezahltes Arbeitsfeld gilt.

Schon in vorherigen Ausgaben hat events (u. a. Ausgabe 2/2015) über die Generation Y und deren Anforderung an die Praxis sowie die Herausforderung, die Generationen unter einen Hut zu bekommen, berichtet. Unter Berücksichtigung der aktuellen Diskussion um die Aus- und Weiterbildung in der Branche sowie einer damit einhergehenden stärkeren Professionalisierung (vgl. auch Ausgabe 5/2015) führten zehn Studierende der International School of Management (ISM) unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Schabbing und Marie Baldus in Zusammenarbeit mit dem German Convention Bureau eine Untersuchung durch, die die Anforderungen der Generation Y an die potentiellen Arbeitgeber in den Vordergrund rückt:

Direkteinstieg

Hierfür wurden mit Hilfe einer Online-Umfrage im Sommersemester 2015 125 Bachelor-Studenten im Alter von 18 bis 28 Jahren mit dem Schwerpunkt Eventmanagement befragt. Ergänzend wurden sieben Experten-Interviews von Unternehmen der MICE Branche geführt. Ziel war es, die Erwartungen der Event-Studenten an die potentiellen Arbeitgeber mit den Erwartungen der potentiellen Arbeitgeber an die Berufseinsteiger zu vergleichen. Daraus sollten Fits und Gaps eruiert, aber auch Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Mehr als die Hälfte aller befragten Studenten (ca. 58 Prozent) streben nach einem erfolgreich absolvierten Studium eine Anstellung in Vollzeit an.

Die größten Unterschiede in Bezug auf die gegenseitigen Erwartungen lassen sich bei den Themen Betriebsklima, Standort, Image und Nachhaltigkeit identifizieren. Während die Generation Y großen Wert auf ein gutes Betriebsklima, eine angemessene Vergütung, Lob und Wertschätzung, eine sinnvolle Arbeit sowie Work-Life-Balance legt, schätzen die Arbeitgeber, dass dieser Generation eher Arbeitgeber-Standort, Nachhaltigkeit und Image wichtig sind. Eine Übereinstimmung ist lediglich bei den Themen Karrieremöglichkeiten und Verantwortung zu erkennen.

Relevanz Kriterien

Dabei sind eher flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten Anreize bei der Wahl eines Arbeitgebers. Die von den Arbeitgebern eingeschätzten Anreize wie die Höhe der Vergütung oder die betriebliche Altersversorge sind sekundär.

Befragt nach dem späteren Beschäftigungsfeld möchte der überwiegende Teil der Studierenden später eine Anstellung im Eventmarketing finden.

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Attraktiv trotz schlechter Bezahlung und unzureichender Arbeitsbedingungen

41 Prozent der befragten Studenten gaben an, dass die Arbeit in der MICE-Branche schlecht bezahlt wird, ca. ein Drittel befand sogar, dass die Arbeitsbedingungen unzureichend sind. Dennoch sagen 75 Prozent der Umfrageteilnehmer, die bereits erste Erfahrungen in Form von Ausbildung oder Praktika in der MICE-Branche sammeln konnten, und 86 Prozent ohne Vorerfahrung, dass sie die Arbeit in der MICE Branche als sehr attraktiv bewerten.

Interesse Bereich

Hier scheint der Wunsch nach Kreativität, Sinnhaftigkeit in der Tätigkeit, viel Verantwortung und einer herausfordernden Arbeit – Kriterien, die in der MICE Branche schnell erfüllt werden können – der Branche in die Hände zu spielen.

Fazit

Die MICE-Branche profitiert derzeit noch von ihrer hohen Attraktivität. Im Sinne einer Professionalisierung und natürlich auch im Ringen um die Generation Y ist es dennoch unerlässlich, einen Wandel zu vollziehen und mitarbeiterorientiert zu denken und zu agieren.

Denn prinzipiell ist es nicht mehr primär nur eine Diskussion um die Generation Y, sondern auch eine um die nachfolgenden Generationen, deren Anforderungen möglicherweise erneut von denen der Vorgängergeneration abweichen. Dabei spielt dieser natürliche Wandel den Unternehmen sogar in die Hände: Unternehmen im Wandel bleiben wettbewerbsfähig.


Quellen:

Schabbing, Prof. Dr. Bernd (2016): Gespräch am 20.01.2016
Schabbing, Prof. Dr. Bernd; Baldus, Marie (2015): Die Generation Y und die Eventwirtschaft: Stimmen Anforderungen, Erwartungen, Fähigkeiten und Prioritäten von Berufseinsteigern und Arbeitgebern der MICE-Branche überein? Quantitative und qualitative Untersuchung mit zehn Studenten – in Zusammenarbeit mit dem GCB. Sommersemester 2015.

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