Schweiz Tourismus fokussiert sich auf Erlebnismarketing

Suonen im Kanton Wallis
© Valais/Wallis

Schweiz Tourismus passt seine Strategie dem veränderten Marktumfeld an. Ab dem 1. Februar werden die strategischen Neuerungen, die unter anderem eine Fokussierung auf das Erlebnismarketing festlegen, implementiert.

Der Schweizer Tourismus steht vor großen Nachfrage-Herausforderungen. Der Schweizer Freizeit- und Meeting-Tourismus muss teurer produzieren als die Mitbewerber und demzufolge auch teurer anbieten. Der starke Franken verschärft die Ausgangslage deutlich. Der europäische Mittelstand kann und will sich die Schweiz immer weniger leisten, dadurch sind große Rückgänge der traditionellen Individualgäste aus der Eurozone zu verzeichnen. Das führt zu Umsatzeinbussen und sinkender Investitionsfähigkeit. Die Entwicklung aus den Überseemärkten ist erfreulich, allerdings kann davon nicht die gesamte Schweiz flächendeckend profitieren, weil der europäische Gast ein grundlegend anderes Reiseverhalten aufweist als der Überseegast.

Hier einige Auszüge zur strategischen Anpassung aus der Mitteilung von Schweiz Tourismus:

Paradigmawandel

Die Veränderung der Nachfrage zwingt den Schweizer alpinen und ländlichen Tourismus zur Redimensionierung und/oder zu kompromisslosem Fokus auf Innovation, Qualität, Differenzierungen und Diversifikation in neue Märkte und Nachfrageströme. Best-in-class muss der Anspruch des Schweizer Tourismus sein. Der Stadt- und Meeting-Tourismus wird weiter an Bedeutung gewinnen.

Das Erlebnis im Zentrum

Tourismus ist mehr als eine kommerzielle Transaktion. Reisen heißt Sehnsucht nach Emotionen. Nur das differenzierende Erlebnis lässt den Preisnachteil überwinden. Konkrete, selektive, authentische und persönliche Erlebnisse, einfach zugänglich gemacht, sind zentraler Erfolgsfaktor des touristischen Marketings. Schweiz Tourismus richtet sich speziell in den Nahmärkten konsequent aufs Erlebnismarketing für spezifische Gästesegmente aus.

Märkte: Strategie und Prioritäten

Die Analyse zeigt deutlich, dass auch bei geändertem Umfeld die duale Märkte-Strategie alternativlos richtig ist. Die Erschließung neuer Gäste aus neuen Märkten erfolgt parallel zur Fortsetzung der umfassenden Bearbeitung der traditionellen Stammmärkte. Allerdings werden in der Märkte-Priorisierung und Bearbeitungsintensität Anpassungen vorgenommen.

Neue Fernmärkte

Fokus auf die Entwicklung des Individualreisegeschäfts

  • Positionierung der Schweiz als erlebnisreiche, sichere und einfach zugängliche Destination für Individualreisende
  • Aufbau neuer Saisons und Erschliessung neuer Gästesegmente und Communities
  • Fokus auf Gruppenreisen mit hoher touristischer Wertschöpfung sowie Erschliessung neuer Märkte, Segmente oder Saisons

Märkteprioritäten

  • Verstärkte Bearbeitung: Australien, China, Frankreich, Golfstaaten, Indien, Nordics, UK, USA, neue SWISS Europa-Ziele (Watchlist)
  • Unveränderte Bearbeitung: Brasilien, Deutschland, Italien, Kanada, Korea, Österreich, Polen (neu Aktivmarkt), Schweiz, Spanien, Südostasien, Tschechien
  • Reduzierte Bearbeitung: Belgien (Schliessung der Vertretung, Bearbeitung als Markt BeNeLux aus den Niederlanden), Japan (Budgetreduktion), Niederlande (Budgetreduktion), Russland (Budgetreduktion)

Organisatorische Anpassungen

Weltweit richtet sich Schweiz Tourismus auf die präzise Ansprache der Gäste-Reisemotive aus. Segmentgruppen (Sommer, Meetings, Städte, Winter) integrieren die Fachabteilungen (Produktmarketing, Content, eCampaigning, Social Media, etc.) und visieren hohe Produktkompetenz, entscheidungsrelevanten Content und Distributionskompetenz an. Das eMarketing – im Wesentlichen das Social Media Marketing – wird verstärkt, das Städte- und Meeting-Marketing organisatorisch besser verankert. Der Bereich Meetings wird neu in der Geschäftsleitung vertreten sein.

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