VDR-Geschäftsreiseanalyse 2016

Immer höhere Ausgaben für Geschäftsreisen

Koffer
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Wie die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse 2016 belegt, stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent und erreichten damit einen Wert von 50,9 Milliarden Euro. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 11 Millionen Geschäftsreisende (+8,8 Prozent) und 182,7 Millionen Geschäftsreisen (+4,0 Prozent).

Die steigenden Werte im vergangenen Jahr entsprechen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Studie zeigt jedoch auch, dass sich der Trend in diesem Jahr voraussichtlich nicht fortsetzen wird. Insbesondere das Thema Sicherheit dominiert die Nachrichtenlage, das gilt auch für das Reiseverhalten deutscher Unternehmen. Denn wer häufiger dienstlich reisen muss, ist dementsprechend auch in höherem Maße potenziellen Bedrohungslagen ausgesetzt.

Mitarbeiter reisen öfter
Die deutsche Konjunktur war im Jahr 2015 gekennzeichnet durch stetiges Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte BIP stieg im Jahresdurchschnitt um
1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum spiegelt sich auch in der Anzahl der Geschäftsreisen wider: Beschäftigte aus Betrieben mit zehn und mehr Mitarbeitern waren öfter unterwegs. Die Zunahme von Geschäftsreisen im vorangegangenen Jahr (2,8 Prozent) wurde 2015 mit 4 Prozent spürbar stärker. Nach Zurückhaltung im Jahr 2014 trug der öffentliche Sektor hierzu diesmal mit 4,7 Prozent mehr Dienstreisen bei, während die Privatwirtschaft mit 3,8 Prozent auf demselben Steigerungsniveau blieb. Die durchschnittlichen Kosten pro Reise bewegen sich seit vier Jahren auf einem ähnlichen Niveau und wurden 2015 noch einmal, wenn auch marginal, auf 305 Euro reduziert.

Rekordwert auch bei den Übernachtungen
Auch im Übernachtungsbereich wurde für 2015 ein neuer Rekordwert von 67,6 Millionen erreicht. In allen Unternehmens-Größenklassen gab es mehr Geschäftsreisende. Inländische Beherbergungsbetriebe profitierten überproportional von diesem Wachstum: Die Anzahl der Übernachtungen stieg um 7,3 Prozent auf 49,5 Millionen. Hierzu trug im Besonderen der Mittelstand mit bis zu 500 Mitarbeitern bei. Die Zunahme bei den Auslandsübernachtungen betrug 3,2 Prozent. Doch hier hielt sich der Mittelstand zurück; der Anstieg stammt ausschließlich von Firmen mit über 500 Mitarbeitern.

Sicherheit immer mehr im Fokus
Die aktuellen Ereignisse und das zunehmende Sicherheitsbedürfnis spiegeln sich auch im Verhalten der Unternehmen wider. Widmet sich im Jahr 2016 über die Hälfte der Firmen mit bis zu 500 Mitarbeitern dem Thema Sicherheit auf Geschäftsreisen (53 Prozent), waren es 2014 nur 46 Prozent. Dieser Anstieg um sieben Prozentpunkte zeigt sich auch bei den größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Hier beschäftigen sich inzwischen 81 Prozent mit diesem Thema (2014: 74 Prozent). Ähnlich sieht es im öffentlichen Sektor aus, wenn auch in schwächerer Ausprägung. Bei größeren Organisationen ist das Thema Sicherheit bei 65 Prozent der Interviewpartner auf der Agenda (2014: 46 Prozent), in kleineren bei 44 Prozent (2014: 33 Prozent).

Geschäftsreise-Apps setzen sich nur langsam durch
Im Hinblick auf die Trends hat die diesjährige VDR-Geschäftsreiseanalyse das Thema Apps näher betrachtet. Demzufolge interessieren sich insbesondere größere Unternehmen für spezielle Geschäftsreise-Apps, während 41 Prozent der kleineren Unternehmen der Nutzung noch ablehnend gegenüberstehen. Die unterschiedliche Einstellung ist wohl auch durch die höhere Geschäftsreisehäufigkeit in großen Firmen mit über 500 Mitarbeitern bedingt. Heute nutzen oder planen die Einführung einer „Corporate App“ 53 Prozent von ihnen. Weitere 36 Prozent schließen dieses zumindest für die Zukunft nicht aus.

Ausblick
Für das Jahr 2017 sind die Erwartungen insgesamt zurückhaltender: Das Vertrauen und die positive Grundstimmung aus dem Vorjahr werden nicht uneingeschränkt fortgeschrieben. Sowohl im Hotel- als auch im Flugbereich zeigt sich Bewegung weg von stabilen Verhältnissen: Planten im Vorjahr 10 Prozent der größten Firmen mit weniger Flugreisen, sind es nun 26 Prozent. Dafür könnte bei ihnen der Bahnanteil deutlich steigen: das sagen 46 Prozent.

Die gesamte Geschäftsreiseanalyse können Sie sich hier kostenlos herunterladen.

 

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